Gender

Gleichberechtigung - Schlüssel für nachhaltige Entwicklung

Drei Frauen vor einem Haus

Gleichstellung der Geschlechter ist eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Quelle: KfW-Bildarchiv / photothek.net

Die Gleichstellung der Geschlechter (Gender) und die Stärkung der Rolle der Frauen sind wichtige Ziele der Entwicklungszusammenarbeit. Gleichstellung ist ein Menschenrecht an sich, aber auch eine wichtige Voraussetzung für nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Trotz erheblicher Fortschritte in den letzten Jahren, beispielsweise in den Bereichen Bildung und Beschäftigung, sind Frauen und Mädchen nach wie vor in vielen Regionen und auf unterschiedlichen Ebenen benachteiligt und zum Teil stärker von Armut betroffen als Männer. Vielfach sind sie gesundheitlich besonders unterversorgt, haben geringere Schulbildung, weniger Rechte, eine untergeordnete soziale Stellung und sind Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Damit entsteht eine Geschlechterkluft, die Entwicklung hemmt.

Dort, wo es gelingt, Frauen Zugang zu Bildung und eigenen Einkommensmöglichkeiten zu ermöglichen und sie in ihren Rechten zu stärken - das belegt eine gemeinsame Studie von KfW Entwicklungsbank, GIZ und BMZ zu Gender und Pro-poor growth eindrucksvoll - können sich ganze Regionen entwickeln.

Aus diesen Gründen wird die Gleichberechtigung der Geschlechter im Kanon der Millennium Development Goals (MDGs) ausdrücklich als eines der acht Teilziele (MDG 3) genannt. Neben Einschulungs- und Alphabetisierungsraten geht es dabei auch um die höhere Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt und am politischen Leben. Auch MDG 5 (Verbesserung der Gesundheit von Müttern) ist direkt genderrelevant. Aber auch die anderen MDGs sind ohne Fortschritte bei der Gleichstellung von Frauen und Männer kaum flächendeckend zu erreichen.

Gender ist nicht gleich Frauenförderung

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Der Begriff Gender beschreibt die sozialen Rollen der Geschlechter, nicht ihre biologischen Unterschiede. Diese sind geprägt vom jeweiligen gesellschaftlichen, sozialen, kulturellen und rechtlichen Kontext. Bei dem „Genderansatz“ geht es darum, die Ursachen für Benachteiligungen von Frauen oder Männern auf unterschiedlichen Ebenen (politisch, ökonomisch, sozial etc.) zu erkennen und diese abzubauen. Ziel sind dabei nicht punktuelle Verbesserungen für eine begrenzte Gruppe, sondern es geht darum, die strukturellen Ursachen der Ungleichheit zu beseitigen – oder umgekehrt - die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu erhöhen. Das umfasst wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Rechte und Möglichkeiten der Mitgestaltung wie zum Beispiel den Zugang zu Bildung und Gesundheitsdienstleistungen aber auch zu Land, Kapital und Arbeit. Geschlechtsspezifische Benachteiligung, die häufig auf gesellschaftlichen Rollenmustern basiert, lässt sich nur dann abbauen, wenn beide Geschlechter einbezogen werden. Gender ist also keineswegs gleichzusetzen mit Frauenförderung, auch wenn Frauen, etwa bei Empowerment-Prozessen, dabei häufig im Vordergrund stehen.

KfW unterstützt die Umsetzung nationaler Genderstrategien

Viele Länder haben vor allem seit der Weltfrauenkonferenz in Peking (1995) die Gleichstellung der Geschlechter vorangebracht. Sie haben eigene Gender-Strategien entwickelt und greifen das Thema in ihren nationalen Armuts- und Entwicklungsstrategien (PRSP) auf. In den meisten Ländern gibt es mittlerweile politisch Verantwortliche in der Regierung und in den Sektorministerien, die sich primär mit Fragen der Gleichberechtigung von Männern und Frauen beschäftigen. Dennoch ist es in der Praxis und vor dem jeweiligen kulturellen Hintergrund und der politischen Prioritätensetzung oft schwierig, die formulierten Ziele und Ansprüche in konkrete Aktionen umzusetzen und einen entsprechenden Bewusstseinswandel zu erzeugen.

Die KfW Entwicklungsbank unterstützt die Partner im Rahmen ihrer Programme, nationale und sektorale Gender-Strategien mit Leben zu erfüllen. Dies beginnt damit, Projekt vorbereitende Studien über die sektoralen Rahmenbedingungen und die Situation der Zielgruppe geschlechtsdifferenziert zu gestalten, um abschätzen zu können, wie sich das Entwicklungsvorhaben auf Frauen und Männer auswirkt und um das Projektdesign so zu gestalten, dass es die Gleichberechtigung fördert. Das Monitoring der Gender-Wirkungen ist ein weiterer Baustein zur wirkungsvollen Umsetzung von Gender-Strategien. Ansatzmöglichkeiten zur Förderung der Gleichberechtigung gibt es in allen Sektoren, was nicht bedeutet, dass genderspezifische Maßnahmen in jedem Einzelprojekt möglich und sinnvoll sind.


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