Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Fragile Staaten weiterdenken

Meldung vom 17.01.2019 / KfW Entwicklungsbank

Podiumsdiskussion
Angeregte Diskussion mit (v.l.n.r.) Jürgen Trittin, Gabi Weber, Hermann Gröhe, Lise Grande und Moderatorin Anke Plättner.

Die Abendveranstaltung der KfW zum Thema "Fragile Staaten weiterdenken - Erfahrungen aus Stabilisierungsmaßnahmen für die Zukunft nutzen" am 15. Januar brachte 230 hochrangige Gäste aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Praxis sowie die Teilnehmer der vorangegangenen Fachkonferenz „Stabilisierung in Fragilen Kontexten: Herausforderungen, Lehren und Chancen“ miteinander ins Gespräch.

Prof. Dr. Joachim Nagel sicherte in seiner Eröffnungsrede zu, dass die KfW sich weiterhin in fragilen Kontexten engagieren werde, "denn die Menschen in diesen Ländern müssen spüren, dass sich etwas zum Positiven verändert." Das Vertrauen in die Regierungen unserer Partnerländer kann nach Konflikten kann aber nur wiederhergestellt werden, wenn lokale Erfolge sichtbar gemacht werden. Die KfW wird dazu eng mit der Bundesregierung, den Partnerländern sowie mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wie dem Aga Khan Development Network und UN-Organisationen zusammenarbeiten.

V.l.n.r.: Seine Hoheit , Aga Khan, Dr. Joachim Nagel und Niels Annen.
V.l.n.r.: Seine Hoheit , Aga Khan, Dr. Joachim Nagel und Niels Annen.

Der Staatsminister des Auswärtigen Amts Niels Annen würdigte die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit der KfW und dem Aga Khan Development Network (AKDN) in Nord-Afghanistan. Gerade trotz der schwierigen Lage in Afghanistan ist es wichtig, die seit 2010 für insgesamt 105 Mio. Euro umgesetzten Infrastrukturprojekte im Rahmen des "Stabilisierungsprogramms Nord-Afghanistan" (SPNA) als Erfolg herauszustellen. "Stabilisierung wird weiter eine zentrale Säule des deutschen außenpolitischen Engagements bleiben – dafür wird sich Deutschland in den kommenden zwei Jahren auch als nichtständiges Mitglied im UN-Sicherheitsrat einsetzen".

Der Ehrengast des Abends, seine Hoheit der Aga Khan, dankte der KfW und dem Auswärtigen Amt für das bisherige Engagement und betonte: "Auch wenn die Bedingungen widrig sind, muss die lokale Bevölkerung immer im Fokus stehen." AKDN unterstützt deshalb lokale Partizipation, gesellschaftlichen Pluralismus und stärkt zivilgesellschaftliche Organisationen u.a. in Pakistan, Afghanistan, Syrien und Mali.

Dr. Joachim Nagel spricht vor dem Publikum.
Für viele blieben nur Stehplätze - 230 Gäste waren gekommen.

Die Erfahrungen aus bisherigen Stabilisierungseinsätzen und die Rolle Deutschlands waren zentrale Themen der anschließenden Podiumsdiskussion. Lise Grande beeindruckte durch die authentische Schilderung ihrer persönlichen Erfahrungen u.a. als UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe im Jemen und im Irak geprägt sind. Sie wies darauf hin, dass die Mehrheit der Stabilisierungsmissionen trotz größter Bemühungen der internationalen Gemeinschaft scheitert. Nichtsdestotrotz muss versucht werden, Menschen so schnell wie möglich zu helfen und Hoffnung zu geben – "im Jemen spielt sich aktuell die größte humanitäre Katastrophe unserer Zeit ab". Hermann Gröhe, MdB CDU/CSU-Fraktion, griff auf, dass Krisenprävention die beste Vorsorge sei. Angesichts der "shrinking spaces" für die Zivilgesellschaft müssten die Mittel noch deutlich steigen, insbesondere da nationale Konflikte in einer vernetzten Welt internationale Auswirkungen haben. "Wir müssen bereit sein, uns in Stabilisierungsprozessen bis zu einem Vierteljahrhundert lang zu engagieren", stellte Jürgen Trittin, MdB Bündnis 90/die Grünen, fest. Er sprach sich dafür aus, die Mittel auch durch Instrumente wie die Budgetfinanzierung aufzustocken, damit lokales "ownership" erreicht wird. Deutschland sei mit dem vernetzten Ansatz insgesamt zwar auf einem guten Weg, bestätigte Gabi Weber, MdB SPD. Die Lernprozesse aus Afghanistan und Irak müssten jedoch weiter fortgeführt werden. Lise Grande bekräftigte zum Abschluss: "Deutschland hat im Hinblick auf die Gestaltung von Stabilisierungsansätzen eine Führungsrolle und muss diese im UN-Sicherheitsrat nutzen!"

Kontakt

KfW Entwicklungsbank

Telefon

069 74 31-42 60

E-Mail

info@kfw-entwicklungsbank.de