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SDG 10 – Abbau von Ungleichheiten innerhalb und zwischen Staaten

Mehr Gerechtigkeit

Die Chancen auf ein gutes Leben sind für jeden Menschen unterschiedlich gut, abhängig auch davon, wo er geboren wurde. Die Lebensbedingungen unterscheiden sich sowohl zwischen den Staaten als auch innerhalb eines Staates. Ungleichheit kann auf viele verschiedene Weisen beschrieben werden, und es gibt mehrere statistische Verfahren, um Ungleichheit zu messen.

Der Index der menschlichen Entwicklung (Human Development Index, HDI) verzeichnete 2019 Norwegen an der Spitze und Niger als letztes Land auf Platz 189. In den Index gehen Lebenserwartung, Bildung und Durchschnittseinkommen ein. Ein Mensch in Niger hat also im Durchschnitt geringere Chancen auf Bildung, auf ein hohes Einkommen und auf ein langes Leben als Menschen in 188 anderen Ländern.

Auch innerhalb der Staaten sind große Ungleichheiten zu verzeichnen. Laut Weltbank ist die Ungleichverteilung der Einkommen in Südafrika, Namibia und Botswana besonders hoch. Südafrika hatte 2014 (letzte Erfassung) einen GINI-Index von 63 %. Der international gebräuchliche GINI-Koeffizient misst die Einkommensungleichheit in einem Gebiet, wobei 0 % für absolute Gleichheit und 100 % für totale Ungleichheit stehen (Ein GINI-Wert von 100 würde bedeuten, dass eine einzige Person über das gesamte Einkommen der betrachteten Region verfügen würde).

Trends hängen immer von den jeweiligen Indikatoren und Daten ab, die herangezogen werden. Eines kann man aber sicher sagen: Die Welt weist nach wie vor ein hohes Niveau von Ungleichheit auf. Laut des World Social Report der UN von 2020 ist die Ungleichheit innerhalb von Ländern sehr hoch, aber sie steigt nicht überall. Seit 1990 ist sie jedoch in den meisten Entwicklungsländern angestiegen.

Die World Inequality Database sagt hierzu, dass in Lateinamerika und im Mittleren Osten die Ungleichheit im weltweiten Vergleich am höchsten ist. So besitzen in Lateinamerika die obersten 10 % der Einkommensverteilung 54 % des durchschnittlichen Einkommens; im Mittleren Osten sind es sogar 56 %. Die Auswirkung der Corona-Pandemie auf die Einkommensungleichheit weltweit ist noch unbekannt, vermutlich sind arme Menschen jedoch besonders stark betroffen, und die Schere zwischen Arm und Reich wird noch größer werden.

Ungleichheit hat – wie auch Armut – viele Dimensionen und bemisst sich nicht allein am Einkommen. Jedoch hängen sowohl der Zugang etwa zu Bildungs- und Gesundheitsdienstleistungen, als auch die Möglichkeiten für persönliche Entfaltung und gesellschaftliche Einflussnahme, häufig stark vom Einkommen ab. Eine hohe Ungleichverteilung von Chancen und Einkommen kann darüber hinaus zu sozialen Verwerfungen und letztlich Konflikten führen. Laut dem globalen Nachhaltigkeitsbericht der Vereinten Nationen (Global Sustainable Development Report 2019) ist steigende Einkommensungleichheit daher auch eine der größten Herausforderungen für nachhaltige Entwicklung.

Das UN-Entwicklungsziel Nummer 10 zielt auf eine Reduzierung von Ungleichheit ab – weltweit und innerhalb der Staaten – und zwar sowohl im Hinblick auf das Einkommen, Chancen, politische Rechte und wirtschaftliche Teilhabe.

Die KfW berücksichtigt bei allen Vorhaben die Auswirkungen auf benachteiligte Gruppen. Bei der Planung eines neuen Projekts wird stets auch betrachtet, welche Folgen dieses etwa für Indigene oder für Frauen und Kinder haben wird. Ziel ist es, dass die von der KfW geförderten Vorhaben Ungleichheit nicht noch verstärken, sondern möglichst abfedern und mindern.

Viele ihrer Vorhaben richten sich aber auch direkt an benachteiligte Gruppen, etwa im Gesundheits- oder Bildungssektor, bei der Anpassung an den Klimawandel oder im Hinblick auf finanzielle Inklusion. Knapp die Hälfte ihrer Gesamtzusagen 2020 (5,5 Mrd. EUR) tragen zur Erreichung des SDG 10 bei. Ungleichheiten weltweit zu reduzieren und die Lebensbedingungen aller, insbesondere der Armen, zu verbessern, bleibt ein wesentliches Anliegen der KfW.

SDG 10 auf der Website des BMZ

„Corona verstärkt die Ungleichheit“

Interview mit der KfW-Sektorökonomin Dr. Maria Ziegler über wachsende Ungerechtigkeit in der Welt und mangelnde Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

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Nothilfe für die Ärmsten

Wie das Social Cash Transfer Programme in Malawi funktioniert und was es bewirkt (KfW Bankengruppe/Bauer/Dähne/Schuch).

Video anzeigen (3:23 Min.)

Der Beitrag der KfW zu SDG 10