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In Klimaschutz investieren

Die KfW verändert die Finanzmärkte mit neuen, grünen Produkten.

Zerstörtes Waldgebiet im Amazonas
30 Mio. Hektar Waldfläche werden laut der NGO Global Forest Watch weltweit pro Jahr abgeholzt.

Der Finanzsektor muss grüner werden, damit Investitionen in umwelt- und klimafreundliche Technologien zunehmen und solche in rückwärtsgewandte Lösungen sinken. Die KfW befördert diesen Prozess, indem sie immer wieder innovative Finanzprodukte entwickelt und auflegt.

Eine zentrale Aufgabe der nächsten Jahre lautet: die Wirtschaft so schnell wie möglich umgestalten. Dies gilt für die Stromerzeugung genauso wie für den Hausbau, für unsere Mobilität ebenso wie für die Landwirtschaft – für nahezu alle Lebensbereiche. Dafür braucht es große Investitionen in grüne Technologien. Allein für den Energiesektor sind rund 2,4 Bio. USD jährlich nötig, wie der Weltklimarat errechnet hat. Andere Quellen meinen etwas allgemeiner, wir müssten von „Milliarden zu Billionen“ kommen – also Riesensummen mobilisieren –, um die UN-Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Das grüne Instrumentarium erweitern

Dieser Prozess ist bereits im Gange. Alle Förder- und Entwicklungsbanken haben inzwischen ein Klimaportfolio aufgebaut. Das trifft auch auf die KfW Entwicklungsbank zu, die ihre Investitionen dafür in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert und zuletzt 4,8 Mrd. EUR aufgewendet hat. Noch im Jahr 2009 lag die Summe bei 0,9 Mrd. EUR.

Neben direkten Investitionen in grüne Infrastruktur wie erneuerbare Energien oder den öffentlichen Nahverkehr geht es auch darum, das grüne Instrumentarium zu erweitern, damit die knappen öffentlichen Mittel größtmögliche Wirkung erzielen. Dazu gehören – als eher klassische Produkte, bei denen die KfW schon sehr viel Erfahrung gesammelt hat – Kreditlinien, mit denen Anreize, etwa für energieeffizientes Bauen, geschaffen werden. Dazu zählen aber auch Fonds wie der eco.Business Fund in Lateinamerika, der grüne Wirtschaftspraktiken unterstützt. Er fördert Unternehmen, die ihre Produkte mit nachhaltigen Methoden herstellen, etwa in der Forstwirtschaft, beim Kaffeeanbau oder im Rahmen eines nachhaltigen Tourismus.

Der Fonds arbeitet in Lateinamerika so erfolgreich, dass er derzeit einen weiteren Zweig in Afrika eröffnet. Ebenso gehört die KfW im Auftrag des BMZ zu den Gründern des Caribbean Biodiversity Fund (CBF), der Naturschutz in der Karibik fördert. Eine Region, die besonders vom Klimawandel betroffen ist.

Zu den Vorreitern gehört die KfW auch bei Versicherungen, wie sie inzwischen in Afrika oder für die kleinen Inselstaaten im Pazifik existieren. Mit ihrer Hilfe können z.B. von Extremwetterereignissen getroffene Staaten nach einer Katastrophe rasch an Geld kommen und dadurch die wirtschaftlichen Schäden begrenzen oder den Wiederaufbau forcieren. Die African Risk Capacity (ARC) etwa, welche die KfW mit ins Leben gerufen hat, sichert Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union gegen die Auswirkungen von Dürren ab. Damit sollen afrikanische Länder ihre Verwundbarkeit gegenüber Klimarisiken minimieren können.

Privates Kapital mobilisieren

Innovativ arbeitet die KfW zudem bei sogenannten Green Bonds, wobei sie in einer Doppelrolle – als Emittentin und Investorin – auftritt. Dabei handelt es sich um Anleihen, deren Erlöse für Klima- und Umweltschutzprojekte zum Einsatz kommen. Mit ihnen lässt sich privates Kapital mobilisieren, um einen steigenden Teil der notwendigen Klimainvestitionen zu finanzieren. Noch sind sie ein Nischenprodukt, aber der Markt wächst: Seit 2014 haben sich die jährlichen Neuemissionen mehr als vervierfacht. Sie lagen 2018 bei 110 Mrd. EUR. Die KfW hat bisher Green Bonds von mehr als 22 Mrd. EUR ausgegeben und gehört damit zu den größten Emittenten am Markt weltweit. Die Möglichkeit, Investitionen in Nachhaltigkeit und Klimaschutz mit der Liquidität und Sicherheit von KfW-Anleihen zu verbinden, stößt auf große Resonanz. Für ihr eigenes Green-Bond-Portfolio hat die KfW außerdem bereits 1,5 Mrd. EUR in grüne Anleihen anderer Marktteilnehmer investiert.

Dass die Finanzmärkte in Bewegung sind, zeigen auch diverse Zusammenschlüsse und Gremien, wie z.B. der International Development Finance Club (IDFC). Ihm gehören mittlerweile 24 Entwicklungsbanken an, darunter auch die KfW. Die Mitglieder teilen die Vision einer nachhaltigen Zukunft bei gleichzeitiger Armutsreduzierung. Zusammen haben sie von 2015 bis 2018 insgesamt 670 Mrd. USD für grüne Finanzierungen aufgewendet.

Die KfW fühlt sich dem Ziel, die Finanzmärkte grüner zu machen, im doppelten Sinne verpflichtet: als Förderbank, die grüne Projekte in aller Welt unterstützt, und als Finanzinstitution, die bei ihrem eigenen Bankbetrieb einen klaren Nachhaltigkeitskurs eingeschlagen hat. Angesichts der gewaltigen Summen, die zur Bewältigung des Klimawandels aufzubringen sind, bleibt das Thema ganz oben auf der Agenda der KfW.