Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Benin: Sauberes Trinkwasser für Stadtrandgebiete

KfW unterstützt moderne Trinkwasserversorgung in Vororten von Cotonou

Bauarbeiter beim Verlegen von Rohren
Bauarbeiter beim Verlegen von Rohren.

Eine sichere Trinkwasserversorgung für die arme Bevölkerung in den Vorstädten von Abomey-Calavi finanziert die KfW im Auftrag der Bundesregierung in bisher drei Phasen mit knapp 45 Mio. EUR. Gerade in Zeiten von COVID-19 ist der Zugang zu sauberem Wasser besonders wichtig.

In Abomey-Calavi, der zweitgrößten Stadt Benins, werden Gräben aufgerissen, Rohre verlegt und Drucktests durchgeführt. Im Eiltempo zieht der Staat das Infrastrukturprojekt durch, das über die KfW mit Mitteln der Bundesregierung unterstützt wird. 300 Kilometer Rohrleitungen werden verlegt, um die sichere Wasserversorgung in ausgewählten Vororten zu gewährleisten. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert die KfW den Ausbau der Trinkwasserleitungen.

Bisher besaßen in einigen Vororten der Großstadt weder Privathaushalte noch Gewerbebetriebe einen eigenen Anschluss. Wasser wurde aus dem Nokoué-See, aus Flachbrunnen geschöpft oder an Kiosken von Wiederverkäufern erworben. Das so gewonnene Wasser war nicht immer sauber. Fäkalien und Grauwasser mischten sich mit dem Trinkwasser.

Die Vororte von Abomey-Calavi und der benachbarten Hauptstadt Cotonou wachsen rasant an. Vor allem die Zuwanderung aus dem eigenen Land verstärkt die Urbanisierung. Für Abomey-Calavi wird ein Wachstum von jährlich zehn Prozent angenommen. Viele der Zuwanderer ziehen zunächst in die Stadtrandgebiete, die kaum Infrastruktur vorweisen können. Dabei gehört Benin zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut. Bisher hat selbst in den Städten noch nicht einmal die Hälfte der Menschen einen Wasseranschluss im eigenen Haus oder Hof. Das Kanalnetz ist noch sehr klein und das Abwasser wird nicht behandelt.

In Zeiten von COVID-19 ist Hygiene besonders wichtig. Der Ausbau der Trinkwasserversorgung in Abomey-Calavi wird es den Bewohnern erleichtern, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Auch die öffentlichen Einrichtungen und Krankenhäuser benötigen sauberes Wasser für ihre Hygienemaßnahmen. Für Haushalte, die sich die Anfangsinvestition eines Hausanschlusses trotz vergünstigter Konditionen nicht leisten können, werden zusätzlich Hofanschlüsse und Zapfstellen installiert.

Das Vorhaben wird zu einem Rückgang der Kindersterblichkeit und der bisher häufigen Wurmkrankheiten beitragen sowie die Ressource Wasser schützen. Das Projekt bietet rund 300.000 Menschen erstmals einen neuen oder verbesserten Zugang zur Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Etwa die Hälfte der Zielgruppe gehört zur armen Bevölkerung. Das Vorhaben trägt dazu bei, die Benachteiligung der Bewohner von Stadtvierteln in Abomey-Calavi mit überwiegend armer Bevölkerung zu verringern.

Arme Frauen und Mädchen werden durch den Infrastrukturausbau besonders entlastet, da sie aufgrund der traditionellen häuslichen Arbeitsteilung meist für das anstrengende und zeitraubende Wasserholen zuständig sind.