Bedeutung für Entwicklung und Armutsminderung
Zugang zu Gesundheitsdiensten mindert Armut
Die Senkung der Kindersterblichkeit und die Förderung der Müttergesundheit sind zwei wesentliche Ziele. Quelle: MSI Uganda
Die Verbesserung der Gesundheit und der Lebenserwartung armer Menschen ist ein fundamentales Ziel wirtschaftlicher Entwicklung. Dies schrieb die Kommission der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Makroökonomik und Gesundheit in ihrem Bericht 2001, der bis heute Gültigkeit hat. Gesundheit spielt eine bedeutende Rolle für Entwicklung, sei es in der Wirkung auf die Lebensqualität der Menschen, auf deren Produktivität oder auf deren Entfaltungsmöglichkeiten und damit Chancen.
Mangelnde Gesundheit und Armut gehen in Entwicklungsländern häufig Hand in Hand. Einerseits erhöht Armut das Risiko, krank zu werden, andererseits verringert ein schlechter Gesundheitszustand die Chance, einen Beruf zu erlernen und verschlechtert damit die Einkommenssituation einer Familie. Eine nachhaltige Sicherung der Einkommensgrundlage der armen Bevölkerung ist nur durch eine Verbesserung der Gesundheitssituation möglich.
Arme Menschen insbesondere in ländlichen Gebieten leiden neben einem fehlenden Versorgungsangebot auch an fehlenden finanziellen Ressourcen, um sich Gesundheitsdienste überhaupt leisten zu können. Von vielen afrikanischen Regierungen eingeführte kostenlose Basisgesundheitsdienstleistungen scheitern in der Realität an niedriger Behandlungsqualität, Mangel an Personal, fehlenden Medikamenten oder informellen Nutzergebühren.
Ein Krankheitsfall in einer Familie kann verheerende Auswirkungen auf das Einkommen des kompletten Haushaltes haben. Wenn der Brotverdiener krank wird, gerät die ganze Familie in finanzielle Not. Selbst Familien mit einem gehobenen wirtschaftlichen Status müssen sich in diesen Fällen zum Teil verschulden und sinken dadurch in die Armut ab. Grund dafür sind ein hoher finanzieller Eigenanteil und das Fehlen funktionierender Versicherungssysteme. Die KfW Entwicklungsbank fördert deshalb Programme, die den Zugang zu Gesundheitsleistungen für Arme erleichtern, entweder durch die Verbesserung des Angebots an qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen, oder durch die finanzielle Unterstützung der Betroffenen beispielsweise über Gutscheine oder Versicherungsansätze.
Gesundheit fördert Entwicklungschancen
In Entwicklungsländern ist das Risiko zu erkranken sehr hoch und die Lebenserwartung meist niedrig. Das wirkt sich auf die Entscheidungen einzelner Haushalte in mehrfacher Weise aus. Um das Fortbestehen der Familie zu sichern, ist eine hohe Kinderzahl notwendig, verringert dabei aber gleichzeitig die pro Kopf zur Verfügung stehenden Ressourcen. Investitionen in die Zukunft wie beispielsweise in Bildung sind dadurch entweder nicht möglich oder aufgrund der Unsicherheit nicht attraktiv.
Um die Bedingungen zu schaffen, in denen die Bevölkerung eines Landes bessere Verwirklichungschancen erhält, setzt die KfW Entwicklungsbank mit ihren Vorhaben bei der Familienplanung an. Die Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit und der Kampf gegen HIV/AIDS, Tuberkulose und Malaria verringert das Risiko zu erkranken. Das eröffnet neue Spielräume für Zukunftsinvestitionen. So kann durch die Erleichterung des Zugangs zu modernen Verhütungsmethoden und durch Aufklärung ein Beitrag zur HIV-Prävention und selbstbestimmter Familienplanung geleistet werden. Aufklärungskampagnen tragen darüber hinaus zu vergrößerten Geburtenabständen bei und erhöhen dadurch die Möglichkeiten zum Einkommenserwerb der Frauen.
Neben Familienplanung fördert die KfW Entwicklungsbank auch Programme, die die Regierung bei der Verbesserung ihres Gesundheitssystems unterstützen, beispielsweise über Programmbasierte Ansätze, in denen Sektorplanung, Finanzierungsaspekte und landesweite Umsetzung im Fokus stehen. Auch der Privatsektor wird in diese Konzepte mit einbezogen.
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Stand: Juli 2011