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Ellen Johnson-Sirleaf ist die erste und bislang einzige Präsidentin Afrikas und steht vor gewaltigen Herausforderungen. Liberia mit seinen 3,8 Millionen Einwohnern ist nach vielen Kriterien noch eines der Schlusslichter des Kontinents. Ein 14 Jahre andauernder, grausamer Bürgerkrieg hat das Land völlig zerstört - und seine Menschen. Morde, Vergewaltigungen, Krieg, der Raub von Kindern, um sie als Kindersoldaten zu Mordmaschinen zu machen - das war die Regel in Liberia. Doch seit 2003 herrscht Frieden. Langsam atmet das Land auf. mehr
Eigentlich braucht Liberia alles: Nach 14 Jahren Bürgerkrieg und Verfall aller staatlichen Strukturen fängt das Land praktisch bei Null an. Fast nichts funktioniert. Die Stromversorgung - kaum vorhanden. Wer Strom braucht, muss sich mit Generatoren behelfen. Selbst in der Hauptstadt Monrovia gibt es weder ein funktionierendes Strom- noch ein Wasser- und Abwassersystem. Eine Müllabfuhr gibt es auch nicht. Der Dreck liegt am Straßenrand, wird in die Flüsse oder das Meer gekippt, einfach verbrannt oder zum Ausbessern von Schlaglöchern benutzt. Das Straßensystem verdient seinen Namen nicht, Teile des Landes sind kaum erreichbar. Liberia braucht umfassende Hilfe. Der Aufbau einer funktionierenden Infrastruktur steht deshalb im Fokus der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Liberia. mehr
Mangels Straßen, eingestellten Eisenbahnbetriebes, maroder Seehäfen und fehlender Stromversorgung können sich wirtschaftliche Aktivitäten in Liberia nur sehr langsam entwickeln. Der Handel ist faktisch unterbrochen, Bauern können ihre Ernte kaum auf die Märkte bringen. Der Sanierungsbedarf im Verkehrssystem ist erheblich. Damit sich das verbessert, ist die KfW Entwicklungsbank Vorreiter bei der Förderung des Liberia Reconstruction Trust Fund, eines gemeinsamen Finanzierungsmechanismus, der von vielen Gebern gespeist und von der Weltbank verwaltet wird. Aus diesem Fonds soll der Aufbau der weitgehend zerstörten Infrastruktur finanziert werden. mehr
Die Gräuel des Bürgerkrieges haben sich tief in die Menschen hinein gefressen und machen die Aussöhnung in Liberia zu einer schwierigen Aufgabe. Vor allem die Frauen und Mädchen sind bis heute traumatisiert: Zwei Drittel der weiblichen Bevölkerung Liberias - rund eine Million - wurde während des Krieges vergewaltigt. Die Zerstörung ziviler Regeln durch den Krieg ist nicht leicht wieder aufzufangen, Gewalt hat lange den Alltag geprägt. Die Aussöhnung, die Reintegration der ehemaligen Soldaten, Rebellen und rund eine Millionen Flüchtlinge sowie die Unterstützung der Frauen und Mädchen, die unter dem Krieg gelitten haben, ist deshalb ein wichtiger Aspekt der Zusammenarbeit Deutschlands mit Liberia. Deutschland trägt dazu bei, dass die Menschen die Chance bekommen, ihre Erlebnisse verarbeiten zu können. Dass sie Wege aus der Armut finden und ihr Leben eigenverantwortlich gestalten können. mehr