Programm - Kampf gegen HIV/AIDS

Südafrika - HIV/Aids enttabuisieren

Afrikanische Kinder vor einem Aidswaisenzentrum

Szene vor einem Aidswaisenzentrum - Noch immer steigt die Zahl der Kinder, die durch HIV/AIDS zu Waisen werden, rapide an. Quelle: Natalie Groos

Die kleinen Jungs und Mädchen, die in den Slums von Soweto ohne Schuhe auf einem Hinterhof kicken, machen Mut. Sie haben Träume und wären glücklich, richtige Turnschuhe überstreifen und auf einem richtigen Sportplatz in einer Mannschaft mit Trainer zu üben. Doch in Südafrika haben solche Kinderträume viele Feinde: Auf den Straßen des Townships herrscht Gewalt, die Gefahr einer Vergewaltigung ist riesengroß und viele junge Menschen haben ungeschützten Geschlechtsverkehr. Mit verschiedenen Programmen und Projekten versucht die KfW Entwicklungsbank ein Bewusstsein für die Tragweite der Infektionskrankheit zu schaffen.

Dabei wird der Kampf gegen HIV/AIDS die weitere Entwicklung Südafrikas entscheidend beeinflussen: rund 18 Prozent der Südafrikaner in beruflich aktiven Bevölkerung zwischen 15 und 49 sind bereits heute infiziert - so viele wie in keinem anderen Land der Erde. Inzwischen steigen auch die Todeszahlen: 2010 starben rund 281.000 Südafrikaner an Aids. Schon 1,9 Millionen Kinder sind Aids-Waisen. Ihr Leben ist geprägt von Armut und Elend. Sie leben meist auf der Straße, ohne Familie und Schutz, ohne Bildung und Zukunft.

Das Land weist die höchste Zahl von Infizierten auf und steuert damit auf eine demographische Katastrophe zu. Bereits heute ist ein Drittel der Bevölkerung Südafrikas jünger als fünfzehn Jahre alt.

Große Nachfrage

In fünf der neun südafrikanischen Provinzen unterstützt die KfW Entwicklungsbank daher den Aus- und Aufbau von Testzentren. Sie sind angebunden an bestehende Gesundheitseinrichtungen, in denen die Bevölkerung medizinische Grundversorgung erhält. Der Bevölkerung soll ermöglicht werden, sich ohne Angst vor Stigmatisierung testen und beraten zu lassen. Aus Mitteln der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) für Baumaßnahmen und Ausstattung der Zentren insgesamt 19 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Bisher wurden aus diesen Mitteln 230 Zentren erweitert und umgebaut, welche nun eine erheblich bessere Aufklärung über HIV/AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten ermöglichen.

Nach einigen Jahren Programmlaufzeit ist festzustellen: Die Betroffenen nehmen das Angebot gerne an. In den Zentren, die mit deutscher Hilfe renoviert oder ausgebaut wurden, ist die Zahl der Tests sprunghaft gestiegen, mancherorts um bis zu 80 Prozent.

Zudem prüft die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung ein Neuvorhaben im Sektor HIV/AIDS, welches Nichtregierungsorganisationen (NRO) in ihrem Kampf gegen HIV/AIDS unterstützt. Der Fokus wird dabei auf die zwei wichtigsten Instrumente gelegt: HIV-Tests und Aufklärung. Ziel der Initiative ist es, durch innovative Ansätze Bevölkerungsteile zu erreichen, welche die staatlichen Angebote der HIV-Beratung bisher nicht nutzen. 2010 wurden für dieses Programm 12 Millionen Euro von der Bundesregierung zugesagt.

Trotz der gemeinsam erzielten Erfolge bleiben die Herausforderungen der Epidemie enorm. Daher wird die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der deutschen Bundesregierung die südafrikanische Regierung auch in Zukunft bei der Bekämpfung der Epidemie und ihrer Folgen unterstützen.

HIV-Prävention durch freiwilliges Beraten und Testen I und II

Land Südafrika
Sektor/BMZ-Förderbereich Bekämpfung von Geschlechtskrankheiten
einschließlich HIV/AIDS
BMZ-Projektnummer 2002 66 064, 2004 66 342
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. Euro 19,0 + 12,0 (Neuvorhaben)
KfW-Mittel in Mio. Euro --

Weiterführende Informationen

Stand: Juli 2011