Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Faire Preise für Kleinbauern

KfW unterstützt kleine und mittlere Produzenten von Fairtrade-Ware mit einem Fonds

Ein Mitarbeiter wendet die hellen Kaffeebohnen mit den Händen
Der Mitarbeiter einer Kaffee-Kooperative wendet die Kaffeebohnen mit den Händen.

Im Auftrag der Bundesregierung beteiligt sich die KfW Entwicklungsbank seit 2012 am Fairtrade Access Fund (FAF), der Kleinbauern in Lateinamerika und Afrika Kredite bereitstellt und sie berät, damit sie sich als Fairtrade-Produzenten etablieren können. Derzeit hält die KfW 36 % der Anteile des Fonds.

Die KfW hilft Kleinbauern und Kooperativen in zahlreichen Ländern Afrikas und Südamerikas, ihre Waren für das Fairtrade-Label und andere Nachhaltigkeitssiegel zu zertifizieren. Damit öffnen sich ihnen neue Märkte. Zu den Kreditnehmern des Fairtrade Access Fund zählen Produzenten von Kaffee- und Kakaobohnen, Avocado, Zuckerrohr, Nüssen, Sojabohnen, Getreide, Quinoa und Honig.

Der Beitrag von Kleinbauern zur Nahrungsmittelproduktion ist nicht zu unterschätzen. Etwa 60 % der weitweiten Agrarproduktion werden von Kleinbauern und -bäuerinnen in Familienbetrieben geschaffen. Sie erwirtschaften in landwirtschaftlich geprägten Ländern rund ein Drittel des Bruttosozialprodukts. Kleinbauern können mit größeren landwirtschaftlichen Betrieben jedoch nur mithalten, wenn sie sich auf den Markt ausrichten.

Dieser Markt steht bereit: Die Nachfrage nach Fairtrade- oder vergleichbar zertifizierten Waren wächst in Deutschland nach wie vor ungebrochen. Seit 2011 hat sich der Umsatz mit diesen Produkten von knapp 400 Mio. auf fast 2 Mrd. EUR bis 2019 gesteigert. Das Fairtrade-Label gehört zu den angesehensten Nachhaltigkeitssiegeln für fairen Handel. Es bezeugt ökonomische, soziale und ökologische Mindeststandards. Die Produzenten erhalten einen garantierten Mindestpreis, wodurch sie gegen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt abgesichert sind. Bis Ende 2019 profitierten bereits mehr als 330.000 Kleinbauern und Kleinbäuerinnen von dem Vorhaben.

Das Interesse von Investoren an dem Fonds ist hoch. Das ursprüngliche Ziel, bis 2020 ein Volumen von 38 Mio. USD zu erreichen, wurde bereits zwei Jahre vorher erzielt. Daher hat die KfW ihre Beteiligung ausgeweitet. Der Zielwert für das Volumen liegt nun bei 100 Mio. USD bis 2025. Derzeit umfasst der Fonds ein Volumen von 65 Mio. USD.

Auch bei den Kreditnehmern besteht großes Interesse an den Leistungen des Fonds. Seit seiner Gründung wurden mehr als 250 Mio. USD an 72 Institutionen in 21 Ländern ausgezahlt. Diese förderten damit mehr als 330.000 Kleinbauern. Die Bäuerinnen und Bauern erzielen durch ihre Beteiligung am Fairtrade-Handel ein höheres und stabileres Einkommen. Damit verbessern sich ihre Lebensverhältnisse; gleichzeitig sichert dies Beschäftigung im ländlichen Raum.

Trotz der Pandemie konnte der Fonds seine Arbeit auch 2020 erfolgreich weiterführen und vor allem in Afrika ausweiten. Die Auszahlungen gingen im Vergleich zu den Vorjahren zwar zurück, doch nahmen sie bereits im dritten Quartal 2020 wieder zu.