Peru - Wassersektorreform

Peruanische Kinder trinken Wasser

"Wasser für alle" als Ziel der peruanischen Wassersektorreform

Institutionelle Defizite beheben


Good Governance hilft Peru bei der Reform seines Wassersektors

Perus Wasserprobleme sind groß: Knapp ein Viertel der Bevölkerung hat keinen verlässlichen Zugang zu Trinkwasser, fast die Hälfte lebt ohne eine ausreichende Sanitärversorgung. Ungeklärte Abwässer sind eine schwere Belastung für Mensch und Umwelt. Doch das Land ist willens, die Weichen im Wassersektor neu zu stellen. ?Die Regierung hat erkannt?, so Joschka Greve, Wasser-Experte der KfW Entwicklungsbank, ?dass es hier nicht nur großen Investitionsbedarf, sondern vor allem großen Reformbedarf gibt.?

Staatliche Investitionen in den Wassersektor erreichten in der Vergangenheit bei weitem nicht die gesamte Bevölkerung; und auch Qualität und Dauer der Wasserversorgung müssen dringend verbessert werden. Um die größten Mängel zu beheben, entschloss sich Peru unter dem Slogan ?Agua para Todos? (Wasser für alle), zu erheblichen Investitionen ? und zugleich zu einer weit reichenden Reform des gesamten Sektors.

Dafür ist das Land bereit, sich im Wassersektor an den Prinzipien von Good Governance messen zu lassen. Denn die Budgethilfe für das Finanzministerium, auf die sich das Land und die Inter American Development Bank (IADB) gemeinsam mit der KfW Entwicklungsbank verständigt haben, gibt es nur, wenn Peru belegen kann, dass es sich an gemeinschaftlich vereinbarte Reformschritte hält. Über die vereinbarte Programmlaufzeit von drei Jahren steuert die IADB bis zu 300 Millionen US-Dollar bei, 54 Millionen Euro kommen von der KfW Entwicklungsbank.

Die Reformen betreffen alle Ebenen: Angefangen vom rechtlichen Rahmen über die Planung bis hin zur Tarifgestaltung: So ist ein ?Meilenstein? zum Beispiel, im zweiten Jahr des Reformprogramms in mindestens 15 Städten die Tarife so festzulegen, dass sie die tatsächlichen Kosten decken.

Damit es in den Unternehmen zu einer guten ?Regierungsführung?, einer Corporate Governance, kommt, werden die Versorgungsunternehmen von innen heraus gestärkt. Dazu gehört nicht nur die systematische Schulung der Mitarbeitenden, sondern auch eine größere Mitbestimmung der Bevölkerung: Sie soll künftig besser in den Aufsichtsräten vertreten sein. Verträge mit der Regierung legen die Ziele, Anreize und Strafen sowie einen Verhaltenskodex für die Unternehmen fest. Und das im ganzen Land.

 

Stand: März 2010