Governance und Dezentralisierung

Teilhabe und Transparenz als Schlüssel zum Erfolg

Gemeindemitglieder bei einer Besprechung

Selbstverwaltete Wasserversorgung im Senegal. Quelle: KfW-Bildarchiv / Bernhard Schurian

Good Governance, nur unvollständig mit guter Regierungsführung übersetzt, ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen Thema der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) geworden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass ohne Partizipation der Bevölkerung,  ohne Transparenz und Kontrollinstanzen die Regierenden ihre Macht oft missbrauchen. Gesellschaften, die von Willkür und Korruption geprägt sind, bieten aber nicht die Voraussetzungen für nachhaltige Entwicklung, die der armen Bevölkerung zugute kommen würde. Dass solche politischen Systeme auf Dauer auch nicht stabil sind, haben zuletzt die Revolutionen in Nordafrika deutlich gemacht.

Um Armut zu bekämpfen, ist es jedoch nicht nur wichtig, Governance-Reformen auf der Makroebene einzuleiten. Deutschland achtet in der Entwicklungszusammenarbeit darüber hinaus bei allen Vorhaben darauf, dass sich staatliches Handeln an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert und entwicklungspolitische Fortschritte nachhaltig sind.

Den Staat näher an die Bürger bringen

Zu diesem Zweck unterstützt die deutsche EZ Maßnahmen zur Verbesserung der Regierungsführung auf verschiedenen Ebenen. Durch Dezentralisierungsreformen wird der Staat näher an die Bürger herangebracht und somit die Möglichkeit der politischen Teilhabe der Bevölkerung und der direkten Kontrolle der Regierenden verbessert. 

Der Aufbau staatlicher Kontrollinstanzen wie Rechnungshöfen und Katasterbehörden erhöht die Transparenz und Rechtssicherheit im Land. Kommunale Entwicklungsfonds mit begleitender Beratung auf der Ebene der Gemeinden tragen entscheidend zur Verbesserung der lokalen Infrastruktur bei und erlauben es Gemeinden, eigenverantwortliches politisches Handeln einzuüben. Der Bau von Ausbildungszentren für Lokalbedienstete und gewählte Volksvertreter hilft dabei, die notwendigen technischen und administrativen Fachkräfte für die Gemeinden zu trainieren.  

Stand: Juli 2011