Direkt zum Hauptmenü, zum Inhalt.

Zunehmend selten in Indonesien: intakter Regenwald
Etwa zwei Millionen Hektar Wald - etwa die Fläche Hessens - gehen jährlich in Indonesien verloren, illegaler Holzeinschlag führt zu umfangreicher Waldzerstörung. Aufgrund seiner hohen Entwaldungsrate wurde Indonesien als weltweit bedeutender Emittent von Treibhausgasen eingestuft (nach neueren Schätzungen stammen mehr als ein Drittel der indonesischen Emissionen aus Entwaldung). Erste Schritte in Richtung REDD-Demonstrationsmaßnahmen (" Reducing Emissions from Deforestation and Degradation " - Programm zur Emissionsverringerung) werden derzeit in Indonesien unternommen.
Die Regierungen Deutschlands und Indonesiens haben sich im Jahr 2007 darauf geeinigt, "Klimawandel" als einen neuen Schwerpunkt in die Entwicklungszusammenarbeit aufzunehmen. Im Rahmen dieses Schwerpunktbereichs wird das “Programm Wald und Klimaschutz" umgesetzt. Die Implementierung erfolgt durch das indonesische Forstministerium in Zusammenarbeit mit der KfW Entwicklungsbank, der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED). Zunächst werden REDD-Demonstrationsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen entwickelt und getestet, die später an die national und international noch zu erarbeitenden Mechanismen angedockt werden können. Zentrale Bedeutung haben dafür zunächst die Auswahl von REDD-Demonstrationsmaßnahmen und die Auswertung erster Erfahrungen bei ihrer Umsetzung.
Diese REDD-Demonstrationsmaßnahmen - von der KfW Entwicklungsbank, der GTZ und anderen Gebern (z.B. Kalimantan Forest Climate Partnership , AusAID ) entwickelt und finanziert – gehören zu den ersten REDD-Projekten "on the ground" sowohl in Indonesien als auch weltweit. Sie sollen zeigen, dass lokale Entwicklung, nachhaltige Forstwirtschaft, Erhalt der Biodiversität und Klimaschutz Hand in Hand gehen können.
Alternativen zum Holzeinschlag
Die indonesische Regierung wird darin unterstützt, ihre Strategie für den Bereich Forstwirtschaft und Klima durch REDD-Demonstrationsmaßnahmen konkret umzusetzen. Dabei sollen im Einklang mit den Zielsetzungen der indonesischen Politik die derzeitigen Forstreformen unterstützt und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Forstwirtschaft beigetragen werden. Das beinhaltet auch die Schaffung von Einkommensquellen für die betroffene Bevölkerung.
Sollte REDD Teil der internationalen Klimaschutzpolitik nach 2012 werden, könnten zusätzliche Geldquellen (national, international oder privat) erschlossen werden, um die Finanzierung der Projekte zu unterstützen.
Zielgruppe des Programms ist in erster Linie die lokale Ebene (Distrikte, private Organisationen, Dörfer/Kommunen). Die Unterstützung der Forstverwaltung und die Verbesserung der Lebensgrundlagen armer, vom Wald abhängiger Dorfgemeinschaften sind Bestandteile des Gesamtansatzes.
Von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des Programms ist die enge Koordination mit nationalen und internationalen Partnern während der Testphase sowie die Replizierbarkeit der Maßnahmen. Dabei bilden die indonesischen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels (z.B. Nationaler Aktionsplan zum Klimawandel), die Reformpläne für den Forstsektor und die Ergebnisse der Indonesischen Wald-Klima-Allianz (IFCA) den Rahmen des Programms.
Ziel der REDD-Demonstrationsmaßnahmen ist es, wirtschaftliche Alternativen zur Entwaldung zu schaffen und die individuellen Kosten-Nutzen-Abwägungen durch finanzielle Anreize zu beeinflussen. Vielerorts liegen die Gründe für Entwaldung jedoch nicht allein im Forstsektor so dass allein finanzielle Anreize die Waldnutzung nicht ändern werden. Ebenso müssen technische, soziale, regulatorische und institutionelle Aspekte berücksichtigt werden (z.B. Landnutzungsrechte, Bekämpfung illegalen Holzeinschlags, Landnutzungsplanung, Partizipation, Reform der Forstverwaltung und Einrichtung von forest management units ). Die Ursachen von Entwaldung und Degradierung in verschiedenen Regionen sind unterschiedlich und machen differenzierte, maßgeschneiderte Strategien nötig.
Konkrete Maßnahmen
Die vorläufige Programmplanung sieht eine Aufteilung in Phasen vor, wobei in Phase I (2008 - 2009) die Grundlagen des Programms vorbereitet wurden. In der anschließenden Phase II (2010 - 2017) werden die Demonstrationsmaßnahmen vorbereitet und vor Ort umgesetzt, um es gleichzeitig zu ermöglichen, wichtige Erfahrungen im Hinblick auf die Einführung international abgestimmter REDD-Regelungen in der Post-Kyoto-Ära zu sammeln.
Die wichtigsten Aktivitäten betreffen die Unterstützung der indonesischen Seite in folgenden Bereichen:
Die Finanzielle und die Technische Zusammenarbeit stellen gemeinsam die notwendigen Mittel zur Verfügung, indem sie zum einen auf die große Erfahrung von GTZ und DED beim Kapazitätsaufbau zurückgreifen sowie zum anderen auf das umfangreiche Know-How der KfW bei der Finanzierung von Projekten im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.
| Land | Indonesien |
|---|---|
| Sektor / BMZ-Förderbereich | 31220 - Forstentwicklung |
| BMZ-Projektnummer | N.N. |
| Status | in Vorbereitung |
| FZ-Mittel in Mio. Euro | 20 |
| KfW-Mittel in Mio. Euro | - |
Stand: Mai 2010