Müllprojekt Türkei - Denizli hat es geschafft
Abfallwirtschaft reorganisiet, Klimagase reduziert
Beispielhafte Deponieanlage in der Türkei. Quelle: ...
Rasantes Bevölkerungswachstum, immer mehr Industriebetriebe und eine chaotische, umweltgefährdende Deponierung - in der 400.000-Einwohner-Stadt Denizli im Südwesten der Türkei, unweit der weltberühmten Sinterterrassen Pamukkale, war die Müllsituation völlig untragbar geworden. Müll lag auf den Straßen herum, wurde nur unzuverlässig eingesammelt, oft wild verbrannt. Eine Deponie, die westlichen Standards entspricht, gab es nicht. Die Stadtverwaltung war mit der Entsorgung der Abfallberge überfordert.
Erst nachdem die KfW Entwicklungsbank im Jahr 1999 der Stadt ein FZ-Darlehen über 8,3 Millionen Euro zur Verfügung stellte, konnte sie die Probleme systematisch angehen. Die Verwaltung der Abfallwirtschaft wurde reorganisiert, eine Infrastruktur für die geordnete Entsorgung der Abfälle geschaffen und ein Kostenrechnungssystem als Grundlage für ein neues Gebührensystem eingeführt. Auch die Müll-Sammler und -Trenner sind nun in einer Genossenschaft organisiert. Sie sind Vertragspartner der Stadt für das getrennte Sammeln von Wertstoffen.
Mehr Lebensqualität
In der vom Projekt finanzierten neuen Deponie werden die entstehenden Methangase gefasst und in einer Verbrennungsanlage unschädlich gemacht. Auf diese Weise werden durchschnittlich pro Jahr 150.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Über die gesamte Lebensdauer sind das drei Millionen Tonnen. Das Projekt trägt damit in nennenswertem Umfang zum Schutz der Umwelt und des Klimas bei.
Neben den städtischen Bewohnern, die sich nun auf eine zuverlässige und umweltverträgliche Müllentsorgung verlassen können, profitieren auch 13 Umlandgemeinden mit zusammen etwa 120.000 Einwohnern von der neuen, geordneten Deponie.
Denizli hat es geschafft, seinen Abfall in den Griff zu bekommen. Die Stadt ist sauberer und lebenswerter geworden. Ein Beispiel, das Vorbild für andere sein kann.
Stand: März 2009