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SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur

Technologie nachhaltig einsetzen und damit Entwicklung fördern

Ob in der Landwirtschaft oder bei Gewerben, im Bildungswesen oder bei Wasser- und Energieversorgern – modern geführte Betriebe, innovative Lösungen und zeitgemäße Infrastruktur können großes wirtschaftliches Potenzial freisetzen. Potenzial, das wichtig ist für Beschäftigung und Einkommen und damit für Entwicklung und das Zurückdrängen von Armut.

Allerdings nutzt die Welt diese Chancen noch längst nicht in dem Maß, wie es möglich wäre. Vor allem die Entwicklungsländer brauchen dringend einen Modernisierungsschub. Sie könnten zum Beispiel bedeutend höhere Erträge in der Landwirtschaft erzielen, nicht nur in großen Agrarbetrieben. Auch kleine Farmen zur Selbstversorgung profitieren von neuen Ideen. So könnten Subsistenzbetriebe mithilfe von Apps den besten Zeitpunkt für die Ernten ausmachen oder Schädlinge rechtzeitig erkennen und beseitigen.

In nahezu jedem Sektor lässt sich durch Innovationen am Ende mehr produzieren mit geringerem Aufwand. Und in nahezu jedem Sektor geht es auch um intelligente Lösungen, die umweltfreundlicher, gerechter und nachhaltiger sind. Ihnen gehört in Zeiten von Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Wassermangel und steigender sozialer Ungerechtigkeit die Zukunft.

Die Digitalisierung spielt hier als Innovationstreiber eine große – wenn auch nicht die einzige – Rolle und hat durch Corona weltweit Auftrieb erhalten. Gerade Entwicklungsländern bietet sie schier unerschöpfliche Möglichkeiten. Nicht nur, weil sich im Netz schnell Wissen anzapfen lässt, sondern auch, weil Kosten und Zeitaufwand sinken, Distanzen überwunden und Technologiestufen übersprungen werden können. Sie kann also gute Dienste leisten, wenn es darum geht, Wirtschaft, Gesellschaft und Alltag zu modernisieren.

Allerdings müssen sich in vielen Ländern die Voraussetzungen für den breiten Einsatz digitaler Technologien noch verbessern. Auch die Entwicklungszusammenarbeit selbst kann durch digitale Instrumente effizienter und wirksamer werden. Die Digitalisierung verantwortungsvoll voranzubringen, bildet die Voraussetzung für weitere Innovationen und Entwicklungsschübe.

Die KfW Entwicklungsbank unterstützt ihre Partner dabei, das Potenzial einer nachhaltigen Entwicklung durch Technologie und Innovationen in unterschiedlichen Sektoren zu realisieren. Gleichzeitig achtet sie dabei auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Risiken wie Datenschutz, Cybersecurity, Umweltgefahren und sozialen Folgen, die mit der Nutzung moderner Technologien einhergehen können.

Nicht selten leistet die KfW im Bereich nachhaltiger Infrastruktur wie z. B. der Energieversorgung Pionierarbeit, sei es bei Geothermie in Kenia oder Solarkraft und grünem Wasserstoff in Marokko. Auch beim Verkehr verknüpft sie Infrastruktur mit Innovationen und hilft zum Beispiel im indischen Bundesstaat Tamil Nadu, die Busflotte zu modernisieren und durch batteriebetriebene Varianten zu ersetzen. In Jordanien unterstützt die KfW die Einführung effizienter Bewässerungsmethoden, und am Managuasee in Nicaragua sorgt sie mit einer modernen Kläranlage für bessere Wasserqualität.

Auch bei der Digitalisierung verfolgt die KfW das Ziel, stets moderne Technologie und aktuelles Know-how zum Einsatz zu bringen. Mehr als 180 laufende Digital-Projekte befinden sich derzeit in ihrem Portfolio. In Peru unterstützt die KfW beispielsweise die Einführung eines digitalisierten Katasters, um eine nachhaltige und zuverlässige Wasserversorgung zu gewährleisten. In Malawi investiert sie mit dem Programm "Unlocking Talent" in die digitale Bildungsinfrastruktur.

Mit TruBudet hat die KfW eine Software auf Basis der Blockchain-Technologie entwickelt, mit der Partnerländer Fördergelder wesentlich effizienter und transparenter einsetzen können. Insgesamt beliefen sich die Neuzusagen für Vorhaben der KfW Entwicklungsbank, die das Erreichen des Ziels 9 unterstützen, im Jahr 2021 auf rund 665 Mio. EUR.

Nicht immer handelt es sich dabei um umfassende Neuentwicklungen wie TruBudget. Manchmal sind es auch kleinere Vorhaben wie das bargeldlose Zahlungssystem "e-zwich" in Ghana oder ein digitales Fernerkundungssystem in Laos, um illegalen Holzeinschlag zu verhindern . Aber immer haben die technologischen Innovationen den Anspruch, Projekte effizienter und wirkungsvoller zu machen. Denn ohne Digitalisierung und Technologie und ohne zeitgemäße Wirtschaftsstrukturen werden sich die SDGs nicht erreichen lassen. Innovationen wirken wie ein Entwicklungsbeschleuniger, und das nicht nur in Zeiten von Corona.

SDG 9 auf der Webseite des BMZ

Themen Aktuell - Digitale Welt (PDF, 100 KB, nicht barrierefrei)

E+Z: Digitalisierung – Potenziale für nachhaltige Entwicklung (April 2020) (PDF, 2 MB, nicht barrierefrei)

Materialie - Digitalisierung und Gesundheit (PDF, 238 KB, nicht barrierefrei)

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Der Beitrag der KfW zu SDG 9

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