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Südafrika hat der Welt im Stadion Soccer City von Johannesburg vor 90.000 Zuschauern während der ersten Fußballweltmeisterschaft auf afrikanischem Boden wunderbare Spiele geboten. 120.000 WM-Tickets wurden zur WM verschenkt, denn 20 Dollar Eintritt - die niedrigste Kategorie für Südafrikaner - können sich nicht viele leisten, die in Soweto oder Khayelitsha, dem Township von Kapstadt, leben. Südafrika, das sind zwei Länder in einem: Ein reiches Industrieland, das allein ein Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung Afrikas erwirtschaftet, und zugleich ein Entwicklungsland. Immer noch leben große Teile der schwarzen Bevölkerung in Armenvierteln rund um die Großstädte. Ohne Bildung, ohne Arbeit. mehr
In Soweto und Khayelitsha sieht es in vielen Gebieten genau so aus, wie man sich die Armenviertel Afrikas vorstellt: Wellblechhütten ohne Strom und Wasser, erschreckende sanitäre Verhältnisse, Jugendliche ohne Bildung, Arbeit und Hoffnung, Müll. Armenviertel so groß wie Frankfurt, aber ohne Infrastruktur, geprägt von Gewalt mit über einer Millionen Bewohnern. Die Stärkung kommunaler Strukturen, gute Regierungsförderung und Gewaltprävention auf kommunaler Ebene sind die Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit mit Südafrika, mit denen vor allem das Leben und die Zukunft der ehemals benachteiligten Bevölkerung in den Townships verbessert werden soll. Durch die Fußball-WM 2010 in Südafrika haben manche Programme zusätzlichen Schub bekommen. Denn viele Städte haben angesichts der internationalen Aufmerksamkeit die Strukturen in den Townships verbessert und unterstützen Präventionsprogramme gegen die ausufernde Gewalt. Verstärkt werden Aufklärungsprogramme gegen HIV, die Kommunen kümmern sich, auch mit Unterstützung Deutschlands, um die wachsende Zahl von Aids-Waisen. Auch Dank der WM entstanden in vielen Städten erstmals öffentliche Verkehrssysteme, es wurden endlich auch in den Townships Abfallentsorgungssysteme aufgebaut, so dass der Müll nicht mehr ungeordnet mitten in den rasch wachsenden Vorstädten herumliegt und Krankheiten auslöst. mehr
Sie sind Exoten und riskieren im dichten Verkehr der Innenstädte von Kapstadt, Johannesburg und Pretoria Kopf und Kragen: Radfahrer sind nicht nur die absolute Ausnahme, von Radwegen, Fahrradständern oder gar Fahrradampeln können sie nur träumen. Dabei wäre Radverkehr ein Segen für die im Automief erstickenden Metropolen am Kap. Seit Jahrzehnten setzt Südafrika einseitig auf Straßenbau und Autoverkehr. Öffentliche Bus- und Bahnlinien gibt es kaum. Wer es sich leisten kann, fährt Auto. Der Rest drängt sich in private Sammeltaxen oder geht zu Fuß. Bis zur WM 2010 sollen zumindest in den WM-Städten umweltfreundliche Busse, Bahnen und auch Radfahrer zum Stadtbild gehören. mehr
"Wir können uns gegen Gewalt wehren, wir müssen Gewalt nicht mehr hinnehmen", ruft eine jugendliche Laienschauspielerin in die Menschenmenge, die die Eröffnung der Beratungsstelle Similela in Harare/Kuyasa feiert. Similela kümmert sich um vergewaltigte Kinder, Jugendliche und Frauen in Khayelitsha, dem mit rund eine Million Einwohnern zweitgrößten Township Südafrikas. Gewalt war in Khayelitsha so sehr Alltag wie sonst nirgends in Südafrika. 2008 wurden 18.148 Menschen in Südafrika ermordet. Auf 100.000 Einwohner kommen statistisch 37 Morde im Jahr, in Deutschland nur einer. In Khayelitsha, wo während der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 über Großleinwände die Spiele der WM auch für die Südafrikaner übertragen wurden, die sich die Tickets nicht leisten konnten, ist die Situation noch viel schlimmer: Hier kommen statistisch 300 Morde auf 100.000 Einwohner, das sind achtmal so viele wie im Landesdurchschnitt. Überfälle und Vergewaltigungen, Diebstähle und häusliche Gewalt sind alltäglich. mehr
Die kleinen Jungs und Mädchen, die in den Slums von Soweto ohne Schuhe auf einem Hinterhof kicken, machen Mut. Sie habe Träume und wären glücklich, richtige Turnschuhe überstreifen und auf einem richtigen Sportplatz in einer Mannschaft mit Trainer zu üben. Sie wären gerne ein Star wie Aaron Mokoena, Kapitän der Nationalmannschaft und Mittelfeldspieler beim britischen Erstligisten FC Portsmouth, oder Steven Pienaar, der schon bei Borussia Dortmund gespielt hat und heute als teuerster Nationalspieler Südafrikas beim FC Everton kickt. Doch in Südafrika haben solche Kinderträume viele Feinde: Auf den Straßen des Townships herrscht Gewalt, die Gefahr einer Vergewaltigung ist riesengroß und viele junge Menschen haben ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Gefahr, dass sich auch die kleinen Fußballer anstecken werden, ist riesengroß. Denn HIV und Aids ist trotz - oder gerade - wegen der Millionen von Infizierten immer noch ein Tabu in Südafrika. Mit verschiedenen Programmen und Projekten versucht die KfW Entwicklungsbank, den Teufelskreis aus Unwissen und Infizieren zu durchbrechen. mehr
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