Asien

Sonnenaufgang im Osten

Projektgebiet Asien

Projektgebiet Asien. Quelle: KfW

Asien (Asia, assyrisch für Sonnenaufgang) ist der größte aller Kontinente mit etwa einem Drittel der Landfläche der Erde insgesamt. Bewohnt wird er von rund vier Milliarden Menschen. Asien ist ein Kontinent der Superlative: Hier befinden sich der Mount Everest, der mit 8.848 Metern höchste Berg der Welt, und der Baikalsee, der größte Süßwassersee der Erde. Die Siedlungsgebiete mehrerer alter Hochkulturen befinden sich hier: Mesopotamien, das Industal, der Iran sowie China.

Wirtschaftlich und sozial hat Asien, dabei ganz besonders die Entwicklungsländer der Region, letzthin eine beachtliche Entwicklung genommen. Im Jahr 2011 ist das Bruttoinlandsprodukt Asiens um 7,2 Prozent gewachsen, während die Wirtschaften der USA, Europas und Japans 2011 zusammen um 1,2 Prozent wuchsen. Die Prognosen für 2012 sagen für die USA, Europa und Japan ein Wachstum von nur 1,1 Prozent voraus. Dass Asien im weltweiten Vergleich vorne liegt, hat seine Ursache in der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens und Chinas, den jeweiligen Wachstumslokomotiven ihrer Regionen. China soll 2012 um 8,5 Prozent wachsen, Indien um 7,0 Prozent. Für Asien insgesamt sagen Experten für 2012 ein Wachstum von 6,9 Prozent vorher. Trotzdem sind 1,6 Milliarden Menschen in Asien als arm einzustufen; sie leben von weniger als 2 US-Dollar pro Tag, 800 Millionen Menschen gelten sogar als absolut arm (weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag).

Einher geht dieser Prozess in vielen Ländern mit wachsender Ungleichheit. In einer Reihe von Staaten ist die Einhaltung der Menschenrechte mangelhaft und es steht schlecht um "gute Regierungsführung". Außerdem ist noch die Kategorie politisch instabiler Staaten zu nennen, zu denen unter anderem Sri Lanka, Afghanistan und die Atommacht Pakistan zählen. Sie leiden allesamt unter inneren Konflikten. Naturkatastrophen suchen die Länder der Region mit beängstigender Regelmäßigkeit heim.

Korruption weit verbreitet

Korruption stellt ein drängendes Problem in vielen Ländern dar. Im entsprechenden Wahrnehmungsindex 2011 der Nichtregierungsorganisation Transparency International sind mit Myanmar (Platz 180 von 182), Afghanistan (ebenfalls Platz 180), Kirgistan (Platz 164), Usbekistan (Platz 177) und Turkmenistan (ebenfalls Platz 177) fünf asiatische Länder im letzten Zehntel der Liste eingestuft. Korruption durchzieht viele Staaten der Region. Sie reicht vom Polizisten, der das Strafgeld für eine Regelwidrigkeit in die eigene Tasche wirtschaftet, bis hin zur Einflussnahme bei der Vergabe von Großaufträgen. Dies alles verursacht zusätzliche Kosten und hemmt die wirtschaftliche und soziale Entwicklung auf Kosten der Bevölkerung.

Begleiterscheinung des rasanten wirtschaftlichen Aufschwungs in Ost- und Südasien ist auch eine Zunahme der Umweltbelastung. In Großstädten wie etwa in Jakarta sinkt der Boden durch die übermäßige Entnahme von Grundwasser ab. Gleichzeitig kann über Abwasserkanäle der Niederschlag nicht abfließen, weil sie mit Abfall verstopft sind. In der Regenzeit kommt es zu großflächigen Überflutungen - "ideale" Bedingungen, um Infektionskrankheiten zu übertragen. 

Zudem steigt der Meeresspiegel durch den Klimawandel und bedroht viele Ortschaften an der Küste. Jedes Jahr werden große Flächen Primärwald abgeholzt, häufig illegal, um das Holz zu verwerten und Platz zu schaffen für Monokulturen von Nutzpflanzen wie Ölpalmen. China hat die USA im Oktober 2008 als weltweit führender Emittent von CO2 abgelöst und erzeugte 2010 einen Anteil von 20 Prozent an den weltweiten CO2-Emissionen (USA: 19,9 Prozent).

Klima und Umwelt schützen

Angesichts dieser mannigfaltigen Herausforderungen unterstützt die KfW Entwicklungsbank die Partnerländer durch Investitionen in die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur und durch die Förderung leistungsfähiger Finanzinstitutionen. Dabei kommen Verfahren zum Einsatz, die Korruption minimieren und für Transparenz von Entscheidungen sorgen. Oft wird die Bevölkerung mit einbezogen, es werden Beiträge zu "Good Governance", Konfliktprävention und Krisenbewältigung geleistet. 

In vielen Ländern zielen die Schwerpunkte der Zusammenarbeit darauf ab, natürliche Ressourcen, die Umwelt und das Klima zu schützen. Maßnahmen der Finanziellen Zusammenarbeit haben oft Demonstrations- und Modellcharakter, so dass sie weit über das eigentliche Programm oder Projekt hinaus Wirkung entfalten und nachgeahmt werden können.

Stand: Mai 2012