Burkina Faso
Landkartenausschnitt Burkina Faso. Quelle: KfW
Landesinformation:
Bündel von Standortnachteilen
Burkina Faso oder das Land der Aufrechten, wie es in der Mischung der beiden Hauptsprachen Moree und Djoula heißt, kämpft auch 50 Jahre nach der Unabhängigkeit mit einem Bündel von Standortnachteilen. Das am dichtesten besiedelte Land der Sahelzone nimmt einen der letzten Plätze auf der Entwicklungsskala der Vereinten Nationen ein (Human-Development-Index). Fast die Hälfte (44 Prozent) der Burkinabé muss mit weniger als zwei US-Dollar am Tag leben. Problematisch ist das Bevölkerungswachstum, das bei 3,1 Prozent liegt und die Früchte des Wirtschaftswachstums von vier bis fünf Prozent teilweise aufzehrt. mehr
Förderschwerpunkte:
Die Kraft der Kommunen nutzen
Die dampfende Schüssel voll Reis, die ein burkinischer Bauer zu besonderen Festen auftischt, signalisiert, dass er es zu bescheidenem Wohlstand gebracht hat. Reis zählt nicht zu den Grundnahrungsmitteln, 80 Prozent werden exportiert - eine der wenigen Einkommenschancen, die der ländlichen Bevölkerung offen stehen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) unterstützt den Anbau von Reis und anderen landwirtschaftlichen Produkten in Burkina Faso, indem sie Konzepte und Mittel für die Nutzung von Tal-Auen bereitstellt, die landwirtschaftliche Produktion sowie die Weiterverarbeitung und Vermarktung der Produkte fördert. Weitere Programme der deutschen EZ tragen zur Dezentralisierung und Kommunalentwicklung des Landes und zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung vor allem in Klein- und Mittelstädten bei. mehr
Projekte und Programme:
Vorhang auf für Kinderrechte
Auf dem Dorfplatz von Loropeni sitzen alle Bewohner, die Jüngsten ganz vorn. Das Theaterstück zeigt in der ersten Szene ein Dienstmädchen, das kocht, Wasser holt, putzt und auf ein Kleinkind aufpasst, das sie in einem Tuch auf dem Rücken trägt. In der nächsten sitzt das Dienstmädchen auf einer Schulbank. Die Botschaft ist klar: Kinder sollen lernen statt schuften. Mit dieser Theaterkampagne und der anschließend lebhaften Diskussion erreicht das KfW-Programm gegen Kinderarbeit und Kinderhandel die Landbevölkerung Burkina Fasos. mehr
Wasser für das ganze Jahr
In Sibéra , einem Dorf im Südwesten von Burkina Faso, hacken Frauen mit den traditionellen Kurzhacken ein Feld auf, das mit schilfartigem Gras bedeckt ist. Es ist Zeit für die Ernte - nicht über, sondern unter der Erde. Die Wurzelknollen der Ingwer-Pflanze werden nicht nur in Asien, sondern auch in Burkina Faso als Gewürz und Heilmittel geschätzt. Den Frauen in Sibéra bringt das zusätzliches Einkommen, und damit das bislang fehlende Geld für Nahrungsmittel, Medikamente, Schulbücher. Ohne eine Regulierung des Wasserhaushalts würden allerdings die Ingwer-Pflanzen die Trockenzeit von Oktober bis Mai und die starken Regenfälle im Sommer nicht überstehen. Das von der KfW Entwicklungsbank im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Vorhaben ermöglicht den Bau und Betrieb einfacher, aber effektiver Bewässerungssysteme, die die landwirtschaftliche Produktion in den Tal-Auen erhöhen und so dazu beitragen, Armut zu reduzieren und Ernährung zu sichern. mehr
Den Fluss des Lebens speisen
Das trübe Rinnsal fließt an Häusern und Marktständen vorbei, hinunter ins Tal. In ihm werden die giftigen Abwässer der Brauereien, des Schlachthofs und der Seifenfabriken aus dem Industriegebiet Bobo-Dioulassos abgeleitet. Wenn es regnet, überflutet die Brühe Höfe, in denen Kinder spielen. Das Trinkwasser ist voll von Bakterien und Chemikalien. Jahrzehnte lang war das vergiftete Wasser der Grund dafür, dass viele Menschen in der Stadt krank wurden und das Wenige, was sie hatten, für Medizin und Ärzte ausgeben mussten. Wenn sie sich eine Gesundheitsversorgung überhaupt leisten konnten. Doch das gehört der Vergangenheit an. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit (EZ) hat den Bau eines geschlossenen Kanalnetzes in Bobo-Dioulasso unterstützt und Konzepte entwickelt, um das Gift aus den Industrieabwässern heraus zu bekommen. mehr