Hilfe in der Grenzregion
Stiftung kooperiert mit lokalen Organisationen
Durch neue Straßen wird die Grenzregion zwischen Pakistan, Afghanistan und Tadschikistan erschlossen. Quelle: AKDN
Der Präsident von Tadschikistan, Emomali Rahmon, freut sich auf den Neubau. "Durch die Brücke wird der Handel und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren Ländern deutlich verbessert", sagte Rahmon bei der Grundsteinlegung für die Shurabad-Brücke, die Tadschikistan mit Afghanistan verbindet. Ländliche und bergige Gebiete in beiden Ländern erhalten so eine bessere Infrastruktur. Die Brücke wird von der PATRIP-Stiftung finanziert (Pakistan, Afghanistan, Tadschikistan Regional Integration Programme), die die KfW Entwicklungsbank und das Auswärtige Amt jetzt gemeinsam gegründet haben.
Die Stiftung bündelt Mittel verschiedener Geber aus verschiedenen Ländern und finanziert grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte in der Region zwischen Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan. Von neuen Brücken, Märkten und Gesundheitsstationen in den genannten Grenzregionen sollen rund 1,5 Millionen Menschen profitieren. Das Auswärtige Amt hat über das Stiftungskapital in Höhe von 1,5 Millionen Euro hinaus rund 13,7 Millionen Euro für Projekte bereit gestellt.
"Durch die Stiftung stärken wir staatliche Strukturen und geben den Menschen in der Grenzregion durch Investitionen eine Chance auf Entwicklung", sagt KfW Vorstand Norbert Kloppenburg. Das Auswärtige Amt werde bei seinem Ziel unterstützt, zur wirtschaftlichen, politischen und sozialen Stabilität in den Gebieten beizutragen. Der wirtschaftliche Austausch und der Handel zwischen Pakistan, Afghanistan und Tadschikistan erhalte damit neue Impulse.
Die PATRIP-Stiftung kooperiert mit lokalen nicht-staatlichen Organisationen. Deren Mitarbeiter stammen meist aus der Region und sind gut ausgebildet. Sie sollen die Projekte auch dann noch verlässlich planen und umsetzen, wenn internationales Personal – auch aus Sicherheitsgründen - nicht überall und ständig vor Ort sein kann. Die Menschen in den Grenzgebieten werden stark in die Projekte eingebunden, um ihre Eigenverantwortung zu stärken und neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Bis zu 500.000 Bewohner profitieren von neuer Infrastruktur
In Zusammenarbeit mit dem Aga Khan Entwicklungsnetzwerk konnten bereits in der ersten Pilotphase, die 2010 mit einer Zusage über 6,1 Millionen Euro begann, fünf große und über 400 kleine Vorhaben umgesetzt werden – vor allem Brücken, Märkte und Gesundheitsstationen wurden neu gebaut oder instandgesetzt. Bis zu 500.000 Bewohner der Grenzregionen profitieren jetzt schon von der bereit gestellten Infrastruktur.
Für die zweite Projektphase wurde jetzt die PATRIP-Stiftung gegründet, da andere internationale Geber großes Interesses an diesem innovativen und entwicklungspolitisch wichtigen Programm zeigten. Neben Deutschland hat sich auch Luxemburg bereits 2011 finanziell an der Stiftung beteiligt. Weitere Geber sollen im nächsten Jahr folgen. Fünf weitere Finanzierungsverträge mit lokalen Nichtregierungsorganisationen befinden sich in Vorbereitung. Die ersten Projekte der zweiten Phase starten im Januar 2012.
Pakistan, Afghanistan und Tadschikistan gehören zu den ärmsten Ländern der Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze, knapp die Hälfte ist mangelernährt und die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 44 Jahren. Das Leben in Pakistan und Afghanistan ist darüber hinaus stark von Gewalt und Unsicherheit geprägt. Es kommt immer wieder zu Anschlägen und Selbstmordattentaten, die das Leben der Bevölkerung und die Entwicklung der Region stark beeinträchtigen.
Weiterführende Informationen
Dienstag, 20. Dezember 2011