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SDG 15 – Leben an Land

Der Einsatz der KfW für die biologische Vielfalt

Die Natur ist Ursprung und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Gesunde und vielfältige Ökosysteme versorgen uns mit Luft, Wasser und Rohstoffen aller Art. Sie bilden unsere Existenzgrundlage und sind die Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung. Deshalb richten sich die SDGs nicht allein auf den Menschen; erst das gedeihliche Zusammenspiel von Mensch, Tier und Natur kann die Lebensqualität aller sichern (Stichwort: „One Health“).

Wie wichtig das ist, hat die Corona-Pandemie zuletzt überdeutlich gezeigt. Denn der Ausbruch der Pandemie ist auch eine Folge des weltweit ausbeuterischen Umgangs mit der Natur. Etwa 70 % aller neu auftretenden Infektionskrankheiten wie Ebola, Zika oder Influenza gehen auf sogenannte Zoonosen zurück. Das sind Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen übertragen werden und umgekehrt. Nach Angaben des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) gibt es noch rund 1,7 Millionen nicht erkannte Viren in Säugetieren und Vögeln, von denen ein guter Teil auf den Menschen überspringen kann. Je mehr intakte Ökosysteme zerstört werden, desto enger der Kontakt und desto wahrscheinlicher eine solche Übertragung. Das SDG 15 „Leben an Land“ zielt auch deswegen darauf ab, bedrohte Tierarten und Landökosysteme zu schützen. Wälder sollen nicht mehr schwinden, sondern nachhaltig bewirtschaftet und erhalten werden. Zudem möchte die Staatengemeinschaft das Ausbreiten von Wüsten, den Verlust an Artenvielfalt und eine Verschlechterung der Böden stoppen.

So viel Natur wie möglich intakt zu halten oder wiederherzustellen, ist auch für den Klimaschutz entscheidend. Denn Wälder, Moore und Böden sind natürliche Kohlenstoff-Senken, die einen effektiven Beitrag zur Minderung von Kohlendioxid in der Atmosphäre leisten können. Diese sogenannten „natur-basierten Lösungen“ sind meistens auch noch deutlich billiger als technische Verfahren im Kampf gegen die Erderwärmung, wie das Abscheiden von CO2 zum Beispiel.

Biodiversität ist mithin in vielerlei Hinsicht (über-)lebenswichtig und muss dringend erhalten bleiben. Im Moment allerdings ist das Gegenteil der Fall: Der Schwund an Arten schreitet rasch voran; er ist heute mindestens 100-mal schneller, als er es ohne menschliches Zutun wäre. Experten sprechen schon von einem neuen Massensterben: Zwischen 1970 und 2016 schrumpfte der weltweite Bestand an wildlebenden Tieren – Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien – im Schnitt um 68 %. Und der Schwund geht ungebremst weiter: Alle elf Minuten stirbt eine Art aus. Nach Projektionen des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) ist eine von geschätzten acht Millionen Arten in den nächsten Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Auch werden immer mehr Lebensräume zerstört: Nur noch rund 25 % der weltweiten Landfläche sind frei von wesentlichen menschlichen Einflüssen; fast die Hälfte wird als Acker- oder Weideland genutzt.

Die KfW setzt sich hier für eine Trendumkehr ein, ganz im Sinne der Agenda 2030. Denn die Natur zu erhalten und Biodiversität zu schützen, ist eine Zukunftsfrage der Menschheit. Genau genommen gilt es, drei miteinander verbundene Krisen auf einmal zu lösen: den Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu begrenzen, Pandemien vorzubeugen und einzudämmen und Biodiversität zu erhalten.

Deutschland engagiert sich stark für den Erhalt von biologischer Vielfalt und ist über die KfW inzwischen einer der größten Geber weltweit. Im Jahr 2020 hat die KfW für Biodiversitätsvorhaben gut 610 Mio. EUR zugesagt. Damit können u. a. 44 Schutzgebiete mit knapp 8,8 Mio. Hektar Fläche geschützt oder nachhaltig bewirtschaftet werden, wovon mehr als 300.000 Menschen profitieren. Dabei arbeitet die KfW nicht nur mit Partnerländern, sondern auch mit großen Naturschutzorganisationen wie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) und mit Nichtregierungsorganisationen wie dem World Wide Fund for Nature (WWF) oder der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) zusammen. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, natürliche Lebensräume möglichst großflächig zu schützen und zu erhalten.

Materialie - Den Reichtum der Natur erhalten, unsere Lebensgrundlage sichern  (PDF, 2 MB, nicht barrierefrei)

KfW-Broschüre Biodiversität – Artenvielfalt erhalten  (PDF, 1 MB, barrierefrei)

Materialie – „One Health“: Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt bildet eine Einheit – und beeinflusst nachhaltige Entwicklung.  (PDF, 636 KB, nicht barrierefrei)

Erfahren Sie mehr zur Zusammenarbeit der KfW mit der IUCN

SDG 15 auf der Website des BMZ

„Eine neue Dimension im Naturschutz“

Stefanie Lang ist seit kurzem Direktorin des Legacy Landscapes Fund (LLF). Mit KfW Stories spricht die international erfahrene Naturschützerin über den dramatischen Artenschwund und warum der neue Fonds einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Biodiversitätskrise leisten kann.

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Legacy Landscapes Fund

A New Dimension in Nature Protection

(Quelle: LLF, nur auf Englisch)

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Der Beitrag der KfW zu SDG 15

KfW beim Biodiversitäts-Kongress in Marseille

Vorstandsmitglied Christiane Laibach hat am IUCN World Conservation Congress teilgenommen und dort mehrere Initiativen zum Schutz der Artenvielfalt vorgestellt.

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Kakaoanbau oder Waldschutz?

Der Kakaobauer Don Albino im kolumbianischen Amazonasgebiet zeigt, dass beides geht.

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Biodiversität

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