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Green Economy – Afrika und Lateinamerika

eco.business Fund für nachhaltige Produktion

Stand: 12/2022

Die Natur sichert unsere Lebensgrundlage und bildet die Basis für wirtschaftliches Handeln. Und doch gerät sie durch menschliche Eingriffe immer mehr unter Druck: Bergbau, intensive Landwirtschaft, die Abholzung von Wäldern und unkontrollierter Fischfang gefährden die natürlichen Ressourcen. In vielen Weltgegenden sind die Folgen davon bereits deutlich erkennbar: Böden degradieren, Waldflächen verschwinden, Wasser verschmutzt. Um diesen Trend zu stoppen, bedarf es auch neuer Wirtschaftspraktiken, die auf Nachhaltigkeit statt auf Raubbau setzen. Deshalb hat die KfW 2014 zusammen mit anderen Akteuren den eco.business Fund gegründet. Er arbeitete zunächst nur in Lateinamerika, seit Ende 2019 ist er auch in Subsahara-Afrika aktiv.

Projekttiteleco.business Fund
AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land/RegionLateinamerika, Subsahara-Afrika
ProjektpartnerConservation International, Finance in Motion

Ausgangslage

Der Verlust an Biodiversität ist beispiellos. Nach Angaben des Biodiversitätsrats (IPBES) sind bis zu einer Million Pflanzen und Tiere vom Aussterben bedroht, viele davon bereits in den nächsten Jahrzehnten. Damit ist das Artensterben heute mindestens zehn Mal höher als im Durchschnitt der letzten 10 Mio. Jahre. Das Weltwirtschaftsforum stuft diesen Verlust als eines der sechs größten Risiken der Menschheit ein; er gilt inzwischen als genauso bedeutsam wie der Kampf gegen den Klimawandel. Dabei sind 80 % der internationalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und zentrale Teile des Pariser Klimaschutzabkommens ohne wirksame Maßnahmen gegen diesen Verlust nicht zu erreichen.

Welche Bedeutung eine intakte Umwelt für das Überleben der Menschen hat, zeigt nicht zuletzt die Corona- Pandemie. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen sind etwa 60 % aller existierenden Krankheiten und mehr als 70 % aller am Menschen neu auftretenden Krankheiten zoonotischen Ursprungs, das heißt, sie sind von Tieren auf den Menschen übergesprungen. Je mehr der Mensch in Naturräume vordringt, desto stärker steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krankheitserreger verbreiten können. Zahlreiche Studien zeigen zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen Entwaldung und der Ausbreitung von Krankheiten wie Borreliose oder Malaria.

Diesen Trend gilt es umzukehren; dafür bedarf es neben wirksamem Naturschutz auch neuer Wirtschaftspraktiken. Die Wirtschaft muss sich zu einer „Green Economy“ verändern. Der eco.business Fund ist ein Instrument, das in diese Richtung arbeitet. Er wurde 2014 von der KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung zusammen mit Conservation International und Finance in Motion gegründet.

Martha Albir
Martha Albir und ihre Schwester bauen nachhaltigen Kaffee in Nicaragua an und haben dafür einen Kredit vom eco.business Fund erhalten.

Projektansatz

Der eco.business Fund unterstützt ausschließlich Unternehmen, die herkömmliche Produktionsverfahren durch nachhaltige ersetzen. Begonnen hat er seine Arbeit in Lateinamerika, sie inzwischen auch auf Subsahara-Afrika ausgeweitet. Beide Regionalfonds arbeiten getrennt voneinander, aber unter einem gemeinsamen Dach. Die Förderbereiche lauten jeweils: Land- und Forstwirtschaft, Fischfang, Aquakultur und Ökotourismus. Dafür bringt der Fonds private und staatliche Investoren zusammen, die unterschiedlich hohe Risiken tragen. Durch die Beteiligung öffentlicher Institutionen entsteht ein Risikopuffer für andere Investoren – das erhöht die Attraktivität des Fonds und zieht mehr privates Kapital an. In Lateinamerika machen private Investitionen inzwischen schon 41 % des Gesamtvolumens aus. Seit der Gründung wurden bereits Darlehen von mehr als 2,4 Mrd. EUR an Endkreditnehmer ausgezahlt.

Der Fonds gewährt lokalen Banken "grüne Kreditlinien", die ihrerseits Darlehen an örtliche Unternehmen vergeben, oder gibt Darlehen direkt an Unternehmen. Diese müssen über Nachhaltigkeitszertifikate zum Beispiel von Rainforest Alliance oder FSC verfügen, deren Erwerb anstreben, oder eine nachhaltige Maßnahme gemäß der grünen „Fonds-Prinzipien“ umsetzen. In Afrika beginnt die operative Arbeit gerade; derzeit liegt der Fokus auf Ländern in Ost- und Westafrika und auf entwaldungsfreien Agrarprodukten wie Kakao, Kaffee oder Bananen. Generell ist aber eine Zusammenarbeit mit allen Ländern in Subsahara-Afrika denkbar. Die erste Zusage ging im März 2020 an eine Kakaoproduktion in der Côte d’Ivoire, die von Rainforest Alliance zertifiziert ist.

Wirkungen

Seit 2014 hat der Fonds schon viel erreicht und in Lateinamerika zum Beispiel dazu beigetragen, mehr als 377.000 Hektar Fläche vor Entwaldung zu schützen und mehr als 4,8 Mio. Kubikmeter Wasser einzusparen. Auch wurden auf über 416.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche Bodenschutzmaßnahmen ergriffen; das entspricht etwa der fünffachen Fläche Berlins. Außerdem wurden 625.000 Arbeitsplätze in der Öko-Branche erhalten und geschaffen und durch Agroforst mehr als 23 Mio. Tonnen CO2 eingespart. In Afrika soll der Fonds ähnlich viel bewirken, da die Region wegen Armut, Unterernährung, einem hohen Bevölkerungswachstum und aktuell auch noch COVID-19 vor großen Herausforderungen steht. Deshalb braucht Afrika mehr und intensiver betriebene Landwirtschaft, die allerdings nicht zu Lasten der Natur gehen darf. Hier kann der eco.business Fund einen wertvollen Beitrag leisten, weil er Impulse für nachhaltiges Wirtschaften setzt.

Zur Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

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Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

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