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Bei dem schwersten Erdbeben in Haiti seit 200 Jahren sind
möglicherweise bis zu 200.000 Menschen ums Leben gekommen. Das
Beben der Stärke 7,0 zerstörte große Teile der Hauptstadt
Port-au-Prince und weitere Städte. Haiti gilt als das ärmste Land
der westlichen Hemisphäre. Etwa 80 Prozent der mehr als neun
Millionen Einwohner müssen von weniger als zwei Dollar am Tag
leben.
Die Situation der Bevölkerung muss nun unmittelbar, aber auch
langfristig verbessert werden. Dies wird jedoch dadurch erschwert,
dass auch die Partner vor Ort durch das Beben betroffen sind und
noch nicht ganz klar ist, ob sie in der Lage sind, Hilfsmaßnahmen
durchzuführen. Eine erste Bestandsaufnahme - auch vor Ort - ist in
Vorbereitung.
Die Bundesregierung hat kurzfristig bislang 15,0 Mio. Euro als
Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Neben den 5 Mio. Euro
humanitärer Soforthilfe vom Auswärtigen Amt, hat das BMZ zunächst
ebenfalls 5 Mio EUR für Not- und Übergangshilfe zugesagt. Diese
Mittel sollen teilweise an das Welternährungsprogramm der Vereinten
Nationen (4 Mio. EUR) und teilweise an das vor Ort befindliche
Ernährungsprogramm der GTZ (1 Mio. EUR) geleitet werden, um die
größte unmittelbare Not im Bereich Nahrung und Trinkwasser zu
lindern. Zuletzt (24.01.2010) hat das BMZ beschlossen, weitere 5
Mio. Euro zur Verfügung zu stellen, um den zahlreichen Obdachlosen
schnell eine Unterkunft bereitzustellen. Über die Grundzüge
längerfristiger Haiti-Aufbauhilfen wurde im Rahmen einer
internationalen Geberkonferenz am 25. Januar 2009 in Montreal
(Kanada) entschieden.
Die KfW prüft zudem, ein laufendes Programm der
Kommunalförderung mit dem Kommunalentwicklungsfonds "Fonds d’Assistance Economique et Sociale" (FAES)
gezielt für den Wiederaufbau zu nutzen, sobald der FAES wieder
handlungsfähig ist und die KfW Entwicklungsbank sich in der Region
einen Eindruck über die genauen Schäden machen konnte. Eine Option
ist, die Hilfe auf Orte im Südwesten Haitis außerhalb der
Hauptstadt zu konzentrieren, da die bisherige Projektregion weniger
stark durch das Erdbeben getroffen wurde. Auch die Unterstützung im
Bereich Energie ist weiter dringlich.
Derzeit prüft das BMZ außerdem, ob zusätzliche TZ- und
FZ-Mittel für den Wiederaufbau sowie die langfristige
Entwicklungsfinanzierung bereitgestellt werden können. Sobald diese
Entscheidung vorliegt und die Verhältnisse vor Ort es ermöglichen,
wird in Abstimmung mit GTZ und DED eine gemeinsame Mission zur
Konkretisierung eines solchen Programms durchgeführt. Alle
Programme werden eng mit anderen Gebern wie der IDB, WB und
EU-Partnern abgestimmt.
Das Engagement der KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung zielte in den letzten zehn Jahren auf die Förderung der wirtschaftlichen Erholung des Landes und die Verbesserung des Zugangs gerade ärmerer Bevölkerungsteile zu kommunalen Basisdienstleistungen einschließlich HIV/AIDS-Vorsorge. In diesem Zeitraum wurden bzw. werden folgende Projekte und Programme durch Zuschüsse gefördert:
FZ-Nothilfe für Haiti - mit dem Welternährungsprogramm der VN
Stand: 10. Februar 2010