Absatzmärkte für Afrika
Neuer Fonds fördert afrikanische Agrarprodukte
Durch Investitionen in den afrikanischen Agrarsektor leistet der Fonds einen Beitrag zur Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Quelle: KfW Bildarchiv / Thomas Klewar
In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank hat die KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) einen Landwirtschaftsfonds für afrikanische Unternehmer und Landwirte eingerichtet. Der Africa Agriculture and Trade Investment Fund (AATIF) stellt Kredite und Eigenkapital zur Verfügung, um die Einkommen afrikanischer Unternehmer zu sichern und deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.
Durch den Fonds soll vor allem die Produktivität der afrikanischen Landwirtschaft erhöht, der Absatz afrikanischer Agrarprodukte auf dem Regional- und Weltmarkt erleichtert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Damit leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur Armutsminderung und Ernährungssicherheit in Afrika“, unterstreicht Norbert Kloppenburg, Mitglied des Vorstands der KfW Bankengruppe.
Vorhandene Potenziale nutzen
In der landwirtschaftlichen Produktion Afrikas steckt ein hohes Potenzial für den Export und die Produktivität umwelt- und sozialverträglich produzierter Güter. Aber es fehlt an ausreichendem Kapital. Investoren verfügen zudem häufig nicht über ausreichende Kenntnisse des afrikanischen Agrarsektors. Aus diesem Grund bleibt der Zugang zu möglichen Finanzierungsquellen für Projekte, die die Einkommens- und Versorgungssituation der Bevölkerung verbessern könnten, oft verschlossen.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, setzt AATIF auf einen innovativen Ansatz: Bei der Finanzierung der Bauerngenossenschaften und kleineren und mittleren Betriebe arbeitet man eng zusammen mit privatwirtschaftlichen Partnern, die den afrikanischen Landwirtschaftssektor gut kennen und sich am Risiko beteiligen wollen. In Zusammenarbeit mit diesen Unternehmen und lokalen Banken wird die Qualität der Investitionen gesichert.
Strenge Umwelt- und Sozialstandards
Dabei werden keine Projekte unterstützt, die nicht den strengen Umwelt- und Sozialrichtlinien des Fonds entsprechen, wie zum Beispiel die Verhinderung von Spekulationen an den Rohstoffmärkten, von Investitionen, die die Umsiedlung lokaler Bevölkerungsgruppen bedeuten oder von Kinderarbeit. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird regelmäßig kontrolliert.
Seine erste Investition hat der AATIF-Fonds bereits im Oktober 2011 getätigt. Ein landwirtschaftlicher Betrieb in Sambia erhielt ein Darlehen über 7,3 Millionen Euro. Finanziert wurden unter anderem lokale Bewässerungsanlagen, um den Weizenanbau in regenarmen Monaten zu verbessern. An die finanziellen Zusagen sind auch Bedingungen geknüpft – so enthält der Darlehensvertrag Vorgaben zur Arbeitssicherheit, zur Vorbeugung von Malariaerkrankungen der Beschäftigten und zur Anbindung von über 200 Kindern an das lokale Schulsystem.
Das Fondsvolumen beläuft sich aktuell auf über 85 Millionen Euro. Dazu hat das BMZ mit 45 Millionen Euro, die KfW Entwicklungsbank mit 20 Millionen Euro und die Deutsche Bank mit 20 Millionen Euro beigetragen. Weitere potenzielle private und öffentliche Investoren haben bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem AATIF geäußert.
Donnerstag, 26. Januar 2012