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Entwaldung verhindern – Biodiversität erhalten

Zerstörte Regenwälder
Wie in vielen anderen Gegenden der Welt wird auch der Regenwald in Ecuador großflächig zerstört.

Ecuador ist eines der 16 Länder mit der weltweit höchsten Artenvielfalt. Das liegt nicht zuletzt an den großen Waldflächen, die noch rund 44 % der Landesfläche bedecken. Insbesondere die Amazonasregion zeichnet sich durch noch ausgedehnte und sehr artenreiche Wälder aus. Ecuador hat jedoch auch eine hohe Entwaldungsrate, die zu hohen Treibhausgas-Emissionen und einem Verlust an Biodiversität führt.

Verantwortlich für die Entwaldung und Waldzerstörung sind vor allem die Ausweitung von Viehhaltung und großflächigen Monokulturen, die Öl- und Gasförderung sowie der Bergbau, aber auch die steigende Nachfrage nach Holz und eine unzureichende Kontrolle der Waldnutzung. Das ecuadorianische Umweltministerium ist sich dieses Problems bewusst und hat als eine wichtige Strategie zur Erhaltung der Biodiversität große Waldflächen als Schutzgebiete ausgewiesen. Auch in den teilweise abgelegenen und schwer zugänglichen Schutzgebieten findet aber Entwaldung statt. Diese ließ sich bisher mangels eines funktionierenden Waldmonitorings nicht genau erfassen.

Die KfW Entwicklungsbank unterstützte zwischen 2017 und 2019 im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) mit 5,5 Mio. EUR den Aufbau eines nationalen Waldmonitorings, welches u.a. mit Hilfe von digitalem Geodatenmanagement die Erfassung der Entwaldung wesentlich verbessert hat.

Bild der Satellitenaufnahme
Kleinbäuerliche und industrielle Entwaldung wird alle 15 Tage automatisch mit Satelliten erfasst (rote Flächen), an das Umweltministerium übergeben und im Gelände mit Tablets, Kameras und Dronen verifiziert.

Grundlage des Waldmonitorings sind Satellitenaufnahmen, die über komplexe Techniken ausgewertet werden. Hochwertige neue Hard- und Software ermöglicht die anschließende Verarbeitung der Daten im ecuadorianischen Umweltministerium. Dessen Mitarbeiter erhielten Schulungen und führten neue, arbeitsteilige Prozesse zur Datenanalyse ein. Das verbesserte Geodatenmanagement im Ministerium hilft wiederum auch den Mitarbeitern in den Amazonas-Schutzgebieten. „Die Arbeit als Park-Ranger ist mühsam und teilweise sehr gefährlich. Durch das Projekt können die Ranger Entwaldung auf einen Hektar genau aufdecken“, erklärt Alexandra Mylius, verantwortliche Projektmanagerin bei der KfW Entwicklungsbank.

Früher konnte das Umweltministerium illegale Entwaldung nur mithilfe von Anzeigen der Bevölkerung oder eine nur ungenaue Auswertung von Satellitenbilder entdecken. Heute haben die Ranger Tablets und erhalten alle zwei Wochen aktualisierte Daten auch aus den entlegensten Teilen der Schutzgebiete – ein Riesenfortschritt. Die Ranger können so gezielt die entwaldeten Stellen aufsuchen, Fotos machen und GPS-Daten aufnehmen. Dies ist eine Voraussetzung dafür, illegale Entwaldung zur Anzeige bringen zu können. „Mit dem neuen Waldmonitoring können die Park-Ranger und die Mitarbeiter im Umweltministerium in Ecuador viel effektiver und wirkungsvoller arbeiten“, bestätigt Mylius.

Das Vorhaben hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass neue Techniken für das Waldmonitoring genutzt werden und Entwaldung dadurch schneller entdeckt und wirksamer gegen sie vorgegangen werden kann. Heute ist Ecuador führend im Bereich des Waldmonitorings und damit auch Vorbild für andere Länder in Lateinamerika.