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Ungenutztes Potential heben – für grünen Strom in Afrika

Solartechnikerin besichtigt die Solaranalage
Das Potenzial für erneuerbare Energie in Afrika ist groß

KfW unterstützt Ausbau der erneuerbaren Energien in Côte d’Ivoire

Die Regierung der Côte d’Ivoire hat sich verpflichtet, ihren Energiebedarf verstärkt durch erneuerbare Energien zu decken. Deren Anteil soll bis 2030 auf 42 % steigen. Dies leistet einen Beitrag zu einem geringeren Kohlendioxidausstoß und damit zu mehr Klimaschutz. Die KfW unterstützt diesen Weg im Auftrag der Bundesregierung mit Darlehen über insges. 185 Mio. EUR sowie einem Zuschuss in Höhe von 10 Mio. EUR für Beratungsleistungen. Zusätzlich werden drei Infrastrukturvorhaben im Rahmen des West African Power Pools (WAPP), dem Verbund der nationalen Stromunternehmen der ECOWAS-Staaten im westlichen Afrika, finanziert und umgesetzt.

Die Voraussetzungen zur Gewinnung grünen Stroms sind bestens: 2.700 Sonnenstunden verzeichnet Côte d’Ivoire jährlich. Der Anbau von Kakao, Cashew, Palmen und Kautschuk liefert Abfallprodukte, die als Biomasse zur Energieerzeugung genutzt werden können. Auch die Wasserkraft kann noch ausgebaut werden. Eine Erhöhung der Energieproduktion ist notwendig.

Steigende Nachfrage

Die Wirtschaft des westafrikanischen Landes fragt immer mehr Strom nach, außerdem wächst die Bevölkerung. Es werden zunehmend mehr Haushalte ans Stromnetz angeschlossen. Der wachsende Strombedarf soll vermehrt aus erneuerbaren Energien gedeckt werden, hat sich die Regierung des Landes vorgenommen. Ihr Anteil soll von heute 37 % auf 42 % bis 2030 steigen.

Die Corona-Pandemie hat jedoch die ehrgeizigen Pläne des westafrikanischen Landes zurückgeworfen und viele Haushalte in die Armut gestürzt. Die Regierung hat daher alle Stromrechnungen für zwei Monate gestundet und besonders bedürftigen Menschen sogar erlassen. Diese Einnahmeausfälle machen sich im nationalen Haushalt bemerkbar. Trotz der Pandemie stieg jedoch der Stromverbrauch weiterhin an.

KfW mobilisiert privates Kapital

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die KfW Entwicklungsbank Côte d’Ivoire bereits seit 2017 bei Reformen im Energiesektor, und zwar im Rahmen des „Compact with Africa“. Diese Initiative sieht Mittelzusagen vor, wenn sich das Partnerland zu ambitionierten Reformagenden verpflichtet. Zwei Phasen der Reformfinanzierung wurden bereits erfolgreich umgesetzt. Die Infrastruktur zum Ausbau der Erneuerbaren Energien fördert die KfW mit 95 Mio. EUR. Damit finanziert sie u.a. den Bau einer Übertragungsleitung im Osten des Landes, die die grüne Energie an die Verbraucher weiterleitet. Außerdem sind moderne Stromnetze eine Voraussetzung, um die schwankenden Mengen der Energie aus erneuerbaren Quellen einzuspeisen. Öffentliche Mittel allein können den Finanzbedarf für den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht decken. Daher stockt die KfW den Mitgliedsbeitrag der Côte d’Ivoire für die African Trade Insurance auf. Mit diesem Mechanismus zur Absicherung der Investitionsmittel erleichtert die KfW privaten Kapitalgebern den Einstieg.

Daneben unterstützt die KfW mit Darlehen über insgesamt 100 Mio. EUR den Bau von drei großen Infrastrukturvorhaben, die dem Verbund der Stromunternehmen der ECOWAS-Staaten (WAPP) zugutekommen. Dabei handelt es sich um eine netzgebundene Photovoltaikanlage im Norden des Landes, drei regionale Lastverteilzentren sowie eine Übertragungsleitung, die den Stromring rund um die Großstadt Abidjan schließen soll.

Außerdem unterstützt die KfW mit ihrem Darlehen das ivorische Elektrifizierungsprogramm „Electricité pour tous“ (“Strom für alle“), das armen Haushalten den Zugang zu Strom erleichtert, indem es die Anschlussgebühren vorfinanziert. Sie werden später mit der Stromrechnung in Raten zurückgezahlt. Jedes Jahr sollen zusätzlich 250.000 Haushalte vor allem auf dem Land einen Stromanschluss bekommen.

Fortschritte bei der Elektrifizierung

Damit wird ein erfolgreiches Programm weitergeführt. Bereits 2019 und 2020 wurden jährlich 920 Dörfer elektrifiziert, deutlich mehr als zuvor, als es nur 260 Gemeinden jährlich waren. Anfang 2022 sollen zwei privat betriebene Solarkraftwerke mit dem Bau beginnen, ein weiteres, von der KfW finanziertes geht Ende 2021 in die Bauphase. Ein Biomasse-Kraftwerk soll 2024 in Betrieb genommen werden.

Außerdem arbeitet die Regierung daran, die gesetzlichen Rahmenbedingungen für den Ausbau der Erneuerbaren Energien voranzutreiben. Dazu gehört etwa ein 2019 geschaffener Gesetzesrahmen, der noch in konkrete Verordnungen umgesetzt werden muss. Auch bei der Energieeffizienz gibt es erste Ansätze: Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Klimageräte müssen mit einem Energieausweis gekennzeichnet werden. Daneben wurden Standards für die Energieeffizienz öffentlicher und neu gebauter oder renovierter privater Gebäude eingeführt. Größere Energieverbraucher müssen sich in Zukunft Audits unterziehen.

Die Regierung strebt eine Einsparung der Kohlendioxidemissionen um 28 % bis 2030 an, verglichen mit einem „business as usual“-Szenario. Die von der KfW geförderten Vorhaben leisten einen Beitrag dazu, dieses Ziel zu erreichen und das Klima zu schützen.