Projekt - Gesundheit

Kambodscha - Familie mit Plan

Auslagen mit Kondomen und anderen Verhütungsmitteln

Verhütungsmittel in Kambodscha. Quelle: Volker Karl

Schon seit 1993 ist die Finanzielle Zusammenarbeit (FZ) als einer der größten bilateralen Geber im Gesundheitssektor Kambodschas tätig. Das Programm Reproduktive Gesundheit, dessen dritte Phase 2012 ausläuft, hat 1997 begonnen. Dafür wurden und werden verschiedene Arten von Verhütungsmitteln bereitgestellt, die im ganzen Land von öffentlichen Stellen und privaten Anbietern verteilt werden. Zu dem Programm gehören aber auch Trainingskurse für Leute, die im Gesundheitssektor arbeiten und die Erweiterung eines Ausbildungskrankenhauses für Hebammen in Kampot. Dadurch erhalten auch die armen Menschen in Kambodscha Zugang zu modernen Methoden der Familienplanung.

Das Programm wird durch Gutscheine des "Social Health Protection Programmes" für ausgewählte  Gesundheitsdienste ergänzt, die speziell darauf abzielen, die immer noch außergewöhnlich hohe Müttersterblichkeitsrate im Land zu verringern. Die Gutscheine werden seit Anfang 2011 verteilt und können für medizinische Leistungen rund um Geburten, für moderne Methoden der Familienplanung sowie für professionell begleitete Schwangerschaftsabbrüche eingelöst werden. Das Programm zielt besonders auf arme Frauen ab und macht sie durch das Gutscheinsystem für öffentliche wie private Anbieter zu einer attraktiven Patientengruppe. 

Anzeichen für leichte Verbesserung

Studien zu Demographie und Gesundheit lassen erkennen, dass sich die Lage in Bezug auf Gesundheitsdienstleistungen in Kambodscha leicht verbessert hat in den vergangenen Jahren, aber insgesamt immer noch unzureichend ist. Es gibt zu wenige Kliniken und Gesundheitsstationen, nicht selten sind sie schlecht ausgestattet, und das alles führt zu einer Unterversorgung der Bevölkerung mit medizinischen Dienstleistungen, vor allem in der Frauenheilkunde.

Die kambodschanische Bevölkerung ist sehr jung: 39 Prozent der Menschen sind jünger als 15 Jahre, 48 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter zwischen 15 und 49 Jahren. Der Bevölkerungszuwachs bei einer Geburtenrate von derzeit 3,4 Kindern pro Frau wird für den Zeitraum 2010 bis 2015 auf jährlich 1,7 Prozent geschätzt. Vor diesem Hintergrund ist ein geringeres Bevölkerungswachstum auch auch wirtschaftlich betrachtet wichtig.  

Leidlich informiert, aber schlecht betreut

Etwa 90 Prozent der Frauen kennen mindestens eine Verhütungsmethode. Mangelndes Vertrauen, falsche Einnahme der Präparate durch fehlende Information, unbegründete Angst vor Nebenwirkungen, begrenzte Mobilität und finanzielle Einschränkungen führen aber dazu, dass nur 24 Prozent der Frauen moderne Methoden der Familienplanung nutzen. Außerdem bringen 87 Prozent ihr Kind zu Hause zur Welt und nur 44 Prozent der Geburten werden von medizinisch geschultem Personal betreut.

Komplikationen vor, während und nach der Geburt sind zusammen mit dem oft schwierigen Zugang entlegener Dörfer zu den Gesundheitsstationen ein wichtiger Grund für die außergewöhnlich hohe Mütter- und Kindersterblichkeit. Vor allem auf dem Land sind moderne Verhütungsmethoden noch wenig verbreitet; das führt immer wieder zu ungewollten Schwangerschaften und gefährlichen Abtreibungen.

Qualität und Selbstbewusstsein

Die deutschen FZ-Programme "Reproduktive Gesundheit und Social Health Protection" helfen dabei, moderne Methoden der Familienplanung in Kambodscha weiter zu verbreiten und dadurch die Mütter- und Kindersterblichkeit zu senken. Außerdem werden Geschlechtskrankheiten eingedämmt, die Verbreitung von HIV/Aids wird vermindert. Das gelingt unter anderem durch ein Akkreditierungssystem für private Anbieter im Gesundheitssektor. Alles in allem leistet die FZ dadurch einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Millennium Entwicklungsziele in Kambodscha.

Gesundheit

Land Kambodscha
Sektor / BMZ-Förderbereich 130 2000 Reproduktive Gesundheit
BMZ-Projektnummer --
Status in Durchführung
FZ-Mittel in Mio. EUR 26,0
KfW-Mittel in Mio. EUR --

Weiterführende Informationen

FZ-Engagement im Bereich Gesundheit

Stand: Juli 2011