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Nachhaltiger Stadtverkehr in Peru

KfW fördert den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und der Radwege

Red cycle path next to a busy road in Peru.
Bislang eine Seltenheit: Erste Radwege in peruanischen Städten.

In Peru gibt es kaum Angebote für den öffentlichen Nahverkehr und Radfahrer. Lima besitzt bisher nur eine einzige Metrolinie, die anderen Städte überhaupt keine. Die KfW hat bereits nachhaltige Verkehrskonzepte mit Förderkrediten über insgesamt 40 Mio. EUR unterstützt; im Auftrag der Bundesregierung verlängert sie jetzt das Vorhaben und investiert weitere 80 Mio. EUR.

Jedes Jahr werden in Peru etwa 200.000 Neuwagen zugelassen. Die Städte sind dicht besiedelt, die Luftverschmutzung bereits jetzt sehr hoch. Alternativen zum Auto gibt es bisher kaum: Lima hat als einzige Stadt eine Metrolinie und nur eine Schnellbuslinie, die beide entsprechend stark überlastet sind. Die wenigen Radwege der Stadt sind nicht miteinander verbunden und werden daher kaum genutzt.

Die KfW hat Peru daher bereits mit zwei Förderkrediten über je 20 Mio. EUR zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs unterstützt. Hinzu kommen 4 Mio. EUR Zuschussmittel aus dem Haushalt der NAMA-Fazilität (Nationally Appropriate Mitigation Action – ein internationales Klimafinanzierungsprogramm, an dem u. a. das Bundesumweltministerium und Großbritannien als Geber beteiligt sind), mit denen Maßnahmen zum Schutz vor dem Klimawandel umgesetzt wurden. Ende Oktober 2020 neu zugesagt wurden im Auftrag des BMZ zwei weitere Entwicklungskredite über je 40 Mio. EUR.

Das mehrphasige Vorhaben unterstützt den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Metropolregion Lima und fördert Alternativen zum Autoverkehr. Der Transportsektor wird modernisiert und die dafür nötigen Reformen eingeleitet. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass die Institutionen über die nötigen Kompetenzen und Strukturen verfügen, nachhaltige städtische Verkehrsplanung auch umzusetzen. Daher unterstützt das Vorhaben den Aufbau dieser Kompetenzen.

In den bisherigen beiden Phasen des Projekts wurde die Gründung einer Verkehrsgesellschaft (Autoridad de Transporte Urbano para Lima y Callao) unterstützt, die ein integriertes Angebot in der Metropolregion schaffen soll, sowie ein Verkehrsmasterplan für den ÖPNV entwickelt. Zudem investiert Peru erheblich in den Ausbau der Metrolinien in Lima. Daneben fördert das Vorhaben den nichtmotorisierten Verkehr. Dazu wurde die peruanische Regierung dabei unterstützt, ein Gesetz zur Anerkennung und Förderung der Radnutzung als nachhaltiges Verkehrsmittel zu verabschieden und Radwege zu schaffen.

Panoramablick über Lima.
Staus und hohe Luftverschmutzung gehören zum täglichen Bild in der Metropolregion Lima.

Im Transportministerium entstand eine eigene Organisationseinheit für städtische Mobilität – eine entscheidende Voraussetzung für die weitere Umsetzung der Projekte in den Kommunen. Das Vorhaben ist als policy-based-lending strukturiert, das heißt, die Finanzmittel sind an partnerschaftlich vereinbarte Reformschritte gekoppelt und werden erst ausgezahlt, nachdem diese umgesetzt sind.

Mit der Neuzusage des BMZ soll die erfolgreiche Modernisierung im ÖPNV-Bereich in Peru weiter vorangetrieben werden. Die Maßnahmen werden nicht nur in Lima, sondern auch in anderen Städten wie Arequipa, Trujillo, Piura und Cusco umgesetzt. Konkret geht es um die Einführung von Schnellbuslinien, Straßenbahnlinien und die Integration von unterschiedlichen Angeboten des ÖPNV in den einzelnen Städten. Zusätzlich wurde im Oktober basierend auf den eingeleiteten Reformen ein Zuschuss über 20 Mio. EUR an die Stadt Lima zum weiteren Aufbau des Fahrradwegenetzes in den deutsch-peruanischen Regierungsverhandlungen zugesagt.

Das Reformprogramm unterstützt das peruanische Transportministerium bei der Strukturierung und der darauffolgenden Umsetzung wichtiger Reformmaßnahmen. Der Ausbau des nachhaltigen Verkehrs verringert den Ausstoß von Treibhausgasen und leistet damit auch einen wertvollen Beitrag zur Umsetzung der bei der Klimakonferenz in Paris vereinbarten nationalen Maßnahmen (nationally determined contributions, NDCs).