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Die Meere schonen, Fischbestände erhalten

Der Blue Action Fund unterstützt Schutzgebiete weltweit

Stand: 09/2022

Die Meere der Welt stehen aus vielerlei Gründen unter Druck: Ihre Ressourcen werden durch eine dramatische Überfischung ausgebeutet, Schadstoffe und Müll landen häufig ungeklärt im Meerwasser. Dazu kommen gegensätzliche Nutzerinteressen von Offshore-Windparks über Tiefseebergbau bis hin zum Tourismus und der Fischereiwirtschaft, die auf ihre Art die Meere unterschiedlich stark belasten. Der Klimawandel verschärft die Lage durch steigende Meerespegel und höhere Wassertemperaturen noch zusätzlich. Gleichzeitig sind Millionen von Menschen direkt abhängig vom Fischfang abhängig – als Einkommens- und als wichtige Proteinquelle. Um der Belastung von Meeren und Küsten Einhalt zu gebieten und deren Biodiversität für künftige Generationen zu sichern, hat die KfW zusammen mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2016 den innovativen Fonds „Blue Action Fund“ ins Leben gerufen.

ProjekttitelBlue Action Fund
AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land/Regionglobal
ProjektpartnerInternationale Nichtregierungsorganisationen

Ausgangslage

Ozeane und Küstenregionen leisten aufgrund ihrer hohen Biodiversität einen großen Beitrag zur globalen Ernährungssicherung: Für fast drei Milliarden Menschen ist Fisch ein entscheidender Bestandteil ihrer Nahrung. Zudem sind weltweit mehr als 500 Millionen Menschen direkt oder indirekt vom Fischfang abhängig, 90 % davon in Entwicklungsländern. Doch die Meere sind aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren stark belastet, ihre Fischbestände haben sich in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verringert. Den Weltmeeren wird gegenwärtig mehr als doppelt so viel Fisch entnommen, wie für einen nachhaltigen Bestand zulässig wäre.

Der Klimawandel verstärkt den Effekt noch, weil er die Meere weiter erwärmt und den Meeresspiegel ansteigen lässt. Mit der Folge, dass weltweit die Korallenriffe zurückgehen und Extremwetterereignisse zunehmen. Das macht tausende von Küstenkilometern anfälliger für Sturmfluten, zerstört Rückzugsgebiete vieler Fischarten und kann die Existenz von Millionen Menschen bedrohen. Umgekehrt spielten die Meere und ihre Vegetation beim Klimaschutz eine entscheidende Rolle, unter anderem weil sie 25 bis 30 % der CO2- Emissionen aufnehmen. Die Meere zu schützen und zu erhalten, gehört zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Derzeit steht allerdings nur ein kleiner Teil – zwischen 7 und 8 % – der Meeresgebiete unter Schutz. Die wenigen Schutzgebiete, die es gibt, sind häufig zu wenig vernetzt und unzureichend gemanagt.

Drei Fischer am Strand
Fischer am Strand in Madagaskar.

Projektansatz

Um den Meeres- und Küstenschutz weltweit zu intensivieren, hat das BMZ zusammen mit der KfW im Jahr 2016 den „Blue Action Fund“ (BAF) gegründet. Er hat die Rechtsform einer gemeinnützigen Stiftung. Der Fonds führt Projekte nicht selbst durch, sondern finanziert Vorhaben von Nichtregierungsorganisationen (NRO), die ihre Arbeit durch den Zugang zu öffentlichen Mitteln verstärken und ausweiten können. Denn einschlägige NRO haben die nötige Expertise und sind operativ vor Ort. Gefördert werden Vorhaben, die neue Schutzgebiete einrichten oder bestehende vergrößern; existierende Schutzgebiete besser managen; und die Lebensbedingungen von Anrainergemeinden durch die nachhaltige Bewirtschaftung mariner Ressourcen verbessern.

Interessierte NRO können nach regelmäßig veröffentlichten Aufforderungen Projektanträge einreichen. Der BAF wählt die Projekte unter Beachtung nationaler und regionaler Schutzstrategien, im Einklang mit der UN-Biodiversitätskonvention, der Agenda 2030 und dem 10-Punkte-Aktionsplan des BMZ zum Meeresschutz aus. Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources“ (IUCN) unterstützt den BAF bei der Selektion der Vorhaben und der strategischen Beratung. Mittlerweile finanzieren den Fonds zudem Schweden und Frankreich, die 2017 und 2018 beigetreten sind, sowie seit 2021/22 auch Norwegen und Irland. Dadurch verfügt der BAF derzeit über ein Stiftungskapital von über 170 Mio. EUR. 30 Mio. EUR davon kamen im Jahr 2021 vom Green Climate Fund hinzu – der BAF unterstützt damit die Klimaanpassung von Küstenbewohnern durch Meeresschutzvorhaben im Kanal von Mosambik. Der Fonds ist offen für weitere Mitglieder, um seine Reichweite Zug um Zug zu erweitern.

Wirkungen

Mittlerweile gibt es weltweit 19 laufende Projekte, zu denen 2022/2023 rund 12 weitere Vorhaben kommen werden. Bereits gefördert wird zum Beispiel ein Projekt von Conservation International (CI) rund um die Galapagos Inseln vor der Küste Ecuadors, Kolumbiens, Panamas und Costa Ricas zu nachhaltigen Fischereimethoden, in einem der größten Meeresschutzgebiete der Welt. Auf diese Weise sollen Ökonomie und Ökologie in dieser artenreichen und zugleich sensiblen maritimen Gegend besser vereinbart werden. Der WWF, Flora & Fauna International oder die World Conservation Society sowie regionale und nationale NROs setzen weitere Vorhaben um. So entstehen zum Beispiel im Indischen Ozean und im Kanal von Mosambik, vor der Küste Tansanias, vor Madagaskar und rund um verschiedene pazifische Inselgruppen derzeit Schutzzonen, um Biodiversität und Existenzgrundlagen zu sichern. Mehr als 250.000 Menschen profitieren von der Förderung des BAF, der seit seiner Gründung dazu beigetragen hat, dass fast 370.000 km² an geschützter Meeresfläche besser gemanagt werden – das entspricht etwa der Größe der Bundesrepublik – und knapp 150.000 km² neue Schutzgebietsflächen dazu kamen. Mit jedem weiteren Finanzier und Projekt kann das Engagement zugunsten von Meeren und Küsten weiter wachsen.

Zur Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

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