Engagement der KfW Entwicklungsbank

Stärkung der Gesundheitssysteme

Vier Frauen mit ihren Kindern sitzen auf vor einem Gebäude. Hinter ihnen steht eine Frau ohne Kind.

Den Zugang zu Gesundheitsdiensten - vor allem für ärmere Bevölkerungsgruppen - zu verbessern ist ein wichtiger Ansatz für die Stärkung der Gesundheitssysteme. Quelle: Dr. Dirk Müller

Gesundheit ist als Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum ein Schlüsselelement im Kampf gegen Armut. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt im Auftrag der Bundesregierung Entwicklungsländer in deren Bemühen, die Gesundheit ihrer Bevölkerung zu verbessern. 

In 16 Partnerländern stellt Gesundheit einen Schwerpunkt der Entwicklungspartnerschaft dar. Darüber hinaus sind in annähernd 40 Ländern Gesundheitsaktivitäten im Rahmen des Gestaltungsspielraums zu verzeichnen. Die KfW Entwicklungsbank stellt in laufenden Gesundheitsvorhaben mehr als 1,3 Milliarden Euro für die Förderung des Gesundheitssektors in den Partnerländern bereit. Dieses Engagement ist darauf ausgerichtet, den Zugang armer Bevölkerungsgruppen zu Gesundheitsdiensten zu verbessern.

Zentrale Bedeutung nimmt dabei die Stärkung der Gesundheitssysteme der Partnerländer sowie die Fortentwicklung neuer Ansätze ein. Um dies gemeinsam mit den Partnerländern zu erreichen, engagiert sich die KfW im Einzelnen in folgenden Bereichen:

  1. Gesundheitsfinanzierung: Förderung nachfrageorientierte Ansätze (Demand Side Financing) wie beispielsweise Gutscheinsysteme, die werdenden Müttern eine sichere Geburt und Neugeborenenversorgung ermöglichen, und Unterstützung des Ausbaus von Krankenversicherungssystemen;
  2. Gesundheitsinfrastruktur: Neubau, Instandsetzung, Erweiterung und Ausstattung von Krankenhäusern und Gesundheitsstationen inklusive des dazugehörigen "Capacity Development", zum Beispiel durch Schulung von Personal;
  3. Sexuelle und Reproduktive Gesundheit und Rechte: Förderung selbstbestimmter Familienplanung und HIV-Prävention in integrierten länderbezogenen oder regionalen Ansätzen, zum Beispiel über Social Marketing, sowie Förderung sicherer Mutterschaft und medizinisch betreuter Geburten;
  4. Krankheitsprävention /-bekämpfung: Impfprogramme, Tuberkulose-, Malaria- und Poliobekämpfung in länderbezogenen Ansätzen und Regionalvorhaben;
  5. Querschnittsaufgaben: HIV-Mainstreaming

Für die Umsetzung dieser Maßnahmen setzt die KfW Entwicklungsbank eine ganze Palette verschiedener Instrumente ein: klassische Programmfinanzierungen und begleitende Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, "Social Marketing"- und "Social Franchising"-Ansätze, Sektorbudget- und Korbfinanzierungen in Kofinanzierung mit anderen Gebern und innovative Finanzierungsinstrumente des "Demand Side Financing".

Private Dienstleister können Angebot an Dienstleistungen verbessern 

Durch die Verbindung qualitativ hochwertiger Infrastrukturausstattung mit wirksamen Finanzierungs- und Instandhaltungsstrukturen, Fortbildung des medizinischen Personals und der Entwicklung eines effizienten Managements setzt die KfW Entwicklungsbank Maßstäbe, die in den Partnerländern und bei den Partnern die Auseinandersetzung mit der Qualität des Gesundheitswesen auslösen.

Auch im Rahmen Programmbasierter Ansätze trägt die KfW Entwicklungsbank zur Stärkung der Gesundheitssysteme bei, indem Partnerländer bei der Ausgestaltung, Budgetierung und Umsetzung ihrer Gesundsheitspolitik unterstützt werden.

Die Einbeziehung privater Dienstleister, insbesondere im ländlichen Raum, hat sich als wirkungsvoller Ansatz erwiesen, um die Verfügbarkeit medizinischer Dienstleistungen zu verbessern. In Gutschein-Programmen können beispielsweise alle hierfür akkreditierten privaten Anbieter - ebenso wie öffentliche Einrichtungen - Gutscheine für Diagnostik und Behandlung abrechnen. Im Bereich der Familienplanung und der HIV-Prävention werden private Dienstleister im Rahmen so genannter "Social Franchising"-Ansätze geschult oder bei Aufgaben der öffentlichen Aufklärung und dem Vertrieb von Verhütungsmitteln in Social Marketing-Ansätzen eingesetzt.

Gesundheitssysteme benötigen eine nachhaltige Finanzierung und müssen für die Nutzer auch in Partnerländern ohne entwickelte Krankenversicherungssysteme erschwinglich sein. Die KfW Entwicklungsbank unterstützt dabei neue Finanzierungsansätze, die beispielweise über Gutscheinsysteme die medizinische Betreuung werdender Mütter und medizinisch betreute Geburten fördern.

Mit dem Ziel der Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit unterstützt die KfW Entwicklungsbank ein integriertes Vorgehen zur Förderung sexueller und reproduktiver Gesundheitsdienste einschließlich Familienplanung und HIV-Prävention. Bei der Ausgestaltung der Maßnahmen wird auf Gendersensibilität besonderer Wert gelegt.


Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011