Programm - Gesundheitssektor

Malawi - Damit weniger Kinder und Mütter sterben

Mütter mit ihren Kindern sitzen in einem Warteraum eines Krankenhauses.

Durch die Übernahme von Fahrt- und Unterbringungskosten können sich auch Frauen und Kinder aus ärmeren Familien die Behandlung in einem Krankenhaus leisten. Quelle: Christian Kampen

Die Freude über eine Schwangerschaft kann in Malawi ganz schnell in Trauer und noch größere Armut umschlagen. Nur in den ärmsten Entwicklungsländern der Welt sterben so viele Säuglinge und Mütter während oder kurz nach der Geburt. Das Land ist mit einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von rund 325 US-Dollar eines der ärmsten Länder der Welt. In ländlichen Gebieten ist die medizinische Versorgung oft schlecht bzw. nicht vorhanden und so entbinden Frauen häufig zu Hause unter mangelhaften medizinischen und hygienischen Verhältnissen und ohne Arzt oder ausgebildete Hebamme. Bei 100.000 Lebendgeburten sterben 675 Mütter - eine der höchsten Sterblichkeitsraten weltweit. Zudem sterben 76 von 1.000 Säuglingen.

Um diese bedrückende Situation zu verbessern, hat Malawi ein Arbeitsprogramm aufgestellt, für das neben Deutschland und Norwegen auch andere internationale Geber wie Großbritannien von 2004 bis 2011 rund 735 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt haben. Aus diesem Etat werden wichtige Elemente des Gesundheitswesens finanziert, darunter Personal, Medikamente und medizinische Ausrüstung.

Gemeinsame Initiative von Kanzlerin Merkel und Premier Stoltenberg

Daneben finanzieren Deutschland und Norwegen auf Initiative von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Norwegens Premierminister Jens Stoltenberg als Pilotvorhaben die "Deutsch-Norwegische Mutter-Kind-Gesundheitsinitiative", die vor allem die Mütter- und Säuglingssterblichkeit senken soll. 

Rund 60 Prozent aller Kinder auf dem Land werden in Malawi zu Hause geboren. Der Weg zu einer Gesundheitsstation ist meist weit, die Fahrtkosten entsprechend hoch. Zudem sind die Kosten einer Geburt unter medizinischer Betreuung für arme Familien kaum zu verkraften. Das liegt aber nicht an den eigentlichen Behandlungskosten - die übernimmt der Staat. Aber für die werdenden Mütter - und grundsätzlich eine Begleitperson - fallen während ihres Krankenhausaufenthaltes Unterbringungs- und Verpflegungskosten an. Gleichzeitig fehlt die Mutter in der Familie - als Arbeitskraft und als Mutter der anderen Kinder. Entbindungskosten werden auf rund 50 Arbeitstage geschätzt - das kann sich keine der armen Familien leisten.

Deshalb übernehmen Deutschland und Norwegen im Rahmen des Pilotprojektes die Fahrt- und Unterbringungskosten, damit es zumindest keine finanziellen Gründe mehr gibt, Mutter und Kind den Gefahren einer Hausgeburt auszusetzen.

Ein weiterer Grund, die Fahrt zum Gesundheitszentrum zu scheuen, ist die oft niedrige Qualität der dort angebotenen Dienstleistungen. In vielen Fällen fehlt es den Gesundheitseinrichtungen im ländlichen Raum an Basisausstattung und notwendiger Infrastruktur wie Kreißsaalkapazitäten und Unterbringungsmöglichkeiten, um die wachsende Zahl der Entbindungen zu bewältigen. Zudem mangelt es an kompetenten und motivierten Fachkräften. Insbesondere besser ausgebildetes Personal arbeitet bevorzugt in den Städten, wo die Bezahlung tendenziell höher ist als auf dem Land, oder sogar im Ausland.

Um die Qualität des Personals und der medizinischen Leistungen zu steigern, finanziert das Pilotvorhaben diverse Anreize, um besonders gute Leistungen zu honorieren. Dazu gehören u.a. Fortbildungsmöglichkeiten sowie verbesserte Ausstattung der Gesundheitsstationen.

Norwegen und Deutschland haben für Phase I jeweils rund fünf Millionen US-Dollar für das Pilotvorhaben bereitgestellt, das zunächst vor allem in der Central West Zone des Landes umgesetzt wird. Durch ein unabhängiges Monitoring soll geprüft und festgestellt werden, ob die gewünschten Wirkungen eintreten und die verbesserten Einrichtungen wirklich von Müttern angenommen werden. Bei guten Ergebnissen wollen Deutschland und Norwegen das Projekt gemeinsam mit Malawi in das landesweite Arbeitsprogramm integrieren.

Deutsch-Norwegische Mutter-Kind-Gesundheitsinitiative

Land Malawi
Sektor/BMZ-Förderbereich Gesundheit
BMZ-Projektnummer 2009 67 257
Status in Durchführung
Mittel der FZ in Mio. Euro 3,5 (Phase I) und 5,0 (Phase II)
KfW-Mittel in Mio. Euro --

Weiterführende Informationen

Stand: Mai 2012