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Projekt - Stromversorgung

Afghanistan - Strom aus Wasserkraft

Das Stromversorgungssystem in Afghanistan umfasst mehrere isolierte Netze, ein integriertes System existiert nicht. Landesweit sind 450 Megawatt (MW) installiert, von denen 271 MW verfügbar sind. Ein Großteil der Anlagen, die vor Beginn des Bürgerkriegs gebaut und betrieben wurden, sind im Laufe der Jahre zerstört oder stark beschädigt worden. Die noch verfügbaren Kapazitäten reichen nicht aus, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Derzeit haben weniger als 10 Prozent der Bevölkerung Zugang zu elektrischer Energie, der Konsum pro Kopf zählt zu den niedrigsten weltweit.

Schätzungen zufolge können 42 Prozent der Nachfrage (545 Gigawattstunde, GWh) nicht gedeckt werden. Schätzungen zufolge wird die Stromnachfrage bis zum Jahr 2020 in den sieben großen Regionen auf 3.868 GWh (jährliches Wachstum von 6,6 Prozent) und in den ländlichen Gebieten auf 126 GWh (jährliches Wachstum 7,4 Prozent) steigen. Die unzureichende Energieversorgung stellt damit eines der Haupthemmnisse der wirtschaftlichen Entwicklung Afghanistans dar.

Aufbau des Energiesektors

Die afghanische Regierung hat daher dem Aufbau der Infrastruktur im Energiesektor eine hohe Bedeutung zugemessen und dies unter anderem in zentralen Strategiepapieren wie dem National Development Framework zum Ausdruck gebracht. Aufgrund fehlender eigener finanzieller Ressourcen ist die Regierung bei der Umsetzung ihrer Pläne auf die Unterstützung der Gebergemeinschaft angewiesen.

Wichtigste Region des Landes ist die Zentralregion um Kabul mit einem Anteil von rund 39 Prozent der landesweiten Netzanschlüsse und etwa 65 Prozent der installierten Kapazität. Kabul wird derzeit im wesentlichen mit Strom aus drei Wasserkraftwerken (Naghlu, Mahipar und Sarobi) und einem Gasturbinenkraftwerk (Kabul North-West) versorgt. Die derzeit in Durchführung befindlichen Rehabilitierungsarbeiten an den Wasserkraftwerken werden zu einer signifikanten Verbesserung des Energieangebots führen. Trotzdem wird erst mit der Anbindung von Kabul an eine Übertragungsleitung nach Usbekistan eine Substitution des Stroms aus dem dieselbetriebenen thermischen Kraftwerk durch billigeren Importstrom möglich sein. Sowohl Übertragungsleitungen als auch Verteilungsnetz im Raum Kabul bedürfen trotz erster erfolgreich abgeschlossener Rehabilitierungsmaßnahmen weiterer Investitionen. Die hohen Verluste mindern die ohnehin bereits zu geringe verfügbare Strommenge in Kabul.

Mehr Strom für Kabul und Umgebung

Ziel der Maßnahmen ist es, schnell einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung und Stabilisierung der Stromversorgung von Kabul zu leisten. Dadurch sollen die Voraussetzungen für höhere wirtschaftliche und soziale Aktivitäten gelegt werden. Aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) wurden 20,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Zusätzlich ist die KfW auch im Auftrag des Afghanistan Reconstruction Trust Fund (ARTF) tätig, der circa 4 Millionen Euro für die Rehabilitierung von zwei Turbinen des Kraftwerks Mahipar zur Verfügung gestellt hat. Die Veränderungen sollen einen effizienten und sicheren Betrieb für die nächsten 10 (Mahipar) beziehungsweise 20 Jahre (Sarobi) erlauben. Dadurch wird Kabul eine bessere Stromversorgung erhalten, die dann zu einem höheren Anteil aus Wasserkraft und damit erneuerbaren Energien besteht.

Das Vorhaben umfasst in Phase 1 die Rehabilitierung der Kraftwerke Mahipar (nur Sofortmaßnahmen) und Sarobi (zwei Einheiten, umfassende Rehabilitierung) zur Sicherstellung des zukünftigen Betriebs. In einer Phase 2 werden parallel umfassendere Rehabilitierungsarbeiten im Kraftwerk Mahipar vorgenommen, die aus den ARTF finanziert werden.

Rehabilitierung Wasserkraftwerk I (Mahipar/Sarobi)

Land Afghanistan
Sektor / BMZ-Förderbereich 23065 - Wasserkraftwerke
BMZ-Projektnummer 2002 65 645
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. Euro 25,5
KfW-Mittel in Mio. Euro 0,0

Stand: Juli 2009


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