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Neue Lebensqualität für Beiras Innenstadt

Beira ist in einer Bucht des Indischen Ozeans, an der Mündung des Pungue Flusses, im Zentrum Mosambiks gelegen. Die Stadt und ihre fast 600.000 Einwohner haben eine besondere Beziehung zum Meer, weil sie stark von der Fischerei und dem großen Hafen leben. Jedoch bringt das Meer auch Gefahren mit sich. In Zeiten des Klimawandels steigen die Gefahren der Küstenstadt durch Fluten und Küstenerosion.

Das ist bereits jetzt deutlich zu spüren und gerade die arme Bevölkerung leidet unter den Folgen. Cheizin Mussa, Bewohnerin der Fischersiedlung Praia Nova, berichtet, dass ein großer Uferbereich ihrer Siedlung nun vom Meer eingenommen ist – und auch ihr Haus bald wegen des Wassers einzustürzen droht. Auf die Frage, warum sich die Küste so verändert, antwortet sie: "Die Temperatur steigt, das Meer kommt immer näher." Der Klimawandel ist mittlerweile allen Bürgern Beiras ein Begriff.

An das historische Stadtzentrum angrenzend liegen auch informelle arme Siedlungen, oftmals in Risikogebieten. Eine davon ist Goto, die am Ufer des Chiveve-Flusses entstanden ist und inzwischen mehr als 10.000 Bewohner zählt. Was idyllisch klingt, ist in der Realität völlig anders: Chaimel Calido, ein 18 Jahre alter Schweißerlehrling erzählt, dass die Regenfälle in den vergangenen Jahren immer schlimmer geworden seien und regelmäßig das Viertel überschwemmten. "Zur Arbeit müssen wir durch den Schlamm waten, Gummistiefel haben wir nicht. Die Kinder werden krank, bekommen Durchfall, Kopfweh und Malaria", erzählt Calido.

Afrikanerin zeigt mit ihrem Besen den Hochwasserstand an ihrem Haus an
Eine Bewohnerin von Beira zeigt, bis wohin das Wasser schon gegangen ist. Verschiedene Bauten sollen künftig besser vor Hochwasser schützen.

Der Bürgermeister von Beira, Daviz Simango, bestätigt die prekäre Lage der Stadt: "Jedes Jahr sterben hier durch Hochwasser 1.000 Leute an Cholera. Während der Regenzeit müssen viele Leute die Häuser verlassen, weil sie überschwemmt sind."

Um das Überflutungsrisiko und andere Klimaauswirkungen in Beira zu senken, finanzierte die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung Sanierungsarbeiten am Gezeitenfluss Chiveve. Der 3,7 Kilomater lange, im Zentrum Beiras gelegene, Flusslauf wurde dabei von Abfall und Sedimenten befreit, es entstand ein Gezeitenbauwerk, das den Fluss zum Indischen Ozean hin öffnet. Diese Maßnahme stellt die Entwässerungsfunktion des Chiveve wieder her. Dadurch kann Regenwasser aus dem Oberlauf, unter anderem aus der dort gelegenen Siedlung Goto, schneller ins Meer abfließen. Das wirkt stehendem, kontaminiertem Gewässer und den damit einhergehenden Krankheiten effektiv entgegen.

In einer zweiten Phase plant die KfW gemeinsam mit der Weltbank, die Fläche entlang des Chiveve neu zu begrünen. Die Parkanlage soll den von Mangroven gesäumten Flusslauf vor fortschreitender Urbanisierung schützen, der Bevölkerung ein Erholungsgebiet erschließen und wirtschaftliche Anreize im umliegenden Stadtgebiet schaffen. Außerdem soll die Artenvielfalt im Fluss und an seinem Ufer steigen, um einen zusätzlichen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten.

Verschiedene Partnerschaften verstärken die Wirkungen des Projekts weiter. Wie zum Beispiel mit der GIZ, die dazu beiträgt, in Goto den Abfall besser einzusammeln und Regenwasser besser ablaufen zu lassen. Mit der lokalen Nicht-Regierungsorganisation ADEL werden außerdem Mangroven wieder aufgeforstet.

Insgesamt erhöht das Vorhaben die Widerstandsfähigkeit der Stadt Beira gegen die Folgen des Klimawandels. Die Wiederherstellung des natürlichen Entwässerungssystems des Chiveve verbessert die Fähigkeit der Stadt, sich an klimatische Veränderungen wie Starkregenereignisse und den Anstieg des Meeresspiegels anzupassen. Damit legt das Projekt die Grundlage für die weitere Entwicklung der gesamten Innenstadt. Die dort lebende und arbeitende Bevölkerung erhält ein sicheres und attraktives Umfeld, das aufgewertete Stadtzentrum schafft Anreize für weitere Sanierungen.

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