Projekt - Verbesserung Mutter- und Kindversorgung

Usbekistan - Bessere Diagnose und Therapie

eine in weiss gekleidete Krankenschwester schaut ins Mikroskop

Für die multidisziplinären Kinderkrankenhäuser des Landes soll es moderne medizinische Ausrüstung geben. Quelle: Olga Hefele

Sieben der insgesamt rund 27 Millionen Menschen in Usbekistan sind Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren - etwa ein Viertel der Bevölkerung. Diesen Frauen die Möglichkeit der Familienplanung zu eröffnen ist ein wesentliches Ziel eines  auf vier Jahre angelegten Programms der KfW Entwicklungsbank an, das die medizinische Versorgung für Mütter und Kinder in Usbekistan verbessern will.

Dazu sollen Verhütungsmittel künftig flächendeckend verfügbar sein – auch, um die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche und -komplikationen bis hin zu Todesfällen zu senken. Derzeit nutzen nur etwa ein Fünftel aller usbekischen Frauen Kontrazeptiva. Zwar ist die Fruchtbarkeitsrate in Usbekistan seit den 1970er Jahren von 6,5 Kindern pro Frau auf unter drei gefallen (2,88); doch eine bewusste Familienplanung ist derzeit oft nicht möglich, weil Verhütungsmittel fehlen. Weil aber auch das Wissen über deren Gebrauch lückenhaft ist, gehört zu dem Programm auch Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit. 

Mit dem Mutterpass zu besserer Versorgung

Ein weiterer Schwerpunkt des Programms ist die Verfeinerung des Mutterpasses, den die KfW Entwicklungsbank bereits 2004 in einem früheren Programm entwickelt hatte. Der erste Probelauf in der Region Namangan hat das usbekische Gesundheitsministerium und -system von den Vorteilen dieses Instruments der Gesundheitsvorsorge für Mutter und Kind überzeugt.

Eine Bettenreihe mit Kinderpatienten in einem gekachtelten Raum mit medizinischem Gerät, hinter dem zweiten Bett steht ein Arzt mit grüner Haube auf dem Kopf

Arztvisite im Samarkand - Kinderkrankenhaus. Quelle: Olga Hefele 

So setzt solch ein Pass nicht nur Standards in den Vorsorge-Untersuchungen und verlangt eine bestimmte Qualität der Arbeit der Ärzteschaft. Er dient auch der Aufklärung der Schwangeren und hilft, die Säuglingssterblichkeit zu senken. Bei jährlich 600 000 Geburten kann die usbekische Regierung die Kosten pro Pass von zwei und vier Euro derzeit alleine noch nicht schultern.

Das gilt auch für die Ausstattung aller 17 multidisziplinären Kinderkrankenhäuser des Landes mit moderner medizinischer Ausrüstung. So fehlen in manchen Kliniken ganze Abteilungen wie etwa die Radiologie. Röntgengeräte sind darum ebenso nötig wie die Ausstattung von OP-Sälen oder Laboren inklusive dem dazu notwendigen Verbrauchsmaterial.

Baulicher Zustand vieler Kliniken voller Mängel

Der bauliche Zustand vieler Einrichtungen zeigt ebenfalls Mängel: Viele sind ein Relikt aus den Zeiten der Sowjetunion und entsprechen nicht den heute üblichen patientenorientierten Abläufen. Generell will das Programm der KfW Entwicklungsbank dem usbekischen Gesundheitsministerium dabei helfen, seine strukturellen Defizite und Hindernisse zu überwinden und Reformen voranzutreiben: Die Einrichtungen sollen sinnvoll gebündelt werden, damit bestehende Überkapazitäten entfallen, und die zum Teil starke Fragmentierung des Gesundheitsangebots beendet werden, weil sie wertvolle Ressourcen verschwendet.

27 Millionen Euro stellt die KfW Entwicklungsbank im Auftrag der Bundesregierung für dieses Programm zur Verfügung, um Verhütungsmittel zu finanzieren, Mutterpässe zu produzieren, medizinische Ausrüstung anzuschaffen. Auch eine zentralasiatische Konferenz zur Kinderheilkunde ist geplant sowie eine noch intensivere Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation.

Verbesserung der Mutter- und Kindversorgung

Land Usbekistan
Sektor / BMZ-Förderbereich Gesundheit
BMZ-Projektnummer 2007 65 503 / 2007 70 009
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. Euro 27,01
KfW-Mittel in Mio. Euro 0,0

Weiterführende Informationen

FZ-Engagement im Bereich Gesundheit

Stand: Juli 2011