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Versichern und vorbeugen

Innovativer Ansatz schützt äthiopische Kleinbauern vor Klimarisiken

Geernteter Reis in zwei Händen über einem vollen Getreidesack
Reis stellt die Nahrungsgrundlage vieler Menschen dar.

Weite Teile Äthiopiens sind Extremwetterereignissen wie Dürren und Starkregenfällen ausgesetzt, die sich im Zuge des Klimawandels weiter verstärken werden. Der kleinteilige und subsistenzorientierte Agrarsektor ist besonders betroffen, und die Kleinbauern sind einem hohen Risiko ausgesetzt, in noch tiefere Armut zu fallen.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und Oxfam haben einen innovativen Ansatz entwickelt, der die Kleinbauern vor zukünftigen Ernteausfällen versichert und diesen Risiken gleichzeitig vorbeugt. Die „Rural Resilience Initiative“ (R4) besteht aus vier Komponenten: (1) Bereitstellung eines bedarfsorientierten, wirtschaftlich und finanziell nachhaltigen Versicherungsschutzes gegen Dürrerisiken, (2) bodenkonservierende Maßnahmen, (3) Zugang zu Mikrokrediten sowie (4) Förderung von Sparverhalten. Dieses ganzheitliche Paket zielt darauf ab, die Anfälligkeit kleinbäuerlicher Haushalte für die Folgen des Klimawandels zu reduzieren. Das wiederum trägt zu Ernährungssicherheit der ländlichen Bevölkerung bei.

Bisher wurde R4 in den nördlichen Regionen Tigray und Amhara umgesetzt. Der Versicherungsbeitrag kann anteilig durch Arbeitsleistung („insurance for assets“) erworben werden, so dass sich auch arme Bauern ohne entsprechende Liquidität den Versicherungsschutz leisten können. Mit den Mitteln aus der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“ (SEWOH) unterstützt die KfW das Projekt dabei, die Zielgruppe in den Projektregionen von 30.000 Haushalten auf 130.000 Haushalte zu erweitern. Bei einer erfolgreichen Etablierung des Programmdesigns soll dieses nach drei Jahren auch in anderen Regionen Äthiopiens ausgerollt werden.

Die Sonderinitiative wurde 2014 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen, um zusätzliche Mittel für Projekte im Bereich ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung bereitzustellen. Gleichzeitig gibt sie die Strategie des BMZ in diesen Bereichen vor und bündelt bestehende Aktivitäten. Vor allem innovative Ansätze wie das R4-Projekt stehen im Fokus von SEWOH, um neue Wege und Kooperationsformen für eine Welt ohne Hunger zu erkunden. Dabei geht es in erster Linie um die Beseitigung der strukturellen Ursachen von Hunger und Armut.

Mehr als 300 Projekte wurden bereits mit Mitteln der SEWOH umgesetzt. Bisher haben über 250.000 Frauen an Trainings zu besserer Ernährung und Hygiene teilgenommen, rund 200.000 Hektar Boden wurden rehabilitiert mit einer Ertragssteigerung von durchschnittlich 40 % und mehr als 135.000 Menschen haben gesicherte Landrechte erhalten.

KfW-Pressemitteilung

SEWOH auf der Webseite des BMZ