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Investieren mit Engagement

Meldung vom 30.05.2016 / KfW Entwicklungsbank

KfW-Entwicklungsforum diskutierte über Wege zu nachhaltigen Anlageformen

"Die Akteure der ersten Stunde sind wichtig, um andere Investoren anzuziehen, die dann mit großem Kapital einsteigen", betonte Klaus Tischhauser von der Schweizer Anlagegesellschaft ResponsAbility Investments AG beim Entwicklungsforum der KfW Ende Mai. Mit dieser Avantgarde meinte er die KfW Entwicklungsbank sowie kirchliche und private Banken, die sich dem nachhaltigen Investment verschrieben haben. In den Räumen der KfW-Bankengruppe in Frankfurt diskutierten Vertreter dieses Sektors unter Moderation der Handelsblatt-Journalistin Susanne Bergius.

"Die Klimaziele sind nur zu erreichen, wenn es einen New Deal zwischen privaten und staatlichen Investoren gibt", argumentierte der für Entwicklungs- und Sektorpolitik zuständige KfW-Abteilungsleiter Marc Engelhardt in seiner Begrüßung. Klaus Tischhauser hob hervor, dass eine "Andockstelle für großes Kapital" nötig sei. Tischhauser hatte eine klassische Bankenkarriere absolviert, bis er sich eine Auszeit nahm, um zwei Jahre mit dem Rad von Zürich bis Kapstadt zu reisen. Die Erfahrungen aus den 21 afrikanischen Staaten, die er dabei durchquerte, trugen dazu bei, dass er sich im nachhaltigen Investment engagierte. Dieser Markt ist im Aufschwung.

In der Niedrigzinsphase boomt der Mikrokreditmarkt

Angesichts der niedrigen Zinsen suchen Anleger nach Nischen, in denen sich noch Renditen erzielen lassen. Eine davon ist das Geschäft mit Mikrokrediten. Die Bank im Bistum Essen wird zurzeit mit Anfragen überrannt. Sie kann zehn Jahre Erfahrung im Mikrofinanzsektor vorweisen.

Einige der Produkte des nachhaltigen Investierens versprechen gute Renditen, andere verlangen einen Renditeverzicht. Die Kunden seien durchaus dazu bereit, wenn sie von den positiven Wirkungen ihres Engagements überzeugt seien, berichtete Thomas Goldfuß von der GLS-Bank. "Geld ist für uns ein gesellschaftliches Gestaltungsmittel."

"Wer nachhaltig wirtschaftet, kann es kaum vermeiden, Geld zu verdienen", konstatierte Georg Schürmann, Geschäftsführer der Triodos Bank Deutschland. Dies gelte vor allem bei mittel- und langfristiger Betrachtung. Die Investitionsentscheidungen in seinem Haus würden auf Grund einer Wertehaltung getroffen. Dieses Grundprinzip vereinte alle Bankenvertreter, die zu dem Entwicklungsforum geladen waren.

Silke Stremlau von der Bank im Bistum Essen stellte heraus, dass die Investitionsentscheidungen der nachhaltig wirtschaftenden Banken Geld in Bereiche leite, wo es gesellschaftlich sinnvoll verwendet werde.

Dennoch wurde auch deutlich, dass es nachhaltige Investitionen gibt, in denen interessierte Banken bzw. deren Anleger nur dann angemessene Renditen erzielen können, wenn öffentliche Akteure wie Entwicklungsbanken risikosenkend ko-investieren. Hier könnte durchaus Kooperationspotential zwischen den nachhaltigen Banken sowie Kirchenbanken einerseits und der KfW andererseits bestehen.

Auf dem Podium war man sich einig, dass eine Wirkungsmessung der getätigten Anlagen zwar möglich, aber sehr aufwändig sei. Eine rein quantitative Messung der erzielten Wirkung sei nicht immer sinnvoll, häufig werde sie durch eine deskriptive Analyse ersetzt.

"Wirkung kann nicht immer gemessen, sondern manchmal auch nur abgeschätzt oder plausibilisiert werden", merkte in der anschließenden Diskussion Eva Terberger von der Evaluierungsabteilung der KfW Entwicklungsbank an. Ein DEG-Vertreter hingegen wies auf das geschäftspolitische Projektrating seines Hauses hin. "Wir können zwar nicht alles messen, aber was wir messen, ist seriös."

Kritisch betrachtet wurde die zunehmende Regulierung, die es erschwere, Produkte des nachhaltigen und engagierten Investments für Privatanleger aufzubereiten. Die Anforderungen der Regulierungsbehörden verteuerten die Endprodukte erheblich.

"Ich möchte Sie als KfW ermutigen, an gesellschaftlichen Fragen zu arbeiten", sagte Silke Stremlau von der Bank im Bistum Essen. "Sie haben das Geld, das Know How und den gesellschaftlichen Auftrag dazu."

Susanne Bergius (Mitte) moderierte die Podiumsdiskussion mit Joachim Fröhlich (Evangelische Bank), Thomas Goldfuß (GLS), Silke Stremlau (Bank im Bistum Essen) und Georg Schürmann (Triodos Deutschland) in der KfW Frankfurt (von links nach rechts).

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