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Integrierte Stadtentwicklung

Lebensbedingungen verbessern

Karte von Uganda und seinen Nachbarländern

Stand: 12/2022

Gulu ist mit über 200.000 Einwohnerinnen und Einwohnern inzwischen die zweitgrößte Stadt Ugandas nach der Hauptstadt Kampala. Insbesondere die informellen Siedlungsgebiete haben eine unzureichende Infrastruktur: Es mangelt an der Trinkwasser- und Sanitärversorgung, sowie an einer geregelten Abfallentsorgung. In Dürrezeiten ist der Wassermangel eklatant, nach Regengüssen kommt es zu Überschwemmungen insbesondere der informellen Siedlungen in tiefer gelegenen Stadtvierteln. Hier setzt die KfW an, um die Wasserversorgung zu angemessenen Preisen zügig zu verbessern. Darüber hinaus sollen Sanitäreinrichtungen sowie ein Abfallentsorgungssystem aufgebaut werden. Zudem wird der Planungsprozess für städtische Infrastruktur erleichtert. Dadurch sollen die Lebensbedingungen der Bewohner in den betroffenen Gebieten in Gulu nachhaltig verbessert werden.

ProjekttitelIntegriertes Programm zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Gulu, Phase I und II Uganda
AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Weltbank
Land/RegionUganda
ProjektpartnerGulu City Council, National Water and Sewerage Corporation

Ausgangslage

Gulu lag im Zentrum der jahrzehntelangen Konflikte zwischen dem ugandischen Militär und der Rebellenorganisation Lord Resistance Army (LRA). Die Stadt wurde als Ziel von schutzsuchenden Kindern bekannt, die ihre Nächte dort verbachten, um einer Zwangsrekrutierung als Kindersoldaten durch die LRA zu entgehen. Inzwischen sind die Konflikte beendet und die Sicherheitlage stabil. Doch die Infrastruktur der Gemeinde ist komplett überlastet. Eine langanhaltende Dürre 2014 bis 2016 führte zu einem großen Wassermangel. Frauen warteten bis zu zwölf Stunden an den Zapfstellen, um - oft verunreinigtes - Wasser zu erhalten. Der gesamte Wirtschaftskreislauf kam zu einem Stillstand.

Bis heute besteht eine akute Unterversorgung mit sauberem Trinkwasser. Die vorhandenen natürlichen Wasserressourcen in der Gemeinde reichen nicht aus, um die Bevölkerung zu versorgen. Der Anteil der Bevölkerung, der Zugang zu sauberem Wasser hat, liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

In Zeiten von Überschwemmungen in der kurzen Regenzeit werden die tiefgelegenen informelle Siedlungen überflutet. Häuser werden zerstört und Krankheiten entstehen. Auch die übrige Infrastruktur der Stadt ist überlastet, das gilt sowohl für die Abwasserentsorgung wie für das Abfallmanagement.

Ein Kanal mit Wasser
Die neu angelegten Entwässerungskanäle schützen die Wohnviertel vor Überschwemmungen.

Projektansatz

Erstmalig in Uganda wird in Gulu ein integriertes Programm umgesetzt, das Maßnahmen aus den Bereichen Wasser- und Sanitärversorgung, Oberflächenentwässerung, Abfallentsorgung und die Entwicklung eines Flächennutzungsplans umfasst.

Die KfW verfolgt einen kurzfristigen Ansatz zur Deckung des unmittelbaren Bedarfs kombiniert mit einem langfristigen Ansatz der Infrastrukturentwicklung.

Zunächst werden Sofortmaßnahmen zur zügigen Verbesserung der Versorgung der Bevölkerung umgesetzt. Dazu zählen die Rehabilitierung des Wasserversorgungs- und Abwassernetzes. Das vorhandene Wasserreservoir in der Nähe der Stadt wurde entschlammt und erweitert, damit es in der Regensaison mehr Niederschlag aufnehmen kann. Es werden öffentliche Trinkwasserzapfstellen gebaut. Der bestehende Klärteich wurde rehabilitiert und um eine Anlage zur Behandlung von Fäkalschlamm erweitert. Die Wasseraufbereitungsanlage wurde erweitert, so dass sich ihre Kapazität von 5.000 Kubikmeter pro Tag auf 10.000 verdoppelte. Doch alle Maßnahmen zusammen reichen nur aus, um etwa die Hälfte des Wasserbedarfs der schnell wachsenden Stadt zu decken.

Daher wird parallel die Erschließung des Nils als Wasserquelle vorbereitet. An dem 75 Kilometer entfernten Strom wird in Karuma eine Entnahmestation und Wasseraufbereitungsanlage errichtet. Die geplante Leitung von Karuma nach Gulu finanziert die KfW im Auftrag der Weltbank . Sechs kleinere Gemeinden entlang der Pipeline können dieser ebenfalls Wasser entnehmen.

Der integrierte Ansatz des Vorhabens bezieht auch die Abwasserentsorgung und das Abfallmanagement ein. Die Ausweisung eines Feuchtgebiets, die Anpflanzung von Bäumen und das Anlegen von Entwässerungskanälen sollen sicherstellen, dass in der Regenzeit Niederschläge aufgefangen und Wohnviertel geschützt werden.

Straßenreiniger erhalten eine Ausbildung und bekommen Ausrüstung. Die lokale Abfalldeponie wird ausgebaut und besser ausgestattet, etwa mit Bulldozern und Lastern.

Um die nachhaltige Stadtentwicklung auch in Zukunft sicher zu stellen, soll ein Flächennutzungsplan für Gulu erstellt werden.

Wirkungen

Die Menschen in Gulu, inbesondere in informellen Siedlungen, werden mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser versorgt und dafür einen sozial verträglichen Preis zahlen. Die Versorgung mit Sanitäreinrichtungen ist verbessert. Schulen, Märkte und Gesundheitszentrem verfügen über öffentliche Sanitäranlagen.

Das System zur Abfallentsorgung ist ausgebaut. Der Festmüll wird umweltsicher in einer Deponie gesammelt.

Informelle Siedlungsgebiete sind in der Regenzeit besser geschützt vor Überschwemmungen.

Die Bevölkerung ist besser über Hygienemaßnahmen informiert

Die Lebensbedingungnen der Menschen in Gulu sind nachhaltig verbessert.

Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

Kontakt

KfW Bankengruppe
Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

Länderbereich Subsahara-Afrika
Governance/Stabilisierung & Wasser

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