Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Afrikas Potenzial für saubere Energie durch Förderung privater Investitionen erschließen

Sieben Windräder inmitten einer Hügellandschaft. Im Hintergrund befinden sich weitere
Afrikas Potenzial zur Nutzung erneuerbarer Energien ist enorm.

Afrikas Bevölkerung wächst rasch: 2040 wird sie vermutlich bei etwa 2 Mrd. Menschen liegen. Entsprechend steigt der Hunger nach Energie. Doch bis heute haben 600 Mio. Afrikanerinnen und Afrikaner keinen Zugang zu moderner Energieversorgung, und in vielen Ländern steht Strom nur wenige Stunden am Tag zur Verfügung. Bereits jetzt leidet Afrika also unter einer gravierenden Versorgungslücke, während der Energiebedarf noch weiter steigen wird. Dieser zusätzliche Bedarf kann und sollte zum größten Teil aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden.

Dies erfordert jedoch Investitionen von etwa 20 Mrd. USD jährlich – ein Betrag, der von den öffentlichen Haushalten allein nicht gestemmt werden kann. Doch das Engagement privater Investoren in erneuerbare Energieprojekte wird häufig durch die eingeschränkte Kreditwürdigkeit afrikanischer Regierungen und öffentlicher Stromversorger behindert. Die unternehmerischen Risiken werden daher als hoch empfunden. Um dieses strukturelle Hindernis aus dem Weg zu räumen, ist entschiedenes Handeln erforderlich.

An dieser Stelle kommen Versicherungen ins Spiel. Die Risiken privater Investoren können durch die African Trade Insurance Agency (ATI) begrenzt werden. Die ATI ist eine panafrikanische Institution, die Risikoversicherungen für geschäftliche Aktivitäten in Afrika, in diesem Fall im Energiesektor, anbietet. Sie wurde 2001 gegründet und hat inzwischen 17 Mitgliedsstaaten, darunter Äthiopien, Kenia, Nigeria und Ruanda, sowie 10 institutionelle Anteilseigner wie die Afrikanische Entwicklungsbank (AfDB).

Arbeiter steht auf einer Leiter und lehnt sich über ein Solarpanel, um daran zu arbeiten
Ob ein Projekt erfolgreich ist, hängt häufig davon ab, ob es eine angemessene Risikominderung gibt. Die ATI und ihre Partner bieten innovative Lösungen, die den Weg für mehr Investitionen in Afrikas erneuerbare Energien ebnen.

Die ATI kann allerdings nicht sämtliche Risiken solcher Projekte übernehmen, da dies ihre Bilanz überfordern würde. Deshalb kooperiert die ATI mit Rückversicherern und öffentlichen Gebern, um Risiken zu streuen. In Zusammenarbeit mit Munich Re und der Europäischen Investitionsbank ermöglicht die KfW Entwicklungsbank der ATI, genau diejenigen Versicherungen anzubieten, die private Investoren benötigen, um langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen. Die KfW wird 50 Mio. USD als Zweitverlustgarantie bereitstellen, um Projekte mit einem Volumen von mehr als 1 Mrd. USD abzusichern. Ermöglicht wird dies durch eine Bürgschaft der EU, und zwar durch den Europäischen Fonds für nachhaltige Entwicklung.

Dadurch entfallen Risiken, die für private Investitionen in den dringend benötigten Ausbau sauberer Energien bislang ein Hindernis darstellten. Kein Zweifel: Das Potenzial ist gigantisch. Ob Sonne, Wasser, Wind oder Geothermie – Afrika hat gerade erst begonnen, seine enormen Ressourcen an erneuerbaren Energien zu nutzen.

Darüber hinaus vertieft das Projekt die Partnerschaft zwischen europäischen und afrikanischen Institutionen und Investoren – ein erklärtes Ziel sowohl der EU als auch der deutschen Regierung.