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Eine Metro für Nagpur

In der indischen Millionenstadt entsteht ein öffentliches Verkehrsnetz mit Bahnen

Khapiri Metro Station, Nagpur
Eine der bereits fertiggestellten Metrostationen in Nagpur.

Ein Großteil des Verkehrs in Nagpur entfällt auf motorisierte Zweiräder und Autos. Um Staus zu reduzieren, CO2 einzusparen und um die Luft zu verbessern, arbeitet Nagpur seit einigen Jahren am Bau eines öffentlichen Verkehrsnetzes. Den Löwenanteil bei der Finanzierung der Maha-Metro trägt die KfW mit einem Förderkredit über 500 Mio. EUR. Auch die französische AFD ist mit 130 Mio. EUR beteiligt.

Nagpur ist mit seinen rund 2,4 Mio. Einwohnern ein wichtiges wirtschaftliches und kulturelles Zentrum im Bundesstaat Maharashtra und der geografische Mittelpunkt Indiens. Doch bis vor wenigen Jahren machte der öffentliche Nahverkehr in der quirligen Industriestadt nur rund 10 % im Verkehrsmix aus. Der Großteil der Fahrten ging mit rund drei Vierteln auf private Fahrzeuge, vor allem Zweiräder zurück.

Rund 40 Kilometer neue Metrolinien

Um hier gegenzusteuern, baut die Stadt seit 2015 an einem Metronetz, das den Verkehr in Nagpur klimafreundlicher und attraktiver machen soll. Auf zwei großen Korridoren (Nord-Süd und Ost-West) entstehen insgesamt knapp 40 km Metrolinien, von denen der Großteil bereits in Betrieb ist. Die Metro ist als Hochbahn angelegt, damit sich das Netz platzsparend vergrößert.

Ebenfalls dazu gehören rund 40 Stationen und zwei Depots für die Wartung der Züge. Im Umfeld der Stationen wird zudem in Infrastruktur für nicht-motorisierten Transport investiert: Dort befinden sich Haltebuchten für Taxis, Parkplätze für Autos und Zweiräder und Ladestationen für E-Bikes. Elektrische Busse sollen das Zubringersystem verbessern, so dass die künftige Metro mit anderen Verkehrsträgern verbunden ist und sich Zug um Zug ein nutzerfreundliches, integriertes ÖPNV-System aufbaut.

Nachhaltigkeit ganz groß geschrieben

Für den Betrieb bedient sich die Metro überwiegend der Sonnenergie. Photovoltaikanlangen auf den Dächern der Stationen und Solarpaneele entlang der Trassen sollen 65 % des benötigten Stroms erzeugen. Abwasserrecycling, hängende Gärten an den Trassenständern und 5.000 Bäume, die als Ersatz für die während des Baus gefällten gepflanzt werden, vervollständigen den Anspruch auf Nachhaltigkeit. Es werden deutlich mehr Bäume gepflanzt als gefällt.

Bis zum Jahr 2030 sollen gemäß der Hochrechnungen der Vorbereitungsstudie täglich 600.000 Menschen mit den Bahnen fahren und den Straßenverkehr so merklich entlasten. Durch die Corona-Pandemie, die auch in Nagpur das Leben phasenweise stillgelegt hat, haben sich die Pläne für den Ausbau und das Passagieraufkommen zwar etwas verändert, aber das Ziel ist gleich geblieben: Eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu schaffen. Dass Maha-Metro in seinen Stationen die indische Impfkampagne unterstützt, ist ein weiterer Beweis für das fortschrittliche Denken des Unternehmens. „Die Metro in Nagpur mag durch Corona zwischenzeitlich gestockt haben“, urteilt die zuständige KfW-Portfoliomanagerin Patricia Immler, „aber auf Dauer trägt sie zur Zukunftsfähigkeit der Stadt bei“.