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Development Finance Forum 2016

Das "Development Finance Forum" ist die wichtigste Fachveranstaltung der KfW Entwicklungsbank jedes Jahr und wendet sich jeweils einem aktuellen Thema der Entwicklungszusammenarbeit zu: Dieses Mal ging es um Versicherungen und warum sie gerade in Zeiten des Klimawandels und großer Pandemien immer wichtiger werden. Den Klimawandel oder Krankheiten generell können Versicherungen nicht abwenden, aber sie können Katastrophen einen Teil ihres Schreckens nehmen. Weil sie für den Fall der Fälle besser vorsorgen, statt nach einem Wirbelsturm oder einer Dürre beispielsweise in hektischen Aktionismus zu verfallen. Risiken werden abgemildert, indem man sich ihnen rechtzeitig zuwendet und sie auf mehreren Schultern verteilt und so Entwicklungsfortschritte sichern kann. In verschiedenen Gegenden der Welt arbeitet die internationale Gemeinschaft im Moment daran, Versicherungslösungen zu entwickeln, an denen auch die KfW beteiligt ist. Sie sieht in Versicherungen eine gute Möglichkeit, ihre typischen Instrumente wie Zuschüsse und Darlehen zu ergänzen, um damit einen weiteren Beitrag zum Erreichen der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) zu leisten. Beim diesjährigen Development Finance Forum mit dem Titel "Insuring the SDGs" haben Experten aus aller Welt am 2. und 3. November nach Möglichkeiten gesucht, das Instrument Versicherung noch stärker in die Entwicklungszusammenarbeit einzubringen.

Testimonials

Joseph Philip Anthony Parungao
Joseph Philip Parungao

Vizepräsident der Bank of the Philippine Islands

"Ausgehend vom Prinzip der Bewirtschaftung eines kollektiven Risikos bieten Versicherungen das Potenzial, den wirtschaftlichen und sozialen Notstand nach einer Naturkatastrophe durch das Bündeln gemeinsamer Kräfte zu bekämpfen. Das erfordert allerdings Führungsstärke, Weitsicht und den Willen aller Beteiligten."

Esther Baur
Esther Baur

Director, Swiss Re

"Versicherungen sind ein wichtiges Instrument, um Risiken integriert zu managen und um Naturkatastrophen besser zu bewältigen. Deshalb sollte sich die internationale Gemeinschaft dieses Instruments häufiger bedienen - auch mit Blick auf das Erreichen der SDGs."

Heiko Warnken
Heiko Warnken

Referatsleiter Gesundheit, Bevölkerungspolitik und Soziale Sicherung, BMZ

"Die SDGs sind die große Chance, dass wir uns neu aufstellen, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Wir erleben, dass Naturkatastrophen und Krankheitsausbrüche zunehmende Herausforderungen für die Weltgemeinschaft darstellen. Versicherungen bieten ein viel versprechendes Instrument, um im Krisenfall schnell umfassende Hilfe zu leisten."

Yates
Robert Yates

Projektleiter UHC Policy Forum, Chatham House

"Alle Länder haben jetzt das Ziel einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung, damit jeder Mensch medizinische Hilfe in der Qualität bekommt, die er benötigt, ohne sich finanziell zu überlasten. Dieses Ziel durch den freien Markt aber nicht zu erreichen. Daher führen die Regierungen öffentliche Finanzierungssysteme ein, die eine Subventionierung der Leistungen durch Gesunde und Wohlhabende zugunsten der Kranken und ärmeren Gesellschaftsschichten beinhalten."

Dolika Banda

CEO der African Risk Capacity Limited

"In einer Welt, in der klimabedingte Extremwetterereignisse in kurzer Zeit ganze Gemeinschaften zerstören, können Versicherungen eine entscheidende Rolle spielen. Sie lenken das Risiko von den Schwächsten und Verletzlichsten und stellen sicher, dass der Wiederaufbau nach einer Katastrophe schnell und unbürokratisch von statten geht. Durch ihre symbiotische Struktur schaffen Versicherungen eine für alle Beteiligten günstige Verbindung: für die Versicherten, die Versicherungen und die Rückversicherungen."

Michael McCord
Michael McCord

Präsident Microinsurance Centre

"Mikroversicherungen sind ein Schlüsselfaktor: Ohne einfache, verständliche, leicht zugängliche, sinnvolle und effiziente Mikroversicherungen kann es keine wirklich nachhaltige Entwicklung geben. Ohne Produkte des Risikomanagements, die den Versicherern einen fairen Ertrag und den Haushalten Sicherheit bieten, würden Familien einfach versuchen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, und am Ende doch wieder in die Armut zurückfallen, wenn ein neuer Schadensfall eintritt."

Raymond Offenheiser

Präsident Oxfam Amerika

"Versicherungen sind zweifellos ein wichtiges Mittel, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele zu erreichen. Zusammen mit anderen Instrumenten der Risikosteuerung können sie dazu beitragen, dass gerade die ärmsten Bevölkerungsgruppen gegen plötzliche Erkrankung oder negative Folgen der Klimaveränderung besser gewappnet sind."

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Manuela De Allegri

Wissenschaftlerin an der Universität Heidelberg

"Versicherungen tragen zur Armutsbekämpfung bei, indem sie die finanziellen Folgen von Schadensfällen begrenzen, etwa bei Krankheit oder bei Ernteausfällen durch Trockenheit. Die internationale Gemeinschaft sollte innovative Versicherungsmodelle entwerfen, die bestehende Sozialversicherungssysteme in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ergänzen, nicht ersetzen."

Joseph Kutzin

Koordinator für Gesundheitsfinanzierung bei der WHO

"Es gibt viele Möglichkeiten, finanzielle Risiken im Fall von Krankheit abzusichern, aber alle erfolgreichen Ansätze haben eines gemeinsam: Sie basieren überwiegend auf öffentlichen Mitteln aus dem allgemeinen Steueraufkommen, auf Pflichtbeiträgen oder einer Kombination aus beidem. Bei den Bemühungen um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung ist es besonders wichtig, länderspezifische Lösungen zu finden, bei denen die Gerechtigkeit im Mittelpunkt steht."

Existentielle Risiken abfedern

Mit den 17 Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG) als Antwort auf die drängendsten Probleme der Menschheit hat sich die internationale Gemeinschaft eine ehrgeizige Agenda für die kommenden Jahre gesetzt. Nach unterschiedlichen Berechnungen sind, um die Ziele zu erreichen, jährlich zwischen drei und fünf Billionen US-Dollar nötig. Schon jetzt ist klar, dass die bisherigen Mittel dafür nicht ausreichen und dass auch die Gelder der offiziellen Entwicklungszusammenarbeit (Official Development Assistance – ODA) nicht diesem Bedarf entsprechend aufgestockt werden können. In der „Addis Ababa Action Agenda“ zur Entwicklungsfinanzierung, ebenfalls 2015 von der internationalen Staatengemeinschaft verabschiedet, steht deshalb ausdrücklich, dass auch private Mittel und innovative Finanzinstrumente nötig sind, um die SDGs zu erfüllen.

Eines dieser Instrumente sind Versicherungen. Sie können Risiken abfedern, die den SDGs entgegenstehen - etwa bei Krankheit, Altersarmut, Missernten oder Pandemien - und dadurch die Widerstandsfähigkeit gerade von ärmeren Bevölkerungsschichten gegen Schocks und Katastrophen stärken. Es gibt Versicherungen, die direkt betroffenen Haushalten zu Gute kommen und zum Beispiel bei Dürre oder Überschwemmung einspringen oder bei Krankheit Zugang zu angemessenen Gesundheitsdienstleistungen ermöglichen. Außerdem gibt es Versicherungen, die betroffenen Haushalten indirekt zu Gute kommen, bei denen zum Beispiel Finanzinstitutionen ihr Portfolio gegen Wirbelstürme wie Hurrikane schützen oder Staaten sich für den Fall einer Pandemie wie Ebola rüsten. Auch die KfW setzt Versicherungen als innovatives Finanzinstrument in der Entwicklungsfinanzierung ein. Am meisten Erfahrung hat sie dabei auf dem Gebiet der Klimarisikoversicherungen und im Gesundheitsbereich gesammelt. International betrachtet, besteht ein großer Nachholbedarf bei Versicherungen für Arme und besonders risikoexponierte Bevölkerungsgruppen – auch im Hinblick auf das Erreichen der SDGs.

One Pager - Naturkatastrophen: Vorausschauendes Risikomanagement und Versicherungen  (PDF, 118 KB, nicht barrierefrei)

Kontakt

KfW Entwicklungsbank

Telefon

069 74 31-42 60

E-Mail

info@kfw-entwicklungsbank.de
Development Finance Forum 2016

Video anzeigen (3:47 Min.)

Insurance - Preventing Development Setbacks

Interview mit Dr. Norbert Kloppenburg, KfW-Vorstandsmitglied (in Englisch)

Video anzeigen (1:37 Min.)

Insuring the SDGs - Managing Climate and Life Risks

Abschließende Dokumentation des Forums

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"Versicherungen haben ein großes Zukunftspotenzial"

BMZ-Abteilungsleiterin Ingrid Gabriela Hoven über den Nutzen von Versicherungen in der Entwicklungszusammenarbeit

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Fotoreportage zum Thema Versicherungen

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Development Finance Forum 2016 - Agenda

Weiterlesen  (PDF, 241 KB, nicht barrierefrei)