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Ostafrika: Rettung für den Viktoriasee

KfW unterstützt eine nachhaltige Bewirtschaftung des ostafrikanischen Gewässers

Zwei Männer in einem kleinen Boot auf dem Viktoriasee
Quelle der Entwicklung: Der Viktoriasee

Der Viktoriasee bildet die wirtschaftliche, soziale und ökologische Grundlage für 40 Millionen Menschen. Aber er steht unter Druck: Schadstoffe werden eingetragen, ungeklärte Abwässer zugeführt und die Bevölkerung an seinen Ufern wächst rasant. Die Fischbestände sind bedroht, die einzigartige Artenvielfalt nimmt ab. Daher unterstützt die KfW im Auftrag der Bundesregierung und der EU die Anrainerstaaten dabei, den See und sein Einzugsgebiet besser zu bewirtschaften. Besteht hier Einigkeit unter den fünf beteiligten Staaten, wird der See zum Anker von Wachstum und Stabilität in der Region.

Der Viktoriasee ist der wichtigste Süßwasserspeicher der Region. Die ostafrikanischen Länder Kenia, Uganda, Tansania, Ruanda und Burundi sind von ihm abhängig, doch bleibt der Zugang zu Trinkwasser und Bewässerung eine große Herausforderung. Zahlreiche Entwicklungen bedrohen den See: Nicht angepasste landwirtschaftliche Praktiken verstärken seine Verschlickung. Es werden Schadstoffe eingetragen, was die Fischereiwirtschaft gefährdet und Krankheitsrisiken erhöht. Die Bevölkerung wächst stetig, gleichzeitig boomt die Wirtschaft – das erhöht den Nutzungsdruck auf die Wasserressource. Die Wasserqualität im Wassereinzugsgebiet des Viktoriasees verschlechtert sich dadurch zunehmend.

Mehr als 250 Fischarten leben im Viktoriasee, darunter viele Buntbarsche, die nur hier vorkommen. Der Artenreichtum in diesem größten See Afrikas ist jedoch bedroht. Von 205 endemischen Arten sind drei Viertel stark gefährdet. Auch die Gewässer im Einzugsgebiet des Sees leiden. Infolge des Klimawandels trocknen Feuchtgebiete aus; durch Entwaldung sinkt der Grundwasserspiegel. Die Trinkwasserversorgung der Menschen im Einzugsgebiet des Viktoriasees ist daher langfristig bedroht. Dabei sind die Anwohner auf vielfältige Weise auf den See angewiesen: Für ihre Ernährungssicherung, die Klimastabilisierung und die regionale wirtschaftliche Entwicklung.

„40 Millionen Menschen leben von den Ressourcen des Sees“, erklärt KfW-Expertin Martina Maurer. „Doch die Wasserqualität verschlechtert sich zusehends, die Ökologie ist gefährdet, und damit die Lebensgrundlage der Anwohner.“ Wenn die verschiedenen Interessen rund um den See friedlich und im Einvernehmen geregelt werden, kann der See zum Garanten für Wachstum und Stabilität in der ostafrikanischen Region werden“, sagt Martina Maurer.

Die Bewirtschaftung des Sees nachhaltig zu regeln, stieß in der Vergangenheit immer wieder an Grenzen, denn das Gewässer verteilt sich auf das Hoheitsgebiet von gleich fünf Staaten. Um die Ressourcen grenzübergreifend zu schützen, hat die Ostafrikanische Staatengemeinschaft 2003 eigens eine Kommission einberufen, die Lake Victoria Basin Commission (LVBC).

Die KfW unterstützt im Auftrag des BMZ und der EU die LVBC mit über 40 Mio. EUR dabei, die Verfügbarkeit und Qualität des Wassers am See und in seinem Einzugsgebiet zu verbessern. Die EU mit ihrer Wasserrahmenrichtlinie gilt hier als Vorbild. So wird einerseits LVBC in ihrer Rolle gestärkt, den See zu überregional schützen – etwa durch Formulierung länderübergreifender Ziele und Konzepte oder den Aufbau eines Datenmodells zur integrierten Wasserbewirtschaftung. Andererseits vergibt die LVBC Zuschüsse für Investitionen in Abwasserinfrastruktur an Anrainerländer, die die Wasserrahmenrichtlinie umsetzen. So werden in der ersten Phase die Kommunen Kampala (Uganda), Kigali (Ruanda), Mwanza (Tansania) und Kisumu (Kenia) darin unterstützt, ihre Abwässer besser zu reinigen. Gefördert werden außerdem bessere Sanitäreinrichtungen. Die Infrastrukturmaßnahmen werden von einer Kampagne zur Sensibilisierung für Hygienemaßnahmen begleitet.