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Dörfliche Erosionsschutzmaßnahmen und Pflanzungen in Sikkim/Nordindien
Es gilt als eines der ersten seiner Art – das Investitionsprogramm der KfW Entwicklungsbank zur Anpassung an den Klimawandel. Noch ist es in Vorbereitung. Doch wenn die Verträge zwischen der indischen Regierung und der deutschen Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) unterzeichnet sind, wird die KfW Entwicklungsbank den Nordosten Indiens bei seinem geplanten Programm zur Klimaanpassung unterstützen.
Von den Bundesstaaten Assam, Meghalaya, Sikkim, Nagaland und Manipur vorgeschlagen, soll das Programm insbesondere die arme ländliche Bevölkerung darin stärken, sich frühzeitig auf die Folgen des Klimawandels einzustellen und das Land künftig nachhaltig und klimaschonend zu bewirtschaften. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung prüft die KfW Entwicklungsbank derzeit eine Programmfinanzierung von bis zu 76 Millionen Euro.
Auch wenn es zu den Auswirkungen der globalen Erderwärmung nach wie vor lediglich Prognosen gibt – wie anfällig und verletzlich eine Region für die Folgen des Klimawandels ist, lässt sich schon heute detailliert analysieren. Durch die Untersuchung der Bodenverhältnisse, der Infrastruktur und auch sozioökonomischer Faktoren, wie zum Beispiel die Alphabetisierungsrate, lässt sich nämlich einschätzen, wie gut sich die Bevölkerung an den Klimawandel anpassen kann. Verbindet man diese Ergebnisse mit Klimadaten, ergibt sich eine so genannte Verletzlichkeitsanalyse. Sie dient als Grundlage für mögliche Anpassungsprogramme. Für den landwirtschaftlichen Sektor in Indien sind solche Analysen auf dem Weg. Schon jetzt ist klar: Die Landwirtschaft ist nicht nur sehr anfällig für die Folgen des bereits beobachteten und noch zu erwartenden Klimawandel. Es wird auch große Anstrengungen kosten, sie anpassungsfähiger zu machen, um den Auswirkungen entgegenzuwirken. Die Folgen des Klimawandels: Immer häufiger gibt es Existenz bedrohende Hochwasser, Niederschläge fallen unregelmäßiger, und immer häufiger fallen die Ernten aus.
Die indische Regierung ist sich dieser Problematik bewusst und koordiniert den National Action Plan on Climate Change , der die Notwendigkeit der Anpassung an den Klimawandel und Vermeidung über alle bedeutenden Sektoren hinweg thematisiert. Schwerpunkte unter anderen: Der Katastrophenschutz, die Land- und Forstwirtschaft, das Thema Wasser sowie die Landnutzungsplanung und der Erhalt der Biodiversität. Ziel der deutschen FZ-Beteiligung an diesem Vorhaben ist es, speziell im Nordosten Indiens Investitions- und Finanzierungsmodelle zu entwickeln, die es ermöglichen, Maßnahmen zur Klimaanpassung konkret umzusetzen. Die technische Beratung übernehmen dabei die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und die Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (Inwent).
Der Ansatz des Programms, auf lokaler Ebene sektorübergreifend konkrete Anpassungsvorhaben zu finanzieren, ist neuartig. Unter dem Programmdach kann so nach klar definierten Kriterien eine Vielzahl von Anpassungsmaßnahmen und Investitionsmodellen finanziert werden. Die Erfahrungen daraus sollen anschließend auch in die internationale Diskussion zu neuen Konzepten mit einfließen, wie dem Klimawandel am besten zu begegnen ist.
Derzeit wird die Organisations- und Finanzierungsstruktur des Vorhabens entwickelt. Ein wissenschaftliches Team analysiert die Verletzlichkeit des indischen Nordostens. Die Fachleute erarbeiten geeignete Kriterien und Parameter, um die aus der Region eingehenden Projektvorschläge zu bewerten und weiter zu entwickeln. Da nach wie vor Unsicherheiten bestehen, wie sich der Klimawandel genau auf die Region auswirken wird, erfordert das Anpassungsprogramm ein geeignetes Risikomanagement. Das Vorhaben verfolgt daher den sogenannten No-Regret -Ansatz: Die finanzierten Anpassungsprojekte sollen schon heute positive entwicklungspolitische Auswirkungen haben und gleichzeitig die Möglichkeiten verbessern, dass sich die Menschen rechtzeitig auf langsame oder abrupte Wechsel des Klimas einstellen können.
| Land | Indien |
|---|---|
| Sektor / BMZ-Förderbereich | 24010 - Management natürlicher Ressourcen in Indien |
| BMZ-Projektnummer | 2009 66 895 |
| Status | Aktiv |
| FZ / KfW - Mittel in Mio. Euro | 76 |
Stand: Juli 2010