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Förderschwerpunkte

Bolivien - koordinierte Hilfe für die Ärmsten

Würdig, demokratisch, produktiv und souverän soll die weitere Entwicklung Boliviens gestaltet werden. Und sie soll vor allem auch der indigenen Bevölkerung zugute kommen. So sieht es der Nationale Entwicklungsplan, der "Plan Nacional de Desarrollo" (PND) der Regierung Evo Morales vor. Wie der PND umgesetzt wird, ist noch nicht endgültig festgelegt. Sicher ist aber, dass er von der internationalen Gebergemeinschaft als die legitimierte Armutsbekämpfungsstrategie der bolivianischen Regierung anerkannt wird und in die eigenen Planungen eingeht.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in Bolivien konzentriert sich dabei auf drei Bereiche: Staat und Demokratie, Wasser/Abwasser sowie nachhaltige Landwirtschaft. Schwerpunkte, mit denen Deutschland und die KfW Entwicklungsbank in Bolivien schon seit vielen Jahren präsent sind. Zusammen mit der bolivianischen Regierung und häufig gemeinsam mit internationalen Gebern sowie mit den anderen deutschen EZ-Institutionen werden die Programme entwickelt und durchgeführt. Der enge Austausch innerhalb der deutschen EZ sorgt dafür, dass alle verfügbaren Erfahrungen in den Programmen genutzt werden.

Mehr Transparenz in der Verwaltung zum Wohle der Armen

Eines der größten Entwicklungsfelder Boliviens sind die staatlichen Strukturen und Institutionen auf nationaler, regionaler oder lokaler Ebene. Die deutsche EZ setzt deshalb insbesondere auf institutionelle Reformen auf zentralstaatlicher Ebene sowie die Stärkung der Dezentralisierung und des öffentlichen Finanzsystems zu seiner Ausrichtung auf Armutsbekämpfung, um im Schwerpunkt "Staat und Demokratie" erfolgreich zu sein. Aktuell hilft die KfW Entwicklungsbank der bolivianischen Regierung bei der Umsetzung ihrer Armutsbekämpfungsstrategie und stärkt mit ihrer Arbeit die Zivilgesellschaft.

Frisches Wasser zu fairen Preisen

Trotz erheblicher Fortschritte bei der Wasserversorgung haben immer noch über zwei Millionen Menschen in Bolivien keinen Zugang zu frischem Wasser. Die Ursachen sind vielschichtig: Oft werden Wasserversorgungsbetriebe wenig effizient und wenig nachhaltig geführt; die Zahlungsmoral auch von zahlungsfähigen Wasserkunden ist mangelhaft; und Investitionsentscheidungen fallen häufig genug nur, um konfliktbereite Gruppen zu besänftigen.

In diesem Koordinatensystem muss sich auch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit im Schwerpunkt "Wasserver- und Abwasserentsorgung" bewähren. Ihr Ziel ist es, mehr Menschen vor allem in ärmeren Bevölkerungsgruppen einen verlässlichen Zugang zur Trinkwasserversorgung und zur Abwasserentsorgung zu ermöglichen. Durch sein langjähriges Engagement hat sich Deutschland dabei eine Führungsrolle im Wassersektor erworben. So finanziert die KfW Entwicklungsbank in Bolivien schon seit Jahren Anlagen zur Wasserver- und -entsorgung vor allem in mittelgroßen und kleinen Gemeinden und seit kurzem auch in ländlichen Regionen. Aber auch die Beratung von Institutionen und Unternehmen der Wasserwirtschaft sowie von Kommunen gehört zu den wichtigen Instrumenten der Entwicklungszusammenarbeit in Bolivien. Gerade kleinere Gemeinden leiden häufig darunter, dass ihre finanziellen und institutionellen Ressourcen nicht für eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung ausreichen. Hier sind Wasserzweckverbände eine mögliche Lösung, die deshalb auch von der KfW Entwicklungsbank unterstützt werden.

Nachhaltige Landwirtschaft in den Anden

Wasser steht auch im Zentrum eines anderen Schwerpunkts der EZ in Bolivien: der Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Der Hintergrund: Fünf Monate Regenzeit reichen oft nicht aus für Ernteerträge, die die bäuerliche Bevölkerung in armen ländlichen Regionen ein ganzes Jahr ernähren müssen. Seit Jahrhunderten kennen die Bauern in den Trockengebieten Boliviens dieses Problem - und sie haben dafür eigene Bewässerungsmethoden entwickelt. Doch der unkontrollierte Ausbau der Bewässerungssysteme und der unklare rechtliche und organisatorische Rahmen in diesem Sektor haben zu Ressourcenverschwendung und Wasserknappheit geführt.

Deutschland fördert im Rahmen eines Gesamtansatzes von technischer und finanzieller Zusammenarbeit das Bewässerungsprogramm der bolivianischen Regierung und lokale Initiativen in ausgewählten Regionen. Die KfW Entwicklungsbank übernimmt dabei eine wichtige Rolle: Sie unterstützt den Aus- und Neubau von Bewässerungsanlagen, mit denen die Bauern auch außerhalb der Regenzeit ihre Felder bewirtschaften können - finanziell und durch Know-how. Das Oberziel ist dabei die Bekämpfung der Armut in den ländlichen Gebieten Boliviens durch eine nachhaltige Landwirtschaftsförderung.

Gestaltungsspielraum nutzen

Auch außerhalb der drei EZ-Schwerpunkte ist die KfW Entwicklungsbank übrigens in Bolivien derzeit noch aktiv: bei der Unterstützung der Nationalen Naturschutzgebiete, der Förderung erneuerbarer Energien genauso wie beim Ausbau des Mikrofinanzwesens.

Stand: Juni 2010


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