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Ägypten, das mit rund 73 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Nordafrikas und des Nahen Ostens, spielt für die Stabilität der Region eine entscheidende Rolle. Denn Ägypten ist neben Jordanien das einzige arabische Land, das Frieden mit Israel geschlossen hat und seine Stellung dafür einsetzt, im Nahost-Konflikt zu vermitteln. Und Ägypten ist nach Saudi-Arabien die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Region und strahlt damit auf den gesamten Nahen Osten aus. Doch Ägypten leidet auch unter massiven Problemen: Wasserknappheit, zu wenig Siedlungsfläche, große Armut, eine erschreckende Umweltbelastung und politischer Extremismus bedrohen den inneren Zusammenhalt des Landes. mehr
Für die Sanierung der veralteten Trinkwassernetze Ägyptens fehlten bislang die dringend benötigten Investitionen. Noch schlimmer ist der Zustand der Abwasserentsorgung. Auch die landwirtschaftliche Bewässerung steht vor großen Herausforderungen: Stehen heute noch 1.000 Kubikmeter pro Einwohner und Jahr zur Verfügung, werden es 2020 voraussichtlich nur noch 600 Kubikmeter sein. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt die KfW Entwicklungsbank seit den achtziger Jahren die Modernisierung des ägyptischen Wassersektors. Investitionen in die Siedlungswasserwirtschaft, verknüpft mit Reformen der ägyptischen Regierung, helfen Armut beseitigen und die kostbare Ressource Wasser erhalten.
Aufgrund des starken Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums ist Ägypten der größte Emittent von Treibhausgasen der MENA-Region. Im Schwerpunkt "Klima und Umweltschutz" besteht die entwicklungspolitische Zielsetzung darin, Ägypten bei Umstellung auf eine umwelt- und klimafreundlichere Energieversorgung zu unterstützen. So ist beabsichtigt, bis 2020 20 Prozent des erzeugten Stroms aus regenerativen Energiequellen bereitzustellen (derzeitiger Anteil: 12 Prozent). Da die geringen zusätzlichen Wasserkraftreserven mit dem Bau von Kraftwerken im Rahmen der laufenden FZ-Maßnahmen weitgehend erschöpft sind, soll dieses sehr ehrgeizige Ziel im Wesentlichen durch den Ausbau der Windkraft erreicht werden. mehr
Das Stauwehr Naga Hammadi wurde von 1927 bis 1930 gebaut. Es staut das Wasser des Nils soweit an, dass es mit natürlichem Gefälle 286.000 Hektar Ackerfläche bewässert. Damit ist es die Existenzgrundlage für 300.000 Bauern und ihre Familien. Doch diese Existenz war bedroht: Die Kraft des Nils ist so stark, dass das Wehr nach 77 Jahren Betrieb den Wassermassen kaum noch standhalten konnte. Die KfW Entwicklungsbank hat die Sanierung von zwei der drei für die Bewässerung der Landwirtschaft in Ober- und Mittelägypten so wichtigen Stauwehre unterstützt. Im Frühjahr 2008 wurde das neue Stauwehr Naga Hammadi fertig gestellt. mehr
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