Lernen aus Evaluierungen

Institutionelles Lernen in der KfW

Eine Frau und zwei Männer am Tisch betrachten gemeinsam ein Papier

Ein wesentlicher Teil der Arbeit: Systematisch erfassen, warum Vorhaben gelingen oder scheitern. Quelle: KfW

Die KfW Entwicklungsbank als Institution nutzt die positiven Erfahrungen aus laufenden und abgeschlossenen Projekten für ihre künftige Arbeit und zieht Lehren aus Fehlern der Vergangenheit. Ex Post-Evaluierungen sind daher ein wichtiger Baustein im Qualitätsmanagement.

Dieses Lernen aus Evaluierungen beschränkt sich nicht nur auf einzelne Projekte und nicht nur auf die Mitarbeiterinnen und MItarbeiter, die an der Durchführung dieses einen Projektes oder der Evaluierung beteiligt waren. Vielmehr werden systematisch andere Mitarbeiter und Abteilungen innerhalb der KfW Entwicklungsbank an diesem Lernprozess beteiligt. Damit wird die KfW Entwicklungsbank zum "selbst lernenden System".

Grafische Darstellung eines Projektablaufs

Erfahrungen aus Ex Post-Evaluierungen. Quelle: KfW

Die KfW Entwicklungsbank hat sich für das institutionelle Lernen eine Reihe von Instrumenten geschaffen: Diskussion der Evaluierungsergebnisse mit allen Beteiligten, Ableitung und Verbreitung Projekt übergreifender Schlussfolgerungen (Lessons learnt), Lernen durch Rollentausch, Mitwirkung von FZ E im Qualitätssicherungsgremium, Querschnittsauswertungen gemeinsam mit den Kompetenzzentren.

Lernen in zwei Richtungen: Der Rollentausch

Neben externen Gutachtern nutzt die Evaluierungsabteilung insbesondere auch das Know-how der Projektmanager aus den Länderbereichen der KfW Entwicklungsbank für Ex Post-Evaluierungen. Diese Gutachter aus dem eigenen Haus werden für die Dauer der Ex Post-Evaluierung aus ihrer hierarchischen Struktur ausgegliedert und an die Evaluierungseinheit "abgeordnet".

Sie tauschen also für einen befristeten Zeitraum ihre Rolle in der Entwicklungsbank. Natürlich achtet die Evaluierungseinheit darauf, dass aus diesem Rollentausch keine Loyalitätskonflikte entstehen. Deshalb werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich nur bei Evaluierungen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs ihrer eigenen Abteilung eingesetzt. Auch wird berücksichtigt, dass sie nicht in einer früheren Funktion schon einmal Verantwortung für das Vorhaben getragen haben, das sie jetzt evaluieren.

Diese Form des Rollentausches hat sich als ein hervorragendes Instrument zur Förderung des institutionellen Lernens innerhalb der KfW bewährt. Die abgeordneten Mitarbeiter bringen ihre eigenen Berufserfahrungen und ihren jeweiligen Hintergrund in andere Abteilungen und andere Regionen ein. Aber sie profitieren auch selbst von der Erweiterung ihres Erfahrungshorizonts. Das wirkt sich auf die Qualität ihrer Arbeit in der eigentlichen Organisationseinheit aus. Auf diese Weise ermöglicht dieser Rollentausch ein Lernen in zwei Richtungen.

Stand: Juli 2011