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Die Gleichstellung der Geschlechter (Gender) und die Stärkung der Rolle der Frauen sind wichtige Ziele der Entwicklungszusammenarbeit. Gleichstellung ist ein Menschenrecht an sich, aber auch Grundvoraussetzung für Entwicklung und Armutsminderung. Weltweit sind Frauen und Mädchen von Armut in ihren unterschiedlichen Ausprägungen wesentlich stärker betroffen als Männer und Jungen. Vielfach sind sie gesundheitlich besonders unterversorgt, haben geringere Schulbildung, weniger Rechte, eine untergeordnete soziale Stellung und sind Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Damit entsteht eine Geschlechterkluft, die Entwicklung hemmt.
Dort, wo es gelingt, Frauen mit Bildung, Einkommensmöglichkeiten
und in ihren Rechten zu stärken - das belegt eine gemeinsame Studie
von KfW Entwicklungsbank, GTZ und BMZ zu Gender und Pro-poor growth
eindrucksvoll - können sich ganze Regionen entwickeln.
Aus diesem Grund wird die Gleichberechtigung der Geschlechter im
Kanon der Millennium Development Goals (MDG)
ausdrücklich als eines der acht Teilziele genannt. Neben
Einschulungs- und Alphabetisierungsraten geht es auch um die
Beteiligung von Frauen am Arbeits- und politischen Leben.
Bei der Gleichstellung der Geschlechter geht es jedoch nicht um punktuelle oder nur kurzfristige Verbesserungen für eine begrenzte Zielgruppe. Vielmehr sollen die strukturellen Ursachen für Ungleichheit und Elend bekämpft werden und die Kluft zwischen Armen und Reichen und Männern und Frauen verringert werden. Ohne Fortschritte bei der Gleichstellung von Mann und Frau sind die Millenniumsziele kaum flächendeckend zu erreichen.
Im Gegensatz zu früheren Förderungskonzepten für Frauen sieht die moderne Gender-Politik seit den neunziger Jahren daher die gesellschaftlichen Rollen von Männern und Frauen als den entscheidenden Ansatzpunkt an. Da systemische Wirkungen - und nicht "nur" reine Frauenförderungsmaßnahmen - das Ziel sind, kann in fast allen Sektoren und Förderansätzen zur Gleichberechtigung der Geschlechter beigetragen werden.
Stand: Juni 2009