Projekt - Convivencia in Bogotá

Damit aus Elendsvierteln lebenswerte Quartiere werden

Spielplatz mit Kindern vor Marginalsiedlung

Spielplatz in einem Armenviertel von Bogotá nach der Sanierung. Quelle: KfW Bildarchiv

Wie kann es gelingen, Stadtteile, die von Gewalt und Unsicherheit geprägt  sind, "umzudrehen" und aus ihnen Orte zu machen, wo Menschen gerne und relativ sicher miteinander leben? "Allein technisch, also mit besserer Beleuchtung in den Straßen oder mehr Schul- und Freizeiteinrichtungen", sagt Rolf Rempel, Projektmanager der KfW Entwicklungsbank "ist das nicht zu lösen. Vielmehr müssen wir es schaffen, Menschen zu befähigen, sich auch selbst für die Belange ihrer Stadtteile einzusetzen, mitzuplanen, mitzugestalten, Verantwortung zu übernehmen."

Das Programm "Convivencia" in Bogotá setzt daher an beiden Seiten an. Es will in den illegalen Siedlungen der Stadtränder die Lebensbedingungen von rund 600.000 Menschen verbessern: Mit mehr öffentlicher Infrastruktur und Dienstleistungen, aber vor allem auch mit der Einladung an die Bevölkerung, sich selbst aktiv zu beteiligen. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt das Programm mit etwa 10,5 Millionen Euro und kooperiert dabei mit der Stadtverwaltung Bogotá und den lokalen Bürgermeistereien.

Infrastrukturell hat sich bereits im Vorgängerprojekt "SUR con Bogota" vieles getan: 2.000 Wohneinheiten haben inzwischen Wasserversorgung, das Straßennetz wurde ausgebaut, 1.000 neue Kindergartenplätze und fast 5.000 neue Schulplätze sind entstanden.

Chancen für die Jugendlichen

Um den Zirkel von Gewalt, Drogen und Kriminalität zu durchbrechen, der in den armen Stadtteilen der Hauptstadt herrscht, bindet auch "Convivencia" viele städtische Akteure ein. Schulen, Jugend- und Gesundheitsbehörden und Gemeinden sind Anlaufstellen, um das Miteinander zu organisieren: Wo gehört der neue Sportplatz hin, wo brauchen wir eine neue Bushaltestelle? Wo soll die Beratungsstelle gegen häusliche Gewalt einziehen und welche Gebäude sollen künftig die Jugendtreffs beherbergen?

Streetworker gehen direkt auf Jugendliche und Jugendbanden zu und bieten Alternativen zum kriminellen Alltag mit Aussichten auf Arbeit und Ausbildung. In Workshops lernen sie,  Konflikte friedlich zu lösen, Sportkurse oder Turniere wie "Fußball für den Frieden" schulen faires Verhalten, denn dort zählen nicht nur geschossene Tore, auch erzielte Kompromisse bringen Punkte.

Sich einmischen, aktiv werden und miteinander etwas aufbauen – "Convivencia" fördert nicht nur dem Namen nach "Zusammenleben".

Konfliktbewältigung und Gewaltprävention in Stadtrandgebieten III

Land Kolumbien
Sektor / BMZ-Förderbereich 151 5000 - Demokratische Teilhabe und Zivilgesellschaft
BMZ-Projektnummer 2001 65 803
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. Euro 10,5
KFW-Mittel in Mio. Euro -

Stand: Juli 2011