Migration
Migration prägt das Gesicht der Globalisierung
Vor allem junge Menschen machen sich auf den Weg. Quelle: KfW-Bildarchiv / Fotoagentur: photothek.net
Schon immer haben Menschen ihre Heimat in der Hoffnung auf ein besseres Leben verlassen, aber noch nie in so großer Zahl und mit solcher Mobilität wie heute. Schlechte Lebensbedingungen, politische Krisen, bewaffnete Konflikte und zunehmend ungünstigere klimatische Bedingungen halten grenzüberschreitende Migrationsbewegungen in Gang. Neben starken inländischen Wanderbewegungen wie Landflucht, leben heute etwa 214 Millionen Menschen außerhalb ihrer Heimat - das sind drei Prozent der Weltbevölkerung. Würden all diese Menschen einen Staat bilden, wäre es aufgrund der Bevölkerungszahl der fünftgrößte Staat der Welt. So prägt Migration das Gesicht der globalisierten Welt.
Migration birgt Potenziale für Entwicklung. Geldbeträge, die Migranten regelmäßig ihren Angehörigen im Heimatland zukommen lassen, die so genannten Rücküberweisungen, leisten wichtige Beiträge für die Entwicklung in den Herkunftsländern. Zudem sind Migranten Mittler zwischen Kulturen und Ländern. Viele Diaspora-Gemeinden sind in ihrer Heimat, zum Beispiel im Gesundheits- oder Bildungssektor, gemeinnützig aktiv. Auch Aufnahmeländer können von Zuwanderung profitieren, da Migranten zum Teil dringend benötigte Fachkräfte stellen.
Verlust der Leistungsträger
Viele unserer Partnerländer kennen aber auch die negativen Auswirkungen der Migration: Zum einen leiden vor allem die ärmeren Staaten Afrikas unter einem andauernden "brain drain", das heißt, dass Leistungsträger ihre Heimat verlassen und bessere berufliche Perspektiven im Ausland suchen. Zum anderen sind auch regionale Migrationsströme für unsere Partnerländern eine schwierige Herausforderung: Probleme bei der Aufnahme und Integration von Zuwanderern bringen sie an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Migranten droht daher oft Veramung.
Das facettenreiche Thema Migration, an der Schnittstelle von unterschiedlichen Interessen der Wirtschafts-, Innen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik, berührt die wichtigsten Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit: Armutsminderung, Chancengleichheit in der Globalisierung, Friedenssicherung und Klimaschutz. Um diesen komplexen Aufgaben in einer globalisierten Welt gerecht zu werden, muss entwicklungsorientierte Zuwanderungspolitik die Potenziale von Migration fördern und die entwicklungspolitischen Risiken verringern.
Weiterführende Informationen
- International Organization of Migration
- Global Commission on International Migration
- Global Forum on Migration and Development
- OECD zum Thema Migration
- Sussex Centre for Migration
- Migration, Globalisation and Poverty
- Weltbank - International Migration and Development
- Department for International Development (DFID)
Stand: Juli 2011