Engagement der KfW Entwicklungsbank
Grosse Nöte, grosse Chancen in den Städten
Jugendliche in einem Slum in El Salvador helfen mit, ihren Stadtteil zu entwickeln. Quelle: KfW Bildarchiv / Bernhard Schurian.
Ob sozial, wirtschaftlich oder ökologisch – in den Städten dieser Welt werden sich in Zukunft viele Probleme ballen. Doch gerade Städte bieten auch die Chance, diese Probleme gebündelt zu lösen: Das Potenzial wirtschaftlicher Entwicklung ist nirgendwo so hoch wie hier. Städte bieten vielfältige neue Beschäftigungsmöglichkeiten in Gewerbe, Industrie und Dienstleistungen. Auch für gering qualifizierte Arbeitskräfte gibt es Verdienstnischen. Die dichte Besiedlung macht es möglich, sehr viele Menschen konzentriert mit Infrastruktur, Zugang zu Bildung und öffentlichen Einrichtungen zu versorgen. Nachhaltige Stadtentwicklung ist damit äußerst wirksam und kosteneffizient.
Die KfW Entwicklungsbank greift städtische Armut von verschiedenen Seiten an: In ihren Vorhaben geht es um Umwelt und Infrastruktur – besonders Wasserver- und Abwasserentsorgung – um Bildung, Gesundheit, gute städtische Regierungsführung, Dezentralisierung und Gewaltprävention.
Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die KfW Entwicklungsbank die Stadtverwaltungen dabei, soziale und wirtschaftliche Infrastruktur aufzubauen. Zur wirtschaftlichen Infrastruktur gehören: Energie, Transport (Straßen, Öffentlicher Personennahverkehr) und Industriezonen. Soziale Infrastruktur bedeutet: Wasser, Abwasser, Abfall, Bildung, sozialer Wohnungsbau, Slumsanierung, Gesundheit.
Experten begleiten die Planung
Für alle Vorhaben gilt: Die neue Infrastruktur muss von guter Qualität sein. Dazu werden die Städte bei der Planung und Verwirklichung der Maßnahmen von Experten begleitet. Das gewährleistet einen nachhaltigen Betrieb.
Für ihre Infrastruktur kann die Kommune dann Gebühren und Abgaben erheben (etwa für Marktstände, Wasserversorgung). Diese Einnahmen können dazu beitragen, die laufenden Kosten der Infrastruktur zu decken. Damit sich die Kommunalfinanzierung grundsätzlich verbessert, unterstützen Experten die Verwaltung dabei, eine funktionierende Steuer- und Abgabenordnung sowie eine Budgetplanung zu erarbeiten.
Mit ihren Vorhaben will die KfW Entwicklungsbank vor allem die Effizienz und Kompetenz der Kommunalverwaltungen steigern und "gute städtische Regierungsführung" etablieren. Denn viele Städte sind auf die Dynamik der Urbanisierung nicht ausreichend vorbereitet. Hier fördert die KfW Entwicklungsbank das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer umfassenden Stadtentwicklung.
Beteiligung der Menschen entscheidend
Um den Transfer von Ressourcen und Kompetenzen auf die lokale oder städtische Ebene zu fördern, unterstützt die KfW Entwicklungsbank Dezentralisierungsreformen. Wesentlich für eine nachhaltige Stadtentwicklung ist die Beteiligung der Bürger und Bürgerinnen an den Entscheidungen zu sozialer und wirtschaftlicher Infrastruktur. Wenn Entscheidungen und Budgetplanung dezentral beeinflusst werden können, erhöht das in der Regel die Akzeptanz vor Ort.
Zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Strukturen finanziert die KfW Entwicklungsbank auch Vorhaben zur Gewaltprävention in Städten. Ungeklärte Eigentumsverhältnisse, mangelnde Partizipation an lokalen Entwicklungen, Diskriminierung, mangelhafter Zugang zu Beschäftigung und Bildung prägen ein feindliches Umfeld, in dem Gewalt entsteht und sich ausbreitet. Wenn benachteiligte Gruppen von Anfang an in die Entwicklung ihres Umfeldes mit einbezogen werden, stärkt das die Identifikation der Bevölkerung mit städtischen Belangen und damit ihre Eigenverantwortung.
Kooperation mit anderen Institutionen
Einige der Vorhaben werden zum Verwaltungsaufbau und zur Fortbildung durch Programme der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) unterstützt oder von anderen Experten begleitet. Kooperationen bestehen darüber hiaus mit lokalen und regionalen Entwicklungsbanken.
Die KfW Entwicklungsbank treibt auch den Aufbau regionaler Initiativen voran: So haben die Bundesregierung und die Asian Development Bank 2007 die "Cities Development Initiative for Asia" (CDIA) gegründet. Die Initiative setzt auf integriertes städtisches Management und will dazu beitragen, die Lebensumstände von Menschen in den Slums asiatischer Städte zu verbessern.
Weiterführende Information
- Programm - Slumrehabilitierung in El Salvador
- Violence Prevention through Urban Upgrading (PDF, 500 KB, nicht-barrierefrei)
- Cities Development Initiative for Asia
Stand: Juli 2011