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„In Frankfurt fehlen mir nur die knusprigen Croissants“

Seit vielen Jahren tauschen KfW und AFD Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus

Portrait von Michaela Schütte
Michaela Schütte (KfW)

Die Nähe und gute Zusammenarbeit zwischen der KfW Entwicklungsbank und der französischen AFD drückt sich auch in der Personalpolitik aus: Seit 1994 tauschen die beiden Institutionen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, die für ca. zwei Jahre in der jeweiligen Partnerbank tätig sind. Dort lernen sie die Arbeitsweise kennen, knüpfen fachliche und persönliche Kontakte, die später die Zusammenarbeit erleichtern. Inzwischen waren neun Franzosen in der KfW tätig und elf deutsche KfW-Mitarbeiter in Paris.

Michaela Schütte, Teamleiterin in der KfW Entwicklungsbank, ist seit September 2017 für die AFD in Paris tätig. Wie wichtig und bedeutend die deutsch-französische Zusammenarbeit ist, fiel ihr bereits kurz nach ihrem Arbeitsantritt auf. „Rémy Rioux, der Generaldirektor der AFD, erwähnte die Zusammenarbeit mit der KfW in einer Rede gleich vier Mal“, berichtet Schütte. Und auch in ihrer täglichen Arbeit ist die enge Kooperation spürbar: „KfW und AFD sprechen sich in vielen Themen, insbesondere in strategischen Fragen und innerhalb der EU, ab.“ Beide Organisationen seien intensiv miteinander vernetzt und griffen täglich auf die langjährigen persönlichen und fachlichen Beziehungen zurück.

Portrait von Nathalie Varhelyi
Nathalie Varhelyi (AFD)

Das bestätigt Nathalie Varhelyi, die seit September 2018 ihr Büro in Frankfurt bei der KfW hat, nachdem sie kurz Trainee in der KfW war und anschließend als Länderbeauftragte in verschiedenen Abteilungen der AFD tätig war: „KfW und AFD waren sich von der Verfahrensseite und dem „Entwicklungsspirit“ her immer sehr ähnlich, manche Teams haben einen fast täglichen Austausch.“

Auch Philippe Michaud, der von 2015 bis 2018 bei der KfW war, hat diesen Eindruck. Er arbeitet seit 27 Jahren für die AFD und war unter anderem vor Ort in Madagaskar, Algerien, Kamerun und als Büroleiter in Guinea tätig. In der KfW war er auch für EU-Themen zuständig. „In Brüssel vertreten AFD und KfW sehr ähnliche gemeinsame Interessen und strategische Ziele, etwa wenn es um Klimafinanzierung, Nachhaltigkeit oder die Förderung erneuerbarer Energien geht“, erläutert er. Auch legen beide Entwicklungsinstitutionen großen Wert darauf zu prüfen, wie erfolgreich ihre Projekte sind.

In Frankfurt war deshalb ein französischer Kollege aus der AFD-Evaluierungsabteilung zu Gast: Florent Bédécarrats brachte dort Erfahrungen aus Bereichen ein, in denen sich die unabhängige Evaluierungseinheit FZ-E der KfW stärker positionieren will. Mit seiner Unterstützung sollten vermehrt digitale Quellen wie z.B. Satellitendaten und veröffentlichte Haushaltsbefragungen in der Evaluierung zum Einsatz kommen. „In der AFD wird diese Art von Daten bereits seit einigen Jahren systematisch zur Messung von Wirkungen genutzt“, sagt Bédécarrats.

Auf der anderen Seite unterstützte der KfW-Kollege Thomas Gietzen die AFD-Evaluierungsabteilung. Unter anderem stellte er dort die KfW-Praxis vor, dass Kolleginnen und Kollegen aus den operativen Bereichen, die sonst selber Projekte planen und managen, zeitweise in der Evaluierungsabteilung eingesetzt werden. Ein Verfahren, das die AFD besser kennenlernen wollte, um eine Kultur der Evaluierung zu fördern und um den Projektmanagern eine andere Perspektive auf Projekte ihres Sektors zu bieten.

Portrait von Philippe Michaud
Philippe Michaud (AFD)

Neben diesem fachlichen Austausch spielen aber natürlich auch die persönlichen Kontakte und Erfahrungen eine wichtige Rolle. „Der Blick von außen auf die KfW tut immer gut. Außerdem werden die Kontakte, die ich in der AFD zu sehr netten Kolleginnen und Kollegen geknüpft habe, bestehen bleiben“, sagt Isabelle Steimer, die von 2014 bis 2017 für die KfW bei der AFD war.

Nathalie Varhelyi hat sich gut in Frankfurt am Main eingelebt, das viel familienfreundlicher und grüner ist als Paris: „Ich genieße das Taunusgebirge, die Lebensqualität, die Work-Life-Balance. In der KfW wird vieles beim Mittagessen besprochen, und so kommt man früher nach Hause, das ist deutsche Effizienz“.

Philippe Michaud fehlte allerdings doch ein wesentliches Detail in Frankfurt: „Hier werden einfach nicht so knusprige Croissants gebacken wie in Paris.“