Projekt - Aufbau eines Notfallsystems

Kirgisistan - Schnelle Hilfe für den Notfall

Eine Krankenschwester hält den Griff an einem großen Röntgengerät währenddessen die sitzende Patientin ihre rechte Hand auf dem Röntgentisch liegen hat

Medizinische Hilfe gibt es - aber vor allem in größeren Städten. Quelle: EPOS

Wer in Kirgisistan plötzlich krank oder in einen Unfall verwickelt wird, sollte möglichst in einer größeren Stadt leben. Denn nur dort gibt es die Chance, relativ zügig in einem Krankenhaus oder einer Poliklinik versorgt zu werden. In den ländlichen Gegenden des gebirgigen Landes, das regelmäßig durch Erdbeben und andere Naturkatastrophen erschüttert wird, gibt es dagegen noch nicht einmal eine annähernd ausreichende Notfallversorgung. Enorme Höhenunterschiede, kaum zugängliche Gebirgspässe, schwierige Klimaverhältnisse erschweren den Verkehr, aber auch die Kommunikation zwischen Stadt und Land.

Reichen die medizinischen und technischen Kapazitäten schon für den Normalfall in den Städten kaum aus, so ist der kirgisische Gesundheitssektor für Notfälle wie Naturkatastrophen oder Epidemien fast gar nicht gerüstet. Das gilt vor allem für das Land, wo die Mehrzahl der fünf Millionen Einwohner Kirgisistans lebt: 3,4 Millionen Menschen.

Im Notfall - zu spät

Es fehlt an vielem: So gibt es in manchen Kreisen kaum Rettungsambulanzen. Dort, wo es sie gibt, besteht der Fuhrpark oftmals nur aus einem einzigen Fahrzeug, dessen technische Ausstattung veraltet ist. Auch das Personal ist häufig nicht auf dem letzten Stand der Notfallmedizin. Zusätzliche Probleme gibt es, weil das öffentliche Telefonnetz in den ländlichen Regionen sehr unzuverlässig ist und Funkstationen fehlen. In Siedlungen, die weit entfernt sind von regionalen Krankenhäusern, kommt die Hilfe, wenn sie denn überhaupt kommt, oft zu spät.  

Deshalb unterstützt die KfW Entwicklungsbank das kirgisische Gesundheitsministerium mit 12,3 Millionen Euro dabei, die medizinische Versorgung in Notfällen und Katastrophensituationen zu verbessern. 

Infoboxanker

Konkret heißt das: Die Zeit zwischen der Meldung eines akuten Notfalls und der Behandlung soll kürzer werden, die Zahl der Toten und Invaliden soll zurückgehen. Programmschwerpunkt sind die Regionen Bischkek, Osch und Jalal Abad, wo insgesamt drei Millionen Menschen leben. 

Ausstattung, Weiterbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Die großen Gesundheitszentren des Landes werden für die Notfall- und Intensivbehandlung ausgerüstet, um etwa bei Verbrennungen, Vergiftungen oder Brustkorbverletzungen spezielle Nothilfe leisten zu können. Am größten Krankenhaus in der Region Jalal Abad wird zudem eine zentrale Notfallabteilung neu aufgebaut – die Vorbildcharakter für die Organisation in anderen Krankenhäusern haben soll. Sogenannte Feldscher- und Hebammenstationen vor Ort erhalten zudem Zubehör für die medizinische Erstversorgung sowie Reanimationsgeräte. Und schließlich gehört auch die Weiterbildung des medizinischen Personals dazu.  Außerdem werden Laien über Öffentlichkeitsarbeit darüber aufgeklärt, wie sie sich im konkreten Notfall richtig verhalten.

Aufbau eines Notfallsystems  

Land Kirgisistan
Sektor / BMZ-Förderbereich Gesundheitsinfrastruktur
BMZ-Projektnummer 2003 65 692, 2003 70 296
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. Euro 6,3
KfW-Mittel in Mio. Euro --

Weiterführende Informationen

FZ-Engagement im Bereich Gesundheit

Stand: Juli 2011