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Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise in Afrika

Dr. Kasekunde während der Veranstaltung
Louis Kasekende in Frankfurt

Optimistische Erwartungen für 2010

Am 4. Dezember 2009 hatte die KfW Entwicklungsbank mit Louis Kasekende, Chefvolkswirt der Afrikanischen Entwicklungsbank (AfDB), einen versierten Ökonomen zu Gast. Der gebürtige Ugander analysierte die Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise auf Afrika und gab einen Ausblick auf die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents sowie den Handlungsbedarf für die afrikanischen Regierungen und die Entwicklungszusammenarbeit.

Kasekendes Analyse ergab folgendes Bild: Afrika hat in den Jahren vor der Krise eine insgesamt beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung gezeigt. Ein robustes Wirtschaftswachstum in den meisten afrikanischen Ländern von 2002 - 2007 übertraf nicht nur das Bevölkerungswachstum, sondern hat eine Reihe von Ländern an die Schwelle zu Mitteleinkommensländern geführt. Eine wichtige Rolle spielten dabei interne Faktoren, beispielsweise eine verbesserte Wirtschaftspolitik und Strukturreformen, sowie der "China-Indien-Faktor" im Ausbau von Handel und Auslandsinvestitionen. Allerdings ist Afrikas Wirtschaftswachstum volatil und zyklisch und hängt von geografischen Gegebenheiten und der weltweiten Nachfrage nach Naturressourcen ab. Hohe Kosten für's Unternehmertum, Defizite in der Infrastruktur und im Finanzsektor, unzureichende Produkt- und Marktdiversifizierung sowie weit verbreitete Armut sind laut Kasekende die wichtigsten langfristigen Entwicklungsherausforderungen für den Kontinent.

Krise trifft vor allem das südliche Afrika

Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise trifft Afrika vor allem in Zweitrundeneffekten über die Realwirtschaft: Rückläufige (Rohstoff-)Exporte und geringere Kapitalzuflüsse (Auslandsinvestitionen, Gastarbeiterüberweisungen, Gebermittel) führen insgesamt zu einer Verschlechterung der makroökonomischen Bilanzen (Haushalt, Leistungsbilanz) und der Arbeitslosigkeit. Das länderspezifische Ausmaß der Auswirkungen ist abhängig von der Integration in die Weltwirtschaft und der Produktions- und Exportstruktur: Am deutlichsten ist der wirtschaftliche Einbruch 2009 im südlichen Afrika. Mit fiskalischen Anreizprogrammen, zielgerichteten Finanzhilfen und expansiver Geldpolitik haben die afrikanischen Länder die Auswirkungen der Krise abgefedert. Gemäß Kasekende ist der externe Finanzierungsbedarf des Kontinents hoch; die Nachfrage nach AfDB-Mitteln ist beispielsweise - auch vor dem Hintergrund der Millenniumsentwicklungsziele und der Infrastrukturinvestitionslücken - gestiegen.

Wie sind die Aussichten? 

Kasekende schätzt, dass die Wirtschaftsleistung Afrikas im Zuge einer sich erholenden Weltwirtschaft in 2010 anziehen und Wachstumsraten von durchschnittlich 4 Prozent erzielen wird. Um einen langfristigen Wachstumspfad einzuschlagen, gilt es, Ausmaß und Produktivität von Investitionen in Infrastruktur, Humankapital und Informationstechnologie zu erhöhen, wirtschaftliche und institutionelle Reformen voranzutreiben, Exportdiversifizierung und Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen sowie die regionale Integration voranzutreiben.

9. Dezember 2009


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